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Berichte

Würdige Gedenkkundgebung für Prof. Peter Kammerstätter

Anlässlich des 100. Geburtstages von Prof. Peter Kammerstätter - Widerstandskämpfer, Forscher, Volksbildner - fand am Samstag, 10. Dezember 2011 eine Gedenkkundgebung des KZ-Verband/VdA OÖ statt. Knapp 60 TeilnehmerInnen fanden sich vor der Gedenktafel der Stadt Linz für Peter Kammerstätter ein.



Die Gedenkreden hielten Mag. Harald Wildfellner (VHS Linz) und Dr. Günther Grabner (KZ-Verband OÖ), beide arbeiteten sehr lange und eng mit Peter Kammerstätter zusammen.


Anschließend erfolgte die Kranzniederlegung mit einer Gedenkminute für Peter Kammerstätter, dessen Wirken den TeilnehmerInnen Verpflichtung für die Zukunft ist. Im Bild von links nach rechts: Mag. Hannes Kammerstätter, Mag. Harald Wildfellner (VHS) und der Historiker Dr. Günther Grabner.

Prof. Peter Kammerstätter auf einer der von ihm initiierten "politischen Wanderungen" zu Orten zeitgeschichtlichen Geschehens. Eine der bekanntesten Arbeiten Kammerstätters ist sein durch Interviews mit Zeitzeugen gestalteter Bericht über den Todesmarsch der ungarischen Juden von Mauthausen nach Gunskirchen.
Am 26. und 27. Jänner 2012 findet anlässlich des 100. Geburtstages von Prof Kammerstätter unter dem Titel "Die Pflicht zum Widerstand im Wissensturm Linz eine Tagung statt, Näheres siehe unter Veranstaltungen.

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Marko Feingold erzählt aus seinem Leben

Der Hofsaal des Bildungshauses Schloss Puchberg konnte die rund 160 ZuhörerInnen kaum fassen, als Marko Feingold, der 98-jährige Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg, am 6. Dezember aus seinem Leben erzählte.




Feingold hat die Konzentrationslager Auschwitz, Neuengamme, Dachau und Buchenwald überlebt. Nach 1945 arbeitete er eng mit der Organisation Bricha zusammen, die jüdische Flüchtlinge nach Palästina brachte. Trotz seines hohen Alters ist Präsident Feingold bis heute auch als Zeitzeuge und als Vorstandsmitglied des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ) aktiv.
Veranstaltet wurde der Zeitzeugenabend, der auf so großes Interesse stieß, vom oö. Antifa-Netzwerk, von der Welser Antifa und vom Bildungshaus. Am 18.12.2011 erscheint in der Wochenendbeilage der "OÖ. Nachrichten" ein Interview, das Klaus Buttinger mit Marko Feingold anlässlich dieser Veranstaltung geführt hat.
Zur Aufheiterung eine Anekdote: Als die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller Feingold vor kurzem fragte, ob er sie zu seinem 100. Geburtstag einladen werde, antwortete er: "Gern, Frau Landeshauptfrau, wenn Sie mich auch zu Ihrem 100. Geburtstag einladen …".

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Welser Antifa verlieh Elfriede-Grünberg-Preis

Werner Retzl als Vorsitzender bestätigt

Am 28. November fand im Bildungshaus Schloss Puchberg das Jahresforum der Welser Initiative gegen Faschismus (Antifa) statt: 40 Delegierte sowie zahlreiche Gäste dankten der Initiative für ihre wertvolle demokratische Aufklärungsarbeit.
Der Jahresbericht fiel beeindruckend aus: zahlreiche öffentliche Aktivitäten wurden gesetzt. Viele davon in Zusammenhang mit Jugendarbeit, darunter Zeitzeugen-Veranstaltungen mit Hunderten von SchülerInnen. Regelrecht aus allen Nähten platze das Welser "Soundtheatre" am Politischen Aschermittwoch, an dem die Flüchtlingshelferin Ute Bock Gast der Antifa war. Überwältigend war auch die Spendenfreudigkeit der BesucherInnen. 5000 Euro konnten Frau Bock für ihren Verein übergeben werden. Über 500 Menschen kamen im heurigen Jahr zur Kundgebung gegen Rassismus und Fremdenhass, auf der der Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper zum Thema Toleranz sprach.

Bereits zum zwölften Mal verlieh die Antifa einen Preis: Er trägt den Namen der jüdischen Welserin Elfriede Grünberg. Sie wurde 1929 - im selben Jahr wie Anne Frank - geboren und als 13-Jährige von den Nationalsozialisten nach Osten deportiert, wo sie ums Leben kam. Der Preis wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich um die Bekämpfung von Rassismus und Rechtsextremismus verdient gemacht haben. Das damit verbundene Buchgeschenk wurde vom Schriftsteller Günter Wels, der im Jänner Gast der Initiative war, signiert und den PreisträgerInnen persönlich gewidmet. Die PreisträgerInnen sind:
Rosa Gitta Martl, geboren 1946 in Linz. Im Jahr 1998 gründete sie den Verein Ketani, um sich voll und ganz für jene Sinti, denen die Staatsbürgerschaft aberkannt wurde, einsetzen zu können. Insgesamt reichte Gitta Martl mehr als 200 Anträge für NS-Opfer ein. Im Jahr 2001 war sie als Beraterin maßgeblich daran beteiligt, dass die Stadt Braunau einen festen Lagerplatz für durchreisende Sinti- und Roma-Gruppen errichtete.
Andreas Maislinger, geboren 1955 in St. Georgen. Maislinger studierte Politikwissenschaft in Salzburg, Frankfurt am Main und Berlin. Schon damals fand er seine Aufgabe: Gegen Österreichs Lebenslüge, Opfer des Nationalsozialismus zu sein, wirksamen Widerspruch zu erheben. Maislinger gründete 1992 sowohl den Gedenkdienst als auch die Braunauer Zeitgeschichte-Tage. Aus den bescheidenen Anfängen des Gedenkdienstes ist ein weltweites Netzwerk in mehr als 30 Staaten geworden.
Peter Lechner aus der Innviertler Gemeinde Hochburg-Ach gehört dem Jahrgang 1937 an. Der Schmied Peter Lechner braucht keine großen Worte. Er hat nicht lange geredet, er hat nicht von anderen verlangt, dass sie etwas tun. Er hat selbst gehandelt und mit seinem Sohn Anton 2004 ein Erinnerungskreuz für die Sinti-Familie Kerndlbacher geschmiedet und aufgestellt.
Uwe Sailer wurde 1956 in Linz geboren. Er erlernte den Tischlerberuf, trat aber 1976 in den Polizeidienst ein. Seit 1997 setzte sich Uwe Sailer mit dem Thema Rechtsextremismus auseinander, seit 2003 im Besonderen mit der neonazistischen Gruppe "Bund Freier Jugend" (BFJ). Ab 2006 unterstützte er das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung durch Internet-Recherchen in der rechtsextremen Szene. Die Verhaftung der Neonazis Gottfried Küssel, Felix Budin und Wilhelm Christian Anderle - wichtigste Hintermänner von "Alpen-Donau.Info" - gehen auf die Recherchearbeit Sailers zurück.

(v.r.n.l.) Antifa Vorsitzender Werner Retzl mit den diesjährigen Grünberg-PreisträgerInnen Rosa Gitta Martl,  Andreas Maislinger, Peter Lechner, Uwe Sailer und seinem Stellvertreter Christian Stöbich.
 
Bei der Neuwahl wurden Antifa-Vorsitzender Mag. Werner Retzl, sein Stellvertreter Mag. Christian Stöbich und alle anderen Vorstandsmitglieder mit großer Mehrheit bestätigt.

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Kundgebung gegen Rassismus am 9. November in Wels

Am 9. November 2011 fand um 19.00 Uhr die von der Stadt Wels und der Welser Initiative gegen Faschismus anlässlich des 73. Jahrestages der "Reichspogromnacht" abgehaltene Gedenkkundgebung für die Opfer von Rassismus und Fremdenhass statt.
Zu dieser Kundgebung vor dem Jüdischen Mahnmal im Pollheimerpark riefen zahlreiche religiöse, politische, kulturelle und humanitäre Organisationen auf, darunter auch die katholische und die evangelische Kirche sowie die Gewerkschaften, rund 600 Menschen folgten diesem Aufruf.

Einleitende Worte sprachen Bürgermeister Dr. Peter Koits und Antifa-Vorsitzender Mag. Werner Retzl. Die Gedenkrede hielt der Dirigent und Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper, Franz Welser-Möst. Für die Umrahmung sorgte das Flötenensemble der Landesmusikschule Wels unter der Leitung von Mag. Norbert Trawöger.


Antifa-Vorsitzender Werner Retzl, Bürgermeister Koits, Franz Welser-Möst


Bürgermeister Koits bei seiner Ansprache




Der ORF berichtete in seiner Sendung OÖ Heute über die Veranstaltung, der Tonmitschnitt der Sendung kann hier angehört werden:

(zur Nutzung der mp3 wird ein Abspielprogramm wie Quick-Time-Plug-In o.ä. benötigt)

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Niemals vergessen - Gedenkfeier in Ternberg

Im Rahmen des großen Sozialprojektes "72 Stunden ohne Kompromiss" wurde im Jahr 2008 im Jungscharhaus in Ternberg eine Erinnerungsstätte an die Insassen des KZ- und Arbeitslagers errichtet und eröffnet.
Am 28. Oktober 2011 fand die jährliche Gedenkfeier, veranstaltet von der Katholischen Jugend OÖ, Region Ennstal, statt. Als Ehrengäste konnten viele Vertreter aus der Politik, dem Mauthasenkomitee und der katholischen Kirche begrüßt werden.

von links nach rechts: Dr. Irmgard Aschbauer, Mag. Karl Ramsmayer, Mag. Martin Kranzl-Greinecker, Mag. Christoph Burgstaller, Mag. Michael Münzner, LAbg. Bgm. Franz Schillhuber, Mag. Cornelia Altreiter-Windsteiger, Bgm. Leopold Steindler, Prof. Mag. Dr. Adolf Brunnthaler, KonsR. Ludwig Walch.

Die Gedenkrede hielt Mag. Martin Kranzl-Greinecker. Er mahnte die Lebenden und ergriff Partei für die in Ternberg Verstorbenen während des Kraftwerkbaus und des Todesmarsches die so mancher gerne vergessen würde. Anschließend wurden die Namen derer beim Kraftwerksbau umgekommenen KZ-Häftlingen verlesen und von Jugendlichen wurde symbolisch je ein Stein in Stille niedergelegt.


 
Die Feier wurde durch Instrumentalmusik und vom Chor der HS Ternberg musikalisch gestaltet.


Zum Abschluss fand eine gemeinsame Kranzniederlegung bei der Gedenktafel statt.

Die Besichtigung des Gedenkraumes ist nach Anmeldung beim Regionsassistenten Herrn Gansinger (0676/8776 3305) möglich.

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 Wiederenthüllung der Gedenktafel an der Kremsbrücke am 25.10.2011

Am 25. Oktober wurde um 9.00 Uhr bei der Kremsbrücke in Ansfelden feierlich die neue Gedenktafel enthüllt, die an den Todesmarsch der ungarischen Juden erinnert. Die alte Tafel ist Anfang Mai 2010 von bisher nicht ausgeforschten Tätern zerstört worden. Treibende Kraft für diese Neuanbringung war die Ansfeldener VS-Lehrerin Hermine Hauer, die auch die Enthüllunsfeier mit ihren SchülerInnen migestaltete.


die neue Gedenktafel

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10 Jahre Antifa-Netzwerk in Oberösterreich

Am 1. Oktober 2011 fand zum zehnten Mal im Bildungshaus Schloss Puchberg in Wels das Jahrestreffen des "OÖ. Netzwerks gegen Rassismus und Rechtsextremismus" statt. 130 Vertreter von politischen, kirchlichen, kulturellen und humanitären Organisationen aus dem ganzen Bundesland informierten sich, diskutierten und stimmten vielfältige Aktivitäten ab. Und sie feierten das zehnjährige Bestehen ihres Netzwerks, das im Herbst 2001 im Bildungshaus gegründet worden war.


Begrüßt wurden die Teilnehmer vom Welser Bürgermeister Koits, vom Abgeordneten a.D. Gunther Trübswasser und vom Leiter des Bildungshauses Puchberg, Wilhelm Achleitner

Netzwerk-Sprecher Robert Eiter konnte berichten, dass heuer wieder fünf Organisationen beigetreten sind - darunter die Hochschülerschaft der Johannes-Kepler-Universität. Damit ist die Zahl der Mitgliedsorganisationen seit Gründung des Netzwerks von 26 auf 63 gestiegen. "Ein echtes Erfolgsmodell", nennt Eiter das Netzwerk. "In keiner anderen europäischen Region arbeiten so viele verschiedene Organisationen bei der Bekämpfung von Rechtsextremismus und Fremdenhass zusammen wie in Oberösterreich."


Am Engagement offizieller Stellen übten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Treffens aber harte Kritik: Der Umgang von Landesregierung, Sicherheitsbehörden und Strafjustiz mit dem zunehmenden Rechtsextremismus sei völlig unzureichend. Das Wegschauen und Verharmlosen müsse endlich aufhören, heißt es in einem Beschluss. Das Netzwerk fordert u.a. eine Erklärung der Landesregierung, dass der Rechtsextremismus auch in Oberösterreich ein gravierendes Problem darstellt, ein umfassendes Maßnahmenpaket zu seiner Bekämpfung, genügend motivierte Beamte für den Verfassungsschutz sowie eine konsequente Fahndung nach neonazistischen Tätern. Ebenfalls verlangt wird, dass staatliche Einrichtungen ihre Geschäfte mit Unternehmen, bei denen rechtsextreme Verbindungen bekannt werden, endgültig abbrechen. Kürzlich war ein berüchtigter Neonazi aufgeflogen, den ein Welser Medienunternehmen unter falschem Namen als Journalist beschäftigt hatte.

In vier Workshops befassten sich die Teilnehmer mit den Themen "Braune Schwestern - Frauen in der rechtsextremen Szene", "Aktuelles zum Bleiberecht", "Graue Wölfe - Türkischer Faschismus in Österreich" und "Rechtsextreme Symbole, Codes, Musik und Kleidung".


Originell auch die Kulturbeiträge: einige Musikkabarett-Nummern von Max Neuhofer und antirassistische Gedichte in Innviertler Mundart von Elfi Grömer.

Das Hauptreferat auf dem Treffen hielt Gregor Mayer, der Korrespondent des Nachrichtenmagazins "profil" in Ungarn. Er schilderte aufrüttelnd, wie der ungarische Regierungschef Viktor Orban und seine nationalistische FIDESZ-Partei unser Nachbarland Schritt für Schritt in eine Diktatur verwandeln. Längst seien Minderheiten wie Roma und Juden gefährdet. Da die EU diese menschenverachtende Entwicklung ignoriere, müsse die Zivilgesellschaft in ganz Europa Widerstand organisieren, so Mayer.


In den Pausen an Info-Tische und zum Abschluss beim kleinen Buffet wurden zahlreiche informelle Gespräche geführt.

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Mauthausen-Komitee-Treffen

Am Vormittag des 1. Oktober 2011 tagten in Wels / Schloss Puchberg die Delegierten der oö. Organisationen des Mauthausen-Komitees. Von den einzelnen Gruppen wurde über die heurigen und über geplante Tätigkeiten berichtet und über gemachte Erfahrungen diskutiert. Es folgten Vorschauen für 2012, die große Befreiungsfeier im ehemaligen KZ Mauthausen wird am Sonntag, den 13. Mai 2012 stattfinden, das Schwerpunktthema für 2011 lautet "Rassistische Verfolgung - Von der Ausgrenzung zur Vernichtung. Die Verfolgung der europäischen JüdInnen und der Roma und Sinti". Aus dem MKÖ gab es Berichte über Jugendprojekte, Guide-Ausbildungen auch für die Außenlager und die Infos über den Zeitrahmen der Vorbereitungen für die Befreiungsfeiern 2012.



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Brucknergymnasium übernahm Patenschaft für Mahnmal

WELS. Am 5. Juli 2011 übernahm das Brucknergymnasium vor dem Haus Porzellangasse 38 im Rahmen einer Feierstunde die Patenschaft für das dortige Mahnmal. Dieses Mahnmal erinnert an einen Brandanschlag, den ein junger Neonazi im Mai 1997 aus Fremdenhass verübte. Durch den Anschlag wurden zehn Menschen zum Teil schwer verletzt, der aus Mazedonien stammende Arbeiter Sukri Arifi kam ums Leben.
Bürgermeister Peter Koits konnte bei der Feierstunde rund 80 Teilnehmer begrüßen. Er dankte der Direktorin des Brucknergymnasiums, Elisabeth Kölblinger, für das Engagement ihrer Schule. Ziel der Patenschaft ist neben der praktischen Pflege des Mahnmals, den Brandanschlag und seine Opfer nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und als Konsequenz daraus immer wieder Zeichen gegen Rassismus und Neonazismus sowie für Menschlichkeit und gleichberechtigtes Zusammenleben zu setzen.
Der Vorsitzende der Welser Initiative gegen Faschismus (Antifa), Werner Retzl, wies in seiner Rede darauf hin, dass derzeit nicht nur die offen rechtsextremen Strömungen in der Gesellschaft zunehmen. Fremdenangst und Fremdenhass seien auch in die demokratischen Parteien eingedrungen und führten zu einer immer brutaleren Ausgrenzung ohnehin diskriminierter Gruppen wie Flüchtlinge, Bettler und Roma. Es gelte, diese unmenschliche Entwicklung mit Hilfe breiter Bündnisse konsequent zu bekämpfen, betonte Retzl.
Schüler des Brucknergymnasiums umrahmten die gelungene Feierstunde - u.a. durch Musik von Franz Schubert und durch eigene Texte zum Thema.


von rechts nach links: Bürgermeister Peter Koits, Direktorin Elisabeth Kölblinger und Antifa-Vorsitzender Werner Retzl mit den Patenschaftsurkunden vor dem Mahnmal -
hier die Rede von Werner Retzl - Bildrechte: Stadt Wels

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Bachmanning: Gedenktafel für lokale NS-Opfer enthüllt

Am 21. Juni 2011 wurde vor dem Gemeindeamt von Bachmanning eine Gedenktafel für die lokalen NS-Opfer enthüllt. Rund 80 Personen nahmen an der Feierstunde teil. Bürgermeister Franz Brenneis (ÖVP) und Vizebürgermeister Franz Rapold (SPÖ) konnten zahlreiche Gäste begrüßen, darunter Vertreter des Mauthausen Komitees Österreich und der Welser Initiative gegen Faschismus (Antifa). Die Gedenkinitiative Bachmanning stellte in berührender Weise die lokalen NS-Opfer vor: die Häftlinge des KZ-Nebenlagers Bachmanning, die Sinti-Familie Rosenfels-Jungwirth, den kommunistischen Widerstandskämpfer Alois Steiner sowie die Säuglinge Paul und Wladimir, die von osteuropäischen Zwangsarbeiterinnen im Ort geboren worden und im "Fremdvölkischen Kinderheim" Schloss Etzelsdorf in Pichl ums Leben gekommen waren.
Der Bezirkshauptmann von Wels-Land, Josef Gruber, betonte in seiner Rede die Wichtigkeit des Erinnerns: Seltsamerweise werde von manchen Kreisen ein "Schlussstrich" immer nur dann gefordert, wenn es um die NS-Verbrechen gehe. Diesen "Schlussstrich" könne und dürfe es aber nicht geben, weil Rechtsextremismus, Fremdenhass und Intoleranz auch heute eine Gefahr für die Menschenrechte seien. Es gelte, dieser Gefahr konsequent entgegenzutreten, so Gruber.


Bezirkshauptmann Josef Gruber und Brigitte Oberndorfer von der Gedenkinitiative Bachmanning nach der Enthüllung der Tafel (Foto: Gerhard Kellner)

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Bürgermeister Koits feierte seinen 70er

Ein Politiker mit Haltung

Am 9. Mai feierte der Welser Bürgermeister Dr. Peter Koits seinen 70. Geburtstag. Unter den zahlreichen GratulantInnen waren auch der Sprecher des OÖ. Netzwerks gegen Rassismus und Rechtsextremismus, Dr. Robert Eiter, und der Welser Antifa-Vorsitzender Mag. Werner Retzl. Wie von Koits gewünscht, brachten sie keine Geschenke mit, sondern spendeten stattdessen für einen Kinder- und Jugendförderungspreis. Diesen Preis hat der Bürgermeister neu begründet.

Dr. Peter Koits ist wohl derjenige aktive Politiker in Oberösterreich, der am meisten für antifaschistische Anliegen und Ziele getan hat. Gemeinsam mit der Welser Antifa-Initiative entwickelte er das "Welser Modell", in dessen Rahmen bereits mehr als 40 Projekte umgesetzt wurden und werden: Straßenbenennungen, Mahnmale, Kundgebungen, Zeitzeugenprogramme, Schulpatenschaften, Buchgeschenkaktionen, lokalgeschichtliche Forschungen, humanitäre Aktivitäten, Einladungen an überlebende NS-Verfolgte und vieles mehr. Weder in Österreich noch in Deutschland dürfte es eine Stadt vergleichbarer Größe geben, die diesbezüglich so vieles unternimmt wie Wels. Das ist zu einem beträchtlichen Teil das Verdienst von Bürgermeister Koits.
Für sein demokratisches Engagement musste er mehrfach Anfeindungen, Verleumdungen und sogar Drohungen aus rechtsextremen Kreisen ertragen. Geändert hat er seine Haltung trotzdem nicht. Dafür gebührt ihm großer Respekt.
Natürlich gibt es fallweise auch Meinungsverschiedenheiten zwischen Bürgermeister Koits und der antifaschistischen Bewegung. Aber noch immer ist es gelungen, solche Fragen fair und sachlich zu lösen. Und noch immer hat er bewiesen, dass er zu lebhaften Debatten und offener Kritik ein konstruktives Verhältnis hat.
Das OÖ. Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus und die Welser Initiative gegen Faschismus (Antifa) wünschen Bürgermeister Dr. Peter Koits zu seinem runden Geburtstag alles Gute! Sie danken ihm für die erfolgreiche Zusammenarbeit über viele Jahre und hoffen, dass diese Zusammenarbeit noch lange fortgesetzt wird.

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Befreiungsfeier am 8. Mai 2011 im ehemaligen KZ Mauthausen

7.000 Besucher/innen bei der Befreiungsfeier in Mauthausen

Die Nationalsozialisten überzogen in ihrer nur 12 Jahre währenden Herrschaft Europa mit einem engmaschigen Netzwerk des Terrors, um ihre Diktatur des Hasses und des Rassenwahns zu festigen. Daran und das dies kein singuläres, abgeschlossenes Kapitel der Geschichte war, erinnern die diesjährigen Gedenkfeiern in Erinnerung an die Befreiung Europas von der NS-Diktatur vor 66 Jahren.
Bei der heutigen Internationalen Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen betonte Willi Mernyi, der Vorsitzende des Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) vor den anwesenden rd. 10.000 Gästen aus aller Welt, wie wichtig ist zu erkennen, was damals geschah und welcher Auftrag der heutigen Gesellschaft daraus erwächst: "Das Netzwerk des Terrors der Nazis konnte nur funktionieren, weil es auch ein informelles Netzwerk von Mitläufern und Mittätern gab. Die Beschäftigung mit diesem Aspekt führt uns unweigerlich zur Frage von Zivilcourage und zur Frage von Engagement gegen rechtsextreme Netzwerke."
Vor einigen Tagen wandten sich die Überlebenden-Organisationen Comité International de Mauthausen und Österreichische Lagergemeinschaft Mauthausen sowie das MKÖ an die politische Spitze des Landes, um ein konsequentes Vorgehen gegen die zunehmenden rechtextremistischen Straftaten zu fordern. So sind bis heute die Schändungen der KZ-Gedenkstätte Mauthausen sowie zahlreiche weitere Gesetzesübertretung unaufgeklärt.

Die Gedenkfeiern begannen an den Denkmälern und Gedenkstätten der betroffenen Nationen und Opferorganisationen


am jüdischen Mahnmal


die Gedenkstätte der Roten Armee


die Delegation der Sozialdemokratischen Freiheitskämpfer


Kundgebung des KZ-Verbandes


Gedenken der ÖVP


Nationalratspräsidentin Barbara Prammer

Um elf Uhr begann der Einzug der Delegationen auf den ehemaligen Appellplatz


Willi Mernyi vom Mauthausenkomitee bei seiner Ansprache


Mercedes Echerer begrüßte 2011 die Delegationen

Von drei Redner wurden kurze Statements abgegeben, in die Beiträge von Ilmi Bani, Daniel Simon und Arnold Kaufman kann hier Einsicht genommen werden.


österreichische Politiker an der Spitze des Delegationszuges


die Delegationen der italienischen Gemeinden und Regionen bildeten wie jedes Jahr den farbenprächtigen Hauptteil der Veranstaltung


österreichische Delegationen dieser Art gibt es nicht, darum waren die beiden Gemeinden aus Österreich, die aufgrund von Städtepartnerschaften eigene Delegationen entsandten, im Block der Italiener zu finden - Ebensee und Mauthausen


die österreichisch-kubanische Gesellschaft weist darauf hin:
auch für in den USA gefangene Kubaner gelten die Menschenrechte


die russische Delegation


Veteranen an der Spitze der US-Delegation -
das KZ Mauthausen wurde von US-Truppen befreit


Delegation des KZ-Verbandes


wie immer als letzte Gruppe: die Sozialistische Jugend


nach Ende der Veranstaltung und unter herannahenden Regenwolken leerte sich der ehemalige Appellplatz des Konzentrationslagers Mauthausen rasch

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Welser Antifa: 5.000 Euro für Ute Bock

Das Welser 'Soundtheatre' platzte am 9.3.2011 aus allen Nähten, viele der rund 400 Besucherinnen und Besucher mussten sich mit einem Stehplatz begnügen - aber alle wollten Ute Bock live erleben.


Werner Retzl, Ute Bock, Andrea Bauer

Im Anschluss an den Film 'Die verrückte Welt der Ute Bock' beantwortete Ute Bock zahlreiche Fragen aus dem Publikum. Das Gespräch moderierte Andrea Bauer (Vorstandsmitglied der Welser Initiative gegen Faschismus): "Ute Bock ist zu einem Symbol für den menschlichen Umgang mit AsylwerberInnen geworden. Ein Besucher der gestrigen Veranstaltung hat es auf den Punkt gebracht: ‚sie ist beeindruckend, furchtlos, agil, schlagfertig und nicht zuletzt voller Humor.' Der bittere Beigeschmack und eigentlich eine Schande für Österreich ist, dass Private wie Ute Bock Aufgaben des Staates übernehmen müssen!"
Denn: Ute Bock kümmert sich rund um die Uhr um den ‚Verein Flüchtlingsprojekt Ute Bock' - anfänglich ein kleines Wohnprojekt, das mittlerweile ca. 60 Wohnungen umfasst, in denen mehr als 300 Menschen Unterkunft und Verpflegung erhalten. Zusätzlich hat sie für mehr als 1000 AsylwerberInnen, die keine staatliche Unterstützung erhalten, aber auch nicht arbeiten dürfen, zumindest eine Meldeadresse und juristische Beratung, damit sie ihr Asylverfahren weiterführen können, organisiert.
Ute Bock über ihre Arbeit: "Ich bin Erzieherin und nicht Polizist oder Richter. Meine Aufgabe ist es, jungen Menschen zu einer Ausbildung oder einer Arbeit zu verhelfen und sie zu unterstützen, ein einigermaßen lebenswertes Leben führen zu können. Für mich müsste jeder Mensch dieselben Möglichkeiten und Chancen haben. Ich glaube nicht, dass es klug ist, eine Gruppe von Unzufriedenen und Benachteiligten zu schaffen. Selbst wenn es einmal so sein sollte, dass diese Menschen in ihre Heimat zurückkehren können oder müssen, ist es besser, sie haben hier etwas gelernt, sind hier gut behandelt worden und können das hier Erfahrene in ihre Heimatländer mitnehmen, als sie sind Unzufriedene, die das Gefühl haben, zu kurz gekommen zu sein, sind Alkoholiker, Drogenabhängige und Kriminelle."
Für ihr Engagement wurde Ute Bock bereits mehrfach ausgezeichnet.
Der Vorstandsvorsitzender der Welser Antifa Werner Retzl: "Nach wie vor erhält der Verein Ute Bock keinerlei staatliche Zuwendungen und ist auf Spendengelder und Sponsoren angewiesen. Wir sind überwältigt von der Spendenfreudigkeit der Gäste und freuen uns sehr, dass wir Ute Bock gestern rund 5.000 Euro für ihren Verein überreichen konnten!"
Spendenkonto: siehe www.fraubock.at

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Delegiertentreffen der Mauthausenkomitees

Wie jedes Frühjahr konnte MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi in Linz Delegierte der Gruppen des Mauthausen Komitees Österreich zum Erfahrungs- und Informationsaustausch begrüßen. In einer ganztägigen Konferenz wurde am 5.3.11 zu den Befreiungs- und Gedenkfeiern 2011 "Netzwerk des Terrors" informiert, die schriftlich vorliegenden Kurzberichte der MK-Gruppen wurden besprochen, über Neuigkeiten aus Österreichischen Lagergemeinschaft und dem Internationalen Mauthausenkomitee gab es Berichte. Die MKÖ-Projekte "Zivilcorage", neue Publikationen des MKÖ u.ä. boten weitere Gesprächsstoffe, ebenso wie die in Vorbereitung befindliche Ausbildung von Außenlager-Guides, die in Zukunft für die Betreuung von Besuchergruppen bei den zahlreichen KZ-Außenlager zur Verfügung stehen sollen. In den Veranstaltungspausen konnten sich die Teilnehmer direkt miteinander austauschen.

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Buchpräsentation

Am 28. Februar 2011 wurde im Linzer Wissensturm das neueste Buch aus der edition mauthausen präsentiert.
 

Nach den Begrüßungsworten des Linzer Vizebürgermeisters Klaus Luger stellte die Linzer Autorin und Ernährungswissenschafterin Christine Stahl einem großen und interessierten Publikum die Ergebnisse ihrer Forschungen vor.
In diesem Buch zeichnet Christine Stahl erstmals die Umstände der katastrophalen Ernährungssituation der KZ-Häftlinge im Konzentrationslager Mauthausen nach.
Die Bilder ausgemergelter Häftlinge, ihre eingefallenen Gesichter und ihre hervorstehenden Rippen, Männer und Frauen mit vielfach weniger als der Hälfte ihres normalen Körpergewichts gehören untrennbar zu den Vorstellungen eines Konzentrationslagers. Die Menschen im KZ mussten nicht nur hungern, sondern gleichzeitig schwere Zwangsarbeit leisten. So präsent die Bilder der ausgezehrten KZ-Häftlinge im kollektiven Gedächtnis sind, auf viele ernährungs- und medizinhistorische Fragen gab es aber bisher keine erschöpfenden Antworten:
Was und wie viel bekamen die Inhaftierten überhaupt in welcher Form zu essen?
Von welchen Stellen im KZ wurden den Häftlingen systematisch Lebensmittel entzogen bzw. vorenthalten?
Wie konnten manche unter derartigen Umständen doch überleben?
Wie wirkte sich das alles auf die sozialen Strukturen der Häftlingsgesellschaft aus?
Wie war die interne Ernährungswirtschaft organisiert?
Welchen (ernährungs-)medizinischen Versuchen waren die Häftlinge im KZ Mauthausen ausgesetzt?
In dieser interdisziplinären Studie spannt die Autorin einen weiten inhaltlichen Bogen ausgehend von der allgemeinen Ernährungspolitik des Dritten Reiches bis hin zur dramatischen Situation im Konzentrationslager am untersten Ende der rassenideologisch gestaffelten Versorgungshierarchie.
In diesem Buch wird unter anderem die KZ-Unterernährung auch zum ersten Mal objektiv wissenschaftlich auf ihren ernährungsphysiologischen Wert und die fatalen Folgen für den menschlichen Organismus analysiert. Außerdem erfolgt erstmals eine komplexe, übersichtliche Darstellung der (ernährungs-)und pseudo-medizinischen Versuche im KZ Mauthausen.
Aus der Summe dieser neuen Forschungsergebnisse ist es nun möglich, die oben gestellten Fragen zu beantworten. Dieses Buch besticht durch zahlreiche, noch nie aufgearbeitete Quellen und Zeitzeugeninterviews.
Christine Stahl: Sehnsucht Brot, Essen und Hungern im KZ-Lagersystem Mauthausen, 340 Seiten, edition mauthausen, ISBN 978-3-902605-19-1, Preis 18,90.

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Oberösterreichisches Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus