Sie sind hier: Netzwerk-Infos

Info

Auf dieser Seite werden die Aussendungen des oö. Antifa-Netzwerkes wiedergeben und auch aktuelle Meldungen u.ä. aus anderen Medien eingebaut
Ladezeit: Breitband (ADSL 2048): 7 Sekunden, 56-Modem: ca. 4 Minuten


Ali Grasböck schrieb am 9.3.2010 in den OÖN über den Frühjahrsputz - hier ein Auszug:

 Nach oben


Presseaussendung der SPÖ-Oberösterreich vom 8.3.2010:

Ackerl: Strafjustiz muss endlich gegen NVP und "Bunte" vorgehen -
Welser FPÖ-Politiker unterstützte demokratiefeindliche Gruppen:

SPOÖ fordert Wieser-Rücktritt!
Die Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes am vergangenen Freitag, die Wahlanfechtung der Welser Bürgerliste "Die Bunten" abzulehnen, hat nicht nur zur Folge, dass die im Vorjahr in der Messestadt durchgeführten Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen gültig sind. "Damit wird auch die Begründung der Stadtwahlbehörde für den Wahlausschluss der "Bunten" bestätigt, nämlich der dringende Verdacht auf nationalsozialistische Wiederbetätigung!" so Ackerl. Die Stadtwahlbehörde hatte deshalb sogar Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Wels erstattet.
Im Fall der "Nationalen Volkspartei" (NVP) ist die Landeswahlbehörde analog vorgegangen: Der NVP wurde die Zulassung zur Landtagswahl verweigert, und sie wurde wegen des Verdachts auf NS-Wiederbetätigung bei der Staatsanwaltschaft Linz angezeigt. Die Wahlanfechtung der NVP hat der Verfassungsgerichtshof bereits im Dezember abgelehnt. Die SPÖ Oberösterreich verlangt jetzt, dass die Strafjustiz und der Verfassungsschutz endlich konsequent gegen die NVP und die "Bunten" vorgehen. "Es kann nicht sein, dass ein Höchstgericht NS-Wiederbetätigung vorliegen sieht, aber die für die Strafverfolgung zuständigen Behörden nie zu Ergebnissen kommen!" so Ackerl. "Demokratiefeindliche Gruppen wie NVP und "Bunte" müssen aufgelöst und ihre Rädelsführer vor Gericht gestellt werden!"
Ins Visier nimmt die SPÖ Oberösterreich auch die FPÖ und ganz besonders den blauen Welser Vizebürgermeister Bernhard Wieser. Wieser hatte sich sowohl für die NVP als auch für die "Bunten" stark gemacht. Die "Bunten" seien aus Gründen der Demokratie zu Wahlen zuzulassen, hatte er verkündet. Dementsprechend war die FPÖ die einzige Partei gewesen, die in der Stadtwahlbehörde für die "Bunten" gestimmt hatte. Zugunsten der NVP hatte Wieser sogar eine Unterstützungserklärung unterschrieben. Wie die Tageszeitung "Kurier" berichtete, wurden auch nach der Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes über die NVP in Wiesers Rathausbüro noch NVPWerbekugelschreiber benutzt.
Wegen der auffallenden Nähe des Welser FPÖ-Obmanns und Vizebürgermeisters zu gleich zwei demokratiefeindlichen Gruppen fordert die SPÖ Oberösterreich vehement seinen Rücktritt. "Bei der bedenklichen Haltung des ehemaligen Richters Wieser handelt es sich nicht nur um einen völligen Mangel an Rechtsempfinden, sondern auch um kaum verhohlene Sympathie für rechtsextremistische Strömungen!" meint Ackerl. "Eine solche Person hat in der Regierung der siebtgrößten Stadt Österreichs nichts verloren!" Wieser solle sofort alle seine politischen Funktionen zurücklegen, um Wels nicht weiter zu schaden. Und die FPÖ solle sich für ihre und seine Fehler in diesem Zusammenhang öffentlich entschuldigen. Andernfalls sei klar, dass die FPÖ als Gesamtpartei mit demokratiefeindlichen Einstellungen sympathisiere.

 Nach oben


Antifa-Netzwerk-Info Nr. 320 vom 8. März 2010 -
Internationaler Frauentag  

1) In Zeiten wie diesen haben wir AntifaschistInnen ja nicht viele Gelegenheiten, uns wirklich zu freuen. Am 5. März 2010 allerdings war eine solche Gelegenheit: Da haben wir erfahren, dass die Wahlanfechtung der rechtsextremen Welser Bürgerliste "Die Bunten" vom Verfassungsgerichtshof abgelehnt wurde.
Mehr noch: Diese Ablehnung erfolgte nicht - wie im Dezember bei der "Nationalen Volkspartei" (NVP) - wegen Formalfehlern der Anfechtung, sondern mit einer klaren inhaltlichen Begründung. Die von den "Bunten" und ihrem Listenführer Ludwig Reinthaler betriebene Ausländerhetze ist ein "Akt der Wiederbetätigung" im Sinne des Verbotsgesetzes, urteilte das Höchstgericht.
Mit Sicherheit ein großer Erfolg des oö. Netzwerks und ein Meilenstein der österreichischen Rechtskultur! (Vor den "Bunten" und der NVP ist nur die Liste "Nein zur Ausländerflut" wegen NS-Wiederbetätigung von einer Wahl ausgeschlossen worden. Das war 1990/91.)
Ludwig Reinthaler, der monatelang behauptet hatte, der Verfassungsgerichtshof werde ihm Recht geben, schäumt jetzt, Österreich sei eine "versteckte Diktatur". Der "Bunten"-Führer will politisch aktiv bleiben, die FPÖ-Bundespräsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz unterstützen und das Verbotsgesetz bekämpfen ...
Das oö. Netzwerk fordert, dass die Strafjustiz und der Verfassungsschutz endlich konsequent gegen die "Bunten" und die NVP vorgehen! Immerhin haben die Wahlbehörden schon vor mehr als einem halben Jahr Anzeigen wegen NS-Wiederbetätigung erstattet.
(zum Thema ein Kurier-Artikel, der am 6.3.2010 erschienen ist.)

2) Die KZ-Gedenkstätte Mauthausen wurde neuerlich beschmiert. Es dürfte sich um dieselben Täter handeln wie im Februar 2009. Wieder wurde in großen roten Lettern eine sowohl xenophobe als auch antisemitische Parole auf die Außenmauer der Gedenkstätte gesprüht: "Türk und Jud, giftig's Blut".


das mit einer Plane abgedeckte Geschmiere an der KZ-Mauer

Ausgesprochen skandalös ist ein Vertuschungsversuch des zuständigen Innenministeriums: "Obwohl im Vorjahr anders vereinbart, hat das Ministerium weder uns noch den Mauthausener Bürgermeister informiert", kritisiert Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ).
"Hätte uns nicht ein Passant den Vorfall gemeldet, wäre er überhaupt nicht an die Öffentlichkeit gelangt", ist die Mauthausener Landtagsabgeordnete Gertraud Jahn (SPÖ) überzeugt.
Das Innenministerium wollte anfangs auch kein Fotomaterial freigeben. Mernyi ortet eine Verharmlosungsstrategie. Sicher zu Recht: Laut der Tageszeitung "Österreich" ist die neuerliche Schändung der KZ-Gedenkstätte für Landeshauptmann Josef Pühringer zwar "bedauerlich". Verstärkte Maßnahmen gegen die rechtsextreme Szene hält er aber nicht für sinnvoll: "Gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen." (!!)

3) Wie bereits angekündigt, findet am Samstag, dem 17. April, in Braunau unter dem Motto "Soziale Gerechtigkeit statt rassistische Hetze" wieder eine große antifaschistische Demonstration statt (Treffpunkt um 15.00 Uhr vor dem Bahnhof). Auch unser Netzwerk ruft zur Teilnahme auf.
Vor einigen Tagen haben Neonazis im Internet mit gewalttätigen Aktionen und Blockaden gedroht. Das Bündnis "Braunau gegen rechts" lässt sich aber nicht einschüchtern: Es ist an die Öffentlichkeit gegangen und hat ein großes Medienecho erzielt.
Die Polizei will für den ungestörten Ablauf der Demo sorgen, so Sicherheitsdirektor Alois Lissl (Anm.: hoffentlich nicht in der gleichen Weise wie am letzten 1. Mai in Linz).
Am wichtigsten wird sein, dass am 17. April möglichst viele AntifaschistInnen mitdemonstrieren!

4) Tipps zur FPÖ-Bundespräsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz:
Die Titelgeschichte in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" (nachzulesen auch im Internet)


Aus dem PROFIL Nr. 10 vom 8.3.2010

Die Facebook-Seite "Gegen Barbara Rosenkranz als Bundespräsidentin" des Wiener Politikstudenten Robert Slovacek

 Nach oben


Die Kronenzeitung hatte die Kandidatur von Barbara Rosenkranz für die Präsidentenwahl groß und wohlwollend bekanntgegeben (siehe weiter unten) und sie quasi zur Kandidatin der Kronenzeitung gemacht.
Die Äußerungen der FPÖ-Kandidatin, man möge "freie Meinungsäußerung" auch für NS-Ansichten - etwa für das Bestreiten des Holocaust - zulassen, also das NS-Verbotsgesetz entsprechend abändern, kamen in der Öffentlichkeit nicht sehr gut an, sogar H.C. Strache ruderte zurück. Auf der Kronenzeitung-Homepage erschien am 5.3. der folgende Text:

Gehorsam gab Rosenkranz diese Erklärung ab. Sie nimmt alles bisher Gesagte zurück und behauptet ab sofort das Gegenteil. Welch Heuchelei und welch billiger Opportunismus!

 Nach oben


ORF- Ö1 Abendjournal vom 4.3.2010

Bundespräsidentenwahl - Klagen und Empörung rund um Rosenkranz

Grund für die Aufregung und nun auch einen juristischen Kampf sind die Aussagen der Freiheitlichen Kandidatin ums Bundespräsidentenamt, Barbara Rosenkranz, die weiterhin eine Aufhebung des Verbotsgesetz fordert. Der Wiener Rechtsanwalt Georg Zanger erstattete Strafanzeige wegen Wiederbetätigung, was die FPÖ veranlasste, ebenfalls mit rechtlichen Schritten zu kontern. Zanger sieht in den Aussagen von Rosenkranz zumindest eine "Vorbereitungshandlung" zur Wiederbetätigung. Die FPÖ kündigte eine Disziplinaranzeige bei der Rechtsanwaltskammer an.

Klare Worte Fischers Abgesehen von diesem Rechtsstreit schlug Amtsinhaber Heinz Fischer vor, eine "Feuermauer" gegenüber der Nazizeit zu errichten. Ohne den Namen Rosenkranz in den Mund zu nehmen, sagt Fischer bei einer Veranstaltung in Klagenfurt: "Jemand, der sich zur Zweiten Republik bekennt, kann das, was während des Zweiten Weltkrieges passiert ist, weder gutheißen, noch lobpreisen, noch verherrlichen", so Fischer. "Es ist nicht so, dass es verboten wurde, eine harmlose Diskussion zu führen". Verboten seien vielmehr die NSDAP und deren Organisationen sowie deren Wiedererrichtung.

Auf Distanz zu Rosenkranz Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl (ÖVP) distanzierte sich von der FPÖ-Kandidatin und würdigte erneut die Leistungen Fischers, ohne jedoch eine Wahlempfehlung abzugeben. BZÖ-Obmann Josef Bucher wollte sich nicht ganz so konkret zu den Aussagen über das Verbotsgesetz äußern, diese würden sich "selbst richten". Prominente Unterstützung aus den eigenen Reihen erhielt Rosenkranz hingegen vom früheren Vizekanzler und Sozialminister Herbert Haupt.

"Erschreckender Rechtsruck" Besorgnis über die Aussagen der blauen Kandidatin gibt es auch jenseits der österreichischen Grenzen. Rosenkranz sei "kein Betriebsunfall", sondern ein weiteres Beispiel für den "erschreckenden Rechtsruck" in Europa, sagte der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer. Dieses Problem sei zwar in ganz Europa verbreitet, Österreich habe jedoch eine "bedauerliche Führungsrolle". Schon Jörg Haider sei "eine Integrationsfigur für die Rechten über die österreichischen Grenzen hinaus gewesen". Diese "unschöne Rolle" des Landes setze sich wohl fort.

 Nach oben


FIR-Aufruf anlässlich des geplanten neofaschistischen Aufmarsches in Budapest: Weder Dresden noch Budapest - Stoppt internationale neofaschistische Aufmärsche

Die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) - Bund der Antifaschisten betrachtet die Situation mit Sorge, dass neofaschistische Gruppen in verschiedenen europäischen Ländern internationale Manifestationen und Aktionen zur Rehabilitierung des Naziregimes und deren Verbrechen organisieren. Neofaschisten wollen in Budapest am 6. März 2010 einen "Tag der Ehre" zelebrieren. Faktisch wollen sie an die Kollaboration zwischen ungarischen Faschisten und der deutschen SS im Kampf gegen die sowjetische Armee erinnern. Deutsche Neonazis wollten am 13. Februar 2010 in Dresden einen "Trauermarsch" zum Gedenken der Bombenopfer von 1945 durchführen - aber nur unter dem Motto: "Die Deutschen als Opfer". Diese Provokation wurde von mehreren tausend Antifaschisten gestoppt. Sie blockierten erfolgreich den Aufmarsch der faschistischen Gruppen. Zu beiden Ereignissen luden Neofaschisten internationale Gäste zur Teilnahme ein. Auf diese Weise wollen sie ein Netzwerk der extrem-rechten Strukturen in Europa knüpfen.

Die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) - Bund der Antifaschisten protestiert gegen solche neofaschistische Provokationen und unterstützt alle Aktivitäten der Mitgliedsverbände und von Initiativen der Zivilgesellschaft solche neofaschistischen Aufmärsche zu stoppen. Die FIR ruft die politisch verantwortlichen auf, ihren Einfluss und ihre Möglichkeiten zu nutzen, solche neofaschistischen Provokationen zu unterbinden - auch mit juristischen Mitteln. In welcher Verkleidung Neonazis auch an die Öffentlichkeit treten mögen, ob unter dem Deckmantel des Gedenkens oder als Wahlkampfveranstaltung, es bleibt die einfache Wahrheit: "Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!"

 Nach oben


 Nach oben


Antifa-Netzwerk-Info 319a vom 3.3.2010

Aktuelles: Breites Medienecho auf Offenen Brief gegen FPÖ-Rabls Deutschtests

Der nachstehende Offene Brief von 21 Welser Vereinen, Organisationen und Einrichtungen hat gestern und heute ein breites Medienecho ausgelöst: u.a. wurde in Radio Oberösterreich, im Life-Radio, im "Kurier", in "Österreich" und in den "OÖ. Nachrichten" berichtet. Andere Medien folgen noch. Das zeigt: Zivilgesellschaftlicher Widerstand gegen die fremdenfeindlichen Vorstöße der FPÖ ist wirksam und wichtig!

OFFENER BRIEF
Ergeht an
die SPÖ- und ÖVP-Mitglieder des Welser Stadtsenates sowie an
den Fraktionsobmann der Welser ÖVP und
die Fraktionsobfrau der Welser Grünen
Sehr geehrter Herr .................!
Sehr geehrte Frau ..................!

Wir, die unterzeichneten Welser Vereine, Organisationen und Einrichtungen, weisen den Plan des FPÖ-Wohnungsstadtrats Rabl, die Vergabe öffentlicher Wohnungen von Deutschtests abhängig zu machen, scharf zurück.
Selbstverständlich sollen alle hier Lebenden die deutsche Sprache möglichst gut erlernen. Dafür sind noch wesentlich mehr Bildungsmaßnahmen als bisher erforderlich, Maßnahmen, die schon im Kindergarten beginnen.
Menschen aber eine benötigte Wohnung wegen eines Sprachtests zu verweigern, wäre unsozial und diskriminierend - das gerade Gegenteil von Integration.
Tatsächlich hat die FPÖ gar nicht die Absicht, die Integration von Zuwanderern zu fördern. Denn sie profitiert von Integrationsproblemen.
Diese helfen ihr, Bevölkerungsgruppen gegeneinander auszuspielen, Neid und Vorurteile zu schüren und bei Wahlen mit fremdenfeindlicher Propaganda zu punkten.
Rabls Plan ist nur ein Versuch der Freiheitlichen, die Diskriminierung von MigrantInnen voranzutreiben.
FPÖ-Wohnbaulandesrat Haimbuchner wollte Nicht-EU-StaatsbürgerInnen, die in Oberösterreich leben, die Wohnbeihilfe streichen. Die anderen Parteien haben das verhindert. (Haimbuchners Reaktion besteht darin, die Information zu den Wohnbeihilfeanträgen zwar weiterhin in Deutsch, Englisch und Französisch, aber nicht mehr in Türkisch und Serbokroatisch anzubieten.)
Wir unterzeichneten Vereine, Einrichtungen und Organisationen fordern SPÖ, ÖVP und Grüne auf, zu Rabls Deutschtests ein klares Nein zu sagen und ebenso zu jedem sonstigen Diskriminierungsversuch. Ein klares Nein hat übrigens auch die Bevölkerung in einer mehrtägigen Internet-Umfrage der Bezirksrundschau Wels gesagt: 88 Prozent waren gegen die Deutschtests. Der renommierte Verfassungsexperte Univ.-Prof. Dr. Bernd-Christian Funk hält Rabls Plan für eindeutig menschenrechtswidrig und damit verfassungswidrig.
Nicht nur die Deutschtests müssen verhindert werden. Wir werden gemeinsam alle demokratischen Möglichkeiten nutzen, um die fremdenfeindliche und inhumane Politik der FPÖ wirksam zu bekämpfen!

Mit dem Ersuchen um baldige Antwort und mit freundlichen Grüßen,

Welser Initiative gegen Faschismus (Antifa), Land der Menschen Wels, Plattform Pro Integration, Caritas für Menschen in Not - Flüchtlingshilfe, Volkshilfe Wels, Arbeiterkammer Wels, ÖGB-Frauen Wels, Zentralbetriebsrat Klinikum Wels-Grieskirchen, Bildungshaus Puchberg, Treffpunkt Mensch & Arbeit, Integrationsbüro Mosaik, migrare - Zentrum für MigrantInnen, Albanischer Kulturverein, Alevitischer Kulturverein, ATIB, Bosnisch-Österreichisches Kulturzentrum, DIDF, Islamischer Kulturverein, Türkisch-Islamische Kultur- und Sportunion, Verein Kroatisches Heim Wels, WEAACO

 Nach oben


Hier eine Meldung aus einer auf dieser Site eher selten zitierten Quelle:

Eine Weile hatte es ja ausgesehen, als wolle Strache bei der Bundespräsidentenwahl selber gegen Fischer antreten. Jetzt hat sich die FPÖ doch völkisch entschieden, Frau und Mutter Rosenkranz zieht in den Kampf! Obwohl sie mit ihren dunklen Augen nicht besonders nordisch ausschaut*), heißen ihre zehn Kinder ziemlich nordisch: Alwine, Arne, Hedda, Hildrun, Horst, Mechthild, Sonnhild, Ute, Volker und Wolf. Ihr Ehemann - Horst Rosenkranz - war auch politisch aktiv gewesen, in der NDP Norbert Burgers. Diese Partei kam 1988 der politischen Landschaft Österreichs infolge Auflösung nach dem NS-Verbotsgesetz abhanden. Die Völkischen wissen also, was sie zu wählen haben. Ob sich auch ÖVP-Wähler tatsächlich davon beeindrucken lassen werden, wird man sehen, Strache hat sich mit dreißig Prozent eine hohe Latte gelegt ...

*) im Abgleich mit den seinerzeitigen Rassentabellen könnte Frau Rosenkranz "dinarisch" mit vielleicht "westischem" Einschlag sein (westisch=mediterran, dinarische Rasse: Zuwanderer aus Kleinasien, die sich in Südeuropa, Österreich und Süddeutschland angesiedelt haben, Brockhaus, Ausgabe 1937).

 Nach oben


Wenn Sie sich in einem Land befinden, in dem eine Partei regiert, während eine andere die Opposition stellt, dann sind Sie in einer Demokratie. Wenn Sie in einem Land sind, in dem eine Partei regiert und keine die Opposition macht, weil sie verboten ist, dann ist das eine Diktatur. Wenn Sie in einem Land sind, wo zwei Parteien regieren, die sich zugleich die Opposition machen, dann sind Sie in Österreich.

Carl Merz, Helmut Qualtinger, 1959

 Nach oben


Wahlumfrage der Profil-Ausgabe vom 21.2.2010:

Bei allem Respekt vor der Unzuverlässigkeit von Wahlumfragen, hin und wieder kann man sie sich trotzdem anschauen: Die ÖVP liegt zurzeit mit 33 Prozent um ein Prozent vor der SPÖ, die FPÖ ist auf 22 Prozent zurückgerutscht, das BZÖ auf nur noch ein Prozent abgestürzt, die Grünen grundeln bei 11 Prozent.
Auch wenn man bedenken muss, dass es nur eine Momentaufnahme ist und nicht klar ist, wie weit die Umfrager inzwischen in der Lage sind, gelogene Antworten zu berücksichtigen: Dass die beiden Rechtsparteien zusammen nur noch 23 Prozent haben (NRW 2008: 28,2 %), hört sich nicht schlecht an und ist wohl auf die Kärntner Hypo-Geschichte und auf das dilettantische Vorgehen bei der "Wiedervereinigung" zurückzuführen. Man kann nur hoffen, dass Strache und seine Haberer auch weiterhin Böcke schießen, die Regierungsparteien liefern schließlich an die Opposition ständig schöne Vorlagen ...

 Nach oben


Pressemitteilung der SPÖ Wels vom Montag, den 15. Februar 2010

SPÖ Wels widerlegt Unschuldsbeteuerungen des "Bunten"-Chefs:
"Reinthaler steckt bis zum Hals im braunen Sumpf"

Ludwig Reinthaler, Chef der Welser Bürgerliste "Die Bunten", will von den Neonazi-Umtrieben mehrerer seiner Kandidaten nichts gewusst haben. Die SPÖ Wels bezeichnet das als "völlig unglaubwürdig".
SPÖ-Bezirksgeschäftsführer Raimund Buttinger: "Reinthaler betätigt sich seit vielen Jahren in der rechtsextremen Szene. Dass er jetzt das Unschuldslamm spielt, ist genauso lächerlich wie seine Behauptung, der Hitlergruß eines "Bunten"-Kandidaten sei eine "missverständliche Handbewegung" gewesen."
Buttinger verweist darauf, dass Reinthaler schon in den 90er Jahren immer wieder einschlägig aktiv war: "Beispielsweise hat er im burgenländischen Oberwart eine üble Hetzschrift gegen Roma an alle Haushalte versandt - kurz nachdem dort vier Roma durch einen Bombenanschlag ums Leben gekommen sind. Dem damaligen Leiter des Widerstandsarchivs in Wien hat Reinthaler eine Galgenschlinge zugeschickt und ihn aufgefordert, sie zu benutzen. Reinthaler war auch regelmäßig Teilnehmer der Treffen des "Vereines Dichterstein Offenhausen", bis dieser Verein wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung aufgelöst wurde."
Geändert hat sich an der Gesinnung des "Bunten"-Chefs bis heute nichts, so Buttinger: "Es ist sogar durch rechtskräftige Gerichtsurteile belegt, dass Reinthaler bis zum Hals im braunen Sumpf steckt. 2007 hat der Verfassungsgerichtshof die behördliche Untersagung einer von Reinthaler angemeldeten Demonstration bestätigt, weil Verstöße gegen das NS-Verbotsgesetz zu erwarten waren. Und erst im Sommer des Vorjahres hat Reinthaler vor dem Landesgericht Linz einen Prozess gegen die "Kronenzeitung" verloren, die ihn einen "Braunen" genannt hatte. Begründet wurde dieses Urteil unter anderem damit, dass bei einer Hausdurchsuchung in Reinthalers Wohnung Nazi-Propaganda gefunden worden ist."
Der SPÖ-Bezirksgeschäftsführer fasst zusammen: "Wenn es einen Preis für die schlechtesten Ausreden gäbe, würde Reinthaler ihn mit Sicherheit bekommen. Der Verfassungsgerichtshof, der schon einmal gegen Reinthaler entschieden hat, wird sich auch diesmal nicht täuschen lassen. Wir Welser Sozialdemokraten fordern aber von der Strafjustiz und vom Verfassungsschutz, dass sie endlich konsequent gegen die "Bunten" und ihre braunen Umtriebe vorgehen. Zurückhaltung wäre hier völlig fehl am Platz!"

 Nach oben


Ein treffender Kommentar zur Wirtschaftslage:


(Standard, 13.2.2010)

 Nach oben


Nachtrag zum 1. Mai 2009 in Linz: alle freigesprochen!

Bei der von der KPÖ am 1. Mai 09 angemeldeten Demonstration hatte die Polizei Vermutungen, dass Demo-Teilnehmer anschließend Protestaktionen gegen eine FPÖ-Versammlung mit HC Strache in einem Bierzelt am Urfahranermarkt unternehmen könnten. Einsatzeinheiten kesselten daher einen Teil der Demo-Teilnehmer ein und verlangten Ausweispapiere, der Einsatzleiter gab den Befehl zur Identitätsfeststellung mittels Schlagstock, Pfefferspray, Fesselung und Fotografieren:


Die am Schluss des Clips zu sehenden weinenden Polizisten waren nicht von
Demonstranten attackiert worden, sie hatten Pfefferspray von Kollegen erwischt

Die unmittelbare Begründung der Einkesselung war, dass Demo-Teilnehmer "vermummt" gewesen wären:


so sahen die "Vermummten" aus

Sicherheitsdirektor Lißl begründete diese Vorgangsweise so:


die Polizei agierte somit auf bloße Vermutung auf der Linzer Blumau
als eine Art vorbeugender Bierzelt-Saalschutz für HC Strache ...

Eine Anzahl von Demo-Teilnehmern war festgenommen worden, u.a. der Vizerektor der Kunstakademie Rainer Zendron. Schließlich leitete die Linzer Staatsanwaltschaft gegen fünf Personen gerichtliche Verfahren ein. Am 11. Februar 2010 wurde der einzige in erster Instanz Verurteilte in der Berufungsverhandlung freigesprochen, das Einschreiten der Polizei war also offenbar unbegründet. allerdings gibt es keine Verfahren für die Verantwortlichen, die erstmals seit 1945 eine angemeldete 1.Mai-Kundgebung mit Polizeigewalt unterbinden ließen.


hier der letzte Freigesprochene bei seiner Festnahme

Nach oben


Kennt Verfassungsschützer seine Kompetenzen nicht?

Michael Tischlinger, Leiter des Amtes für Verfassungsschutz in Oberösterreich, hatte zu den Vorfällen mit den Bunten (siehe unten) gemeint, das Tragen von T-Shirts mit NS-freundlichen Aufschriften sei nicht strafbar. Am 12.2. belehrte ihn ein Senatspräsident i.R.:

Zu den rechtsblinden Adleraugen des "Verfassungssschützers" sei noch angemerkt:
In Österreich herrscht verfassungsmäßig zwischen rechts und links kein Gleichklang. Es gibt das NS-Verbotsgesetz, das politische Betätigung im Sinne des Nationalsozialismus unter Strafe stellt, das betrifft bereits Meinungsäußerungen! Links gibt es keinerlei Verbot, links ist alles erlaubt, was nicht durch das Strafgesetz oder zivilrechtlich untersagt ist. Es herrscht somit seit der Wiedererrichtung der Republik Österreich am 27. April 1945 links Freiheit und rechts das NS-Verbot!

 Nach oben


Netzwerk-Info Nr. 319 vom 11. Februar 2010

1) Das Echo auf die antifaschistische Medienarbeit zu den braunen Umtrieben der Welser Bürgerliste „Die Bunten“ ist gewaltig: Österreich, Kurier, Standard, Presse, OÖ. Nachrichten, Kleine Zeitung, Radio Oberösterreich, Life-Radio, Ö3, Oberösterreich heute (ORF2), ZIB 1, ZIB 20 u.v.m. Der Bericht ORF OÖ ist auf dieser Seite etwas weiter unten zu finden.
Die Chancen des Rechtsextremisten Ludwig Reinthaler und seiner „Bunten“, mit ihrer Wahlanfechtung beim Verfassungsgerichtshof durchzukommen, sind damit weiter gesunken. Außerdem hat der Sprecher des Innenministeriums, Rudolf Gollia, erklärt, dass der Verfassungsschutz die Verdachtsmomente gegen die „Bunten“ prüfen wird. Da drängt sich allerdings eine Frage auf: Was hat der Verfassungsschutz getan, seit durch die Welser Stadtwahlbehörde im letzten Sommer Anzeige wegen Wiederbetätigung erstattet wurde? Vermutlich gar nichts. Ungeachtet dessen ist die jetzige Entwicklung ein wichtiger Erfolg unserer antifaschistischen Bewegung.

2) Der Plan von Innenministerin Maria Fekter (ÖVP), künftig alle Asylwerberinnen mindestens fünf Tage zu internieren, stößt auf erheblichen Widerstand.
Der Verfassungsdienst des Bundeskanzleramts ist in einem Gutachten zum Schluss gekommen, dass dies eine „generelle, gesetzlich angeordnete Freiheitsentziehung“ wäre, die mit der österreichischen Bundesverfassung unvereinbar ist. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat deshalb gestern erklärt, er lehne Fekters Plan ab. Damit löste er eine Koalitionskrise aus: Der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) und ÖVP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger attackierten ihn öffentlich.
Aber auch innerhalb der SPÖ breiten sich dumpfe rechtspopulistische Positionen in erschreckender Weise aus: Der niederösterreichische SPÖ-Landesvorsitzende Josef Leitner tritt für die Internierung von AsylwerberInnen ein. Zuvor hatten schon der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl und der steirische Landeshauptmann Franz Voves (beide SPÖ) fremdenfeindliche Vorurteile bedient. Voves will außerdem ein Bettelverbot durchsetzen. Traurig, wie weit es mit der SPÖ gekommen ist, die sich viele Jahrzehnte lang glaubwürdig und mit Erfolg für sozial Schwache eingesetzt hat!

3) Neben heimischen Burschenschaftern besuchte Ende Jänner der Chef der rechtsextremen belgischen Partei „Vlaams Belang“, Filip Dewinter, den Ball des „Korporationsrings“ in der Hofburg. Außerdem unter den Gästen: Markus Beisicht, Vorsitzender der islamophoben „Bürgerbewegung pro Köln“. Der Dritte Nationalratspräsident Martin Graf (FPÖ), der den Ball ebenfalls besucht hat, erklärte, beide Bewegungen stünden der FPÖ nahe.
Die Grünen übten massive Kritik und forderten von Bundespräsident Heinz Fischer sowie von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP), der für die Vergabe der Hofburgräumlichkeiten verantwortlich ist, klare Stellungnahmen.
Übrigens hat die rechtsextreme Burschenschaft „Olympia“, der Graf angehört, den kanadischen „Rassenforscher“ John Philippe Rushton zu einem Vortrag eingeladen. Rushton vertritt die These, „die europäische und die asiatische Rasse“ seien „der afrikanischen Rasse“ intellektuell überlegen, aber sexuell weniger aktiv. In einem „Presse“-Kommentar fragt Thomas Kramar spöttisch, ob die Burschenschafter nicht enttäuscht sein werden, wenn ihnen Rushton bescheinigt, dass sie aufgrund ihrer Abstammung nur wenig Muskeln und einen kleinen Penis haben?

   
links ein Site-Banner mit Filip Dewinter, rechts ein Buch von Rushton,
gefunden im "Nationalen Warenhaus" der "deutschen Stimme"

4) Am 12. Februar jährt sich der Aufstand der österreichischen Arbeiterbewegung gegen die Errichtung der austrofaschistischen Diktatur zum 66. Mal. In einem Offenen Brief verlangen 97 angesehene Historiker sowie Politik- und Sozialwissenschafter (darunter Anton Pelinka und Florian Wenninger) die Rehabilitierung der Opfer des Dollfuß-Schuschnigg-Regimes (1934 – 1938). Allerdings soll es eine Einzelfallprüfung geben, um die Rehabilitierung von Nationalsozialisten zu verhindern.
SPÖ und Grüne haben das Thema aufgegriffen, ÖVP-Justizsprecher Heribert Donnerbauer zeigt sich gesprächsbereit. Dass in den Räumen des ÖVP-Parlamentsklubs bis heute ein Bild des blutigen Diktators Engelbert Dollfuß hängt, stört Donnerbauer aber nicht.


Dieses Bild des klerikalfaschischen Diktators
Engelbert Dollfuß hängte immer noch im ÖVP-Klub

5) In Bludenz (Vorarlberg) ist Karl Mayrhofer für seine rechtsextremen Sprüche bekannt. An den Stammtischen der Stadt will man ihn nicht haben, die FPÖ wollte ihn schon: Bei der letzten Gemeinderatswahl kandidierte er auf dem vierten Platz der blauen Liste. In einem Internet-Forum erklärte FPÖ-Politiker Mayrhofer, von „Museln“ (Muslimen) als Nazi bezeichnet zu werden, empfinde er als Auszeichnung: „Dann wissen sie wenigstens, zu was man noch fähig sein wird und auch fähig sein muss. Es gibt europaweit nur mehr die Gewaltoption.“
Erst als die „Vorarlberger Nachrichten“ am 10.2. Leseproben dieser Art veröffentlichten, setzte die Bludenzer FPÖ Mayrhofer vor die Tür. Harald Walser, Nationalratsabgeordneter der Grünen, erstattete bei der Staatsanwaltschaft Feldkirch Anzeige wegen des Verdachts auf NS-Wiederbetätigung, Verhetzung und Herabwürdigung religiöser Lehren.

Nach oben


Schwerer Verdacht gegen Welser Bürgerliste

Die Bürgerliste Die Bunten erhob beim Verfassungsgerichtshof Einspruch gegen das Wahlergebnis der Welser Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl. Nun tauchten Fotos von Kandidaten der Bunten beim Hitlergruß auf.

Die Bunten wurden von der Wahl in Wels ausgeschlossen, weil die Wahlbehörde meinte, ein Antreten käme einer verbotenen NS-Wiederbetätigung gleich. Die Richtigkeit dieser Entscheidung bestätigen die nun aufgetauchten Fotos, ist Robert Eiter von der Welser Initiative gegen Faschismus überzeugt.

Auf den Fotos seien T-Shirts mit Aufdrucken wie "Ich habe Bock auf Nazis" oder "Nationale Sozialistin" gemeinsam mit Kandidaten der Bunten zu sehen, sagte Eiter im Interview mit dem ORF Oberösterreich, teilweise sollen die Kandidaten diese T-Shirts sogar selbst tragen: "Ich meine, viel deutlicher geht es nicht mehr."

Dazu kommt ein Foto, das einen Kandidaten mit zum Hitlergruß erhobener Hand zeigt. Ludwig Reinthaler, der Chef der Bunten, bestreitet diesen Vorwurf. Er habe von dem Kandidaten, der auf dem Foto zu sehen ist, eine schriftliche Erklärung bekommen, dass es sich um "eine zufällige Handbewegung" gehandelt habe.


nur eine zufällige Handbewegung ...


... sieht Ludwig Reinthaler

Sein Kandidat habe jemanden grüßen wollen, so Reinthaler. Das habe man auch in einer Stellungnahme an den Verfassungsgerichtshof erklärt.

Sowohl das Foto mit dem möglichen Hitlergruß, als auch die jetzt aufgetauchten Fotos von Kandidaten mit Kleidung aus der Neo-Nazi Szene wurde von der Stadt Wels an den Verfassungsgerichtshof übermittelt. Zur Untermauerung, dass der Wahlausschluss der Bunten gerechtfertigt war. Das hat Vizebürgermeister Hermann Wimmer als Leiter der Wahlbehörde bestätigt.

Robert Eiter rechnet mit einer eindeutigen Entscheidung der Verfassungsrichter: "Hier zeigen Kandidaten der Liste "Die Bunten" ganz offen und provokant eine braune Gesinnung und es ist klar, dass eine solche Gruppierung bei Wahlen nichts verloren hat."

Der Chef der Bunten sieht das naturgemäß ganz anders. Man könne nicht "wegen eines Leiberls eine ganze Bürgerliste verbieten", noch dazu hätten die Leute, die auf wählbaren Listenpositionen stehen, mit der Sache "überhaupt nichts zu tun", so Reinthaler.

Die Entscheidung, ob die Wahlen in Wels wiederholt werden oder nicht, dürfte der Verfassungsgerichtshof im März treffen.

Bericht ORF-OÖ vom 9.2.2010

Nach oben


Umfrage blamiert FPÖ-Rabl:

88 Prozent gegen Deutschtests für Wohnungswerber
Der freiheitliche Welser Wohnungsstadtrat Andreas Rabl stößt mit seiner Absicht, die Vergabe von Sozialwohnungen an Deutschtests zu knüpfen, nicht nur bei den anderen Parteien auf breite Ablehnung. Jetzt hat eine Internet-Umfrage der Bezirksrundschau Wels gezeigt, dass Rabl auch die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung gegen sich hat.
Sechs Tage lang ließ die Zeitung auf ihrer Homepage über den Plan des Wohnungsstadtrats abstimmen. Das Interesse war außergewöhnlich groß. 617 Menschen nahmen an der Abstimmung teil und trafen eine eindeutige Entscheidung: 88 Prozent sagten „Nein“ zu Deutschtests für Wohnungswerber.
Auch die mehr als 40 schriftlichen Kurzkommentare (Postings) zur Abstimmung brachten die Mehrheitsmeinung klar zum Ausdruck: Nur zwei der Poster konnten sich für Rabls Idee erwärmen. Alle anderen waren gegenteiliger Ansicht, viele übten – teils heftige – Kritik. Für die Wohnungsvergabe müsse der soziale Bedarf entscheidend sein, nicht irgendwelche Sprachtests, so der Tenor der Kurzkommentare. Der FPÖ gehe es nur darum, Zuwanderer zu diskriminieren sowie Neidgefühle und Vorurteile zu schüren.
"Andreas Rabl sollte über dieses Ergebnis nachdenken“, stellt Robert Eiter, Vorsitzender der Welser Initiative gegen Faschismus, fest. „Er wäre gut beraten, endlich konstruktiv für eine Verbesserung der Wohnungssituation in Wels zu arbeiten, statt fremdenfeindliche Scheinlösungen zu propagieren!“

Nach oben


Die Katastrophe von Haiti

Ein Blick von links auf Haiti: Ein Artikel aus der Jungen Welt vom 8.2.


Netzwerk-Info Nr. 318 vom 2. Februar 2010

1) Wie das FPÖ-Parteiblatt "Neue Freie Zeitung" berichtet hat, wurde von Parteiobmann Heinz Christian Strache eine Delegation der ungarischen Partei Jobbik in Wien empfangen. Man wolle die "Zusammenarbeit vertiefen". In Ungarn wiederum seien die FPÖ-Vertreter Johannes Hübner und Johann Gudenus von Jobbik "herzlich aufgenommen" worden.
Eigentlich müssten diese Fakten zu einem innenpolitischen Aufschrei führen. Jobbik ist eine der menschenverachtendsten Parteien Europas: Neofaschistisch und antisemitisch, schürt sie unverhohlen den Hass auf Jüdinnen und Juden sowie auf Roma und Homosexuelle. Ihr paramilitärischer Arm ist die "Ungarische Garde", die zwar 2009 gerichtlich verboten wurde, aber trotzdem in schwarzen Uniformen aufmarschiert, um besonders Angehörige der Roma-Minderheit in Angst und Schrecken zu versetzen. Einer der Anführer der "Ungarischen Garde" meinte kürzlich: "Sie (die Juden, Anm.) wollen unser Land erobern, es uns wegnehmen. ... Einerseits ist ein großer Teil der Geschichten, die sie über Auschwitz und Buchenwald erzählen, erlogen. Tatsächlich gab es Lager, aber die waren weitgehend sauberer und humaner als diejenigen in Sibirien. Es waren Arbeitslager, Vernichtungslager gab es nicht."
Übrigens will Jobbik den nach dem Ersten Weltkrieg abgeschlossenen Friedensvertrag von Trianon aufkündigen und wieder ein Groß-Ungarn errichten. Das würde nicht nur schwerste Konflikte mit Ungarns Nachbarn Rumänien, Slowakei, Serbien, Kroatien und Slowenien bedeuten, sondern auch Gebietsansprüche auf das früher ungarische Burgenland.
Mit einer solchen faschistischen Hetzerpartei will die FPÖ also die "Zusammenarbeit vertiefen". Und außer ein paar JournalistInnen bei "Falter" und "Standard" scheint das niemanden zu stören ...


"Ungarische Garde" bei der Vereidigung

2) Eine Umfrage über die Chancen möglicher neuer Parteien in Österreich hat ergeben, dass sich rund 10 Prozent der Bevölkerung vorstellen können, eine Partei rechts der FPÖ zu wählen! Da die Freiheitlichen ohnehin rechtsaußen positioniert sind und immer wieder am Verbotsgesetz anstreifen, wünscht sich demnach eine beachtliche Minderheit, dass eine Art Neonazi-Partei kandidieren darf ...
Bei einer Nationalratswahl würde die FPÖ derzeit rund 22 Prozent der Stimmen erreichen, das BZÖ ein bis zwei Prozent. 2008 haben FPÖ und BZÖ gemeinsam rund 29 Prozent erreicht. Der derzeitige Rückgang um fünf Prozent ist auf die Kärntner Turbulenzen (Hypo-Skandal, Konflikt um orange Parteispaltung, Korruptionsvorwürfe gegen Uwe Scheuch) zurückzuführen. Ein Dauertrend wird das aber kaum werden.

3) Der oö. Wohnbau-Landesrat Manfred Haimbuchner und der Welser Wohnbaustadtrat Andreas Rabl (beide FPÖ) versuchen ihre neuen Funktionen zu nützen, um die Diskriminierung von MigrantInnen auf "rechtsstaatlichem" Weg voranzutreiben.
Weil Haimbuchner mit seiner Forderung nach Streichung der Wohnbeihilfe für "Ausländer" (Personen ohne österreichische oder andere EU-Staatsbürgerschaft) vorerst abgeblitzt ist, lässt er die schriftliche Information zum Wohnbeihilfeantrag nur mehr auf Deutsch, Englisch und Französisch, aber nicht mehr auf Türkisch und Serbokroatisch auflegen ... Erfreulicherweise hat das scharfe Kritik der SPÖ und der Grünen ausgelöst. Ob sie Rücknahme dieser üblen Schikane erreichen werden?
In Wels will Stadtrat Rabl die Vergabe von Sozialwohnungen an das Bestehen von Deutschtests koppeln. Wie es etwa einem türkischen Hilfsarbeiter in einer solchen Prüfungssituation gehen würde, kann man sich lebhaft vorstellen ... Ob Rabl seine neuen Vergaberichtlinien nun dem Gemeinderat unterbreitet oder nicht: Der Gemeinderat ist das höhere Organ und kann die Geltung dieser Richtlinien verhindern. Wenn SPÖ, ÖVP und Grüne den blauen Ideologen Rabl gewähren lassen, sollten sie die Stadt Wels besser gleich den Freiheitlichen übergeben. Derzeit sieht es allerdings nicht so aus.

4) Ein Wiener Staatsanwalt war der Meinung, ein aus der Türkei stammender, seit 30 Jahren in Österreich lebender Mann habe sich in "heftiger, allgemein begreiflicher Gemütserregung" befunden, als er seine Ehefrau zuerst mit 21 Messerstichen und dann mit einer Eisenstange umbringen wollte. Sie hatte ihm die Scheidungspapiere gezeigt - und das, so der Staatsanwalt, habe beim Täter aufgrund seiner "Herkunft" und seiner "Sittenvorstellungen" eben jene Gemütserregung ausgelöst. Die Frau überlebte knapp, der Mann wurde lediglich wegen versuchten Totschlags (noch nicht rechtskräftig) zu sechs Jahren Haft verurteilt.
"Das Urteil ist nicht nur rassistisch, sondern auch eine Verhöhnung der Opfer", sagt Rosa Logar, Geschäftsführerin der Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt an Frauen. "Einerseits wird einem Türken dadurch unterstellt, dass Gewalt in seiner Kultur normal sei und andererseits wird das dann als strafmildernd gewertet."
Justizministerin Claudia Bandion-Ortner verteidigte das Urteil hingegen mit den Worten, die Justiz sei unabhängig und es solle doch zu keiner "Bevorzugung von Frauen" (!) kommen. Erst nach massiver öffentlicher Kritik stellte das Justizministerium in einem Erlass klar, dass Klischees über andere Kulturen Gerichtsentscheidungen nicht beeinflussen dürfen. Der Erlass gilt freilich nur für künftige Urteile.

5) Von einem Salzburger Geschworenengericht wurde der 25-jährige Arbeiter Christian L. wegen Körperverletzung und NS-Wiederbetätigung einstimmig zu 15 Monaten bedingter Haft, zu einer hohen Geldstrafe sowie zu Schmerzensgeld und Ersatz für Verdienstentgang verurteilt. Der Mann hatte im Dezember 2008 in Bad Gastein eine junge Frau mit indischen Vorfahren rassistisch beschimpft, NS-Parolen geschrien und einen der beiden Begleiter der Frau geschlagen und getreten. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

6) Die Homepage des österreichischen Parlaments versteckt "braune Flecken", hat der Wiener Politikwissenschafter Walter Manoschek herausgefunden. Biografien früherer Abgeordneter sind eindeutig geschönt: So wird die SS-Mitgliedschaft von Siegmund Burger und Rudolf Hämmerle (beide ÖVP) sowie von Otto Rösch (SPÖ) und Friedrich Peter (FPÖ) totgeschwiegen. Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) hat auf die Kritik reagiert und will für eine Parlaments-Homepage ohne einschlägige biografische Lücken sorgen.

7) Die antifaschistische Demonstration gegen den "Wiener Korporations-Ball" der deutschnationalen und rechtsextremen Burschenschaften wurde behördlich untersagt. Bezeichnend, dass die Spitzen der Republik (einschließlich des Bundespräsidenten) schwiegen und das ewiggestrige Spektakel in der Hofburg (!) ebenso duldeten wie die glatte Verletzung des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit.


(Foto: Daniel Weber)

Die Demonstration fand dennoch statt: Sie wurde polizeilich aufgelöst. Es gab gewalttätige Auseinandersetzungen und 14 Festnahmen. Wahr ist leider auch, dass manche Autonome die Demonstration wieder einmal für Randale genutzt haben. Was dazu führt, dass die antifaschistischen Inhalte öffentlich in Misskredit gebracht werden. So zeigt der "Kurier", der sonst durchaus gegen Rechtsextremismus und gegen Polizeiübergriffe schreibt, kein Verständnis für den Versuch, ein Polizeiauto anzuzünden. Begreifen eigentlich "Antifaschisten", die so agieren, nicht, dass sie Strache & Co. direkt in die Hände arbeiten?

8) Am 8. Mai - dem Jahrestag der bedingungslosen Kapitulation Hitler-Deutschlands - will die Neonazi-Szene in Linz einen "Trauermarsch" durchführen. Ein Vorbereitungstreffen hat am 24. Jänner stattgefunden, informiert die KPÖ in einer Presseaussendung. Federführend bei der geplanten braunen Provokation ist die "Initiative Stop3g", die das NS-Verbotsgesetz bekämpft (§3g Verbotsgesetz ist die Strafbestimmung für allgemeine Wiederbetätigung). Die Initiative wurde von Robert Faller, dem Generalsekretär der "Nationalen Volkspartei" (NVP), gegründet. Unser Netzwerk unterstützt den Aufruf der KPÖ, nicht nur den "Trauermarsch", sondern auch die NVP zu verbieten.

9) Das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) sucht Zivilcourage-TrainerInnen. Wer sich - bis spätestens 10. Februar - bewerben will, findet alle näheren Informationen in der ersten angefügten PDF.

Nach oben


Haider: Zwei Millionen für die erste Fußball-Liga?

Bei der BayernLB haben Ermittler schon oft gestaunt. Doch es kommt noch besser: Die Bank soll Jörg Haider bestochen haben.
Bericht der Süddeutschen Zeitung vom 30.1.2010

Nach oben


Haider hilft

Antonio Fian - Dramolette - STANDARD /30.01.2010
Jänner 2010. Bergbaumuseum in Klagenfurt, innen
(Jörg-Haider-Ausstellung. Der Museumsdirektor Finding geht mit sorgenvoller Miene in der leeren Kassenhalle auf und ab. Der Vizebürgermeister von Klagenfurt, Gunzer, tritt ein.)
GUNZER: Niemand / Wieder niemand
FINDING (eilt auf ihn zu): Geduld Herr nur Geduld / Sie werden kommen / Das brave Volk / begreift noch nicht / die Größe des Projekts / Sein Schaukelpferd / sein Schreibtisch / all die andern Kostbarkeiten seht nur seht / Sie werden kommen glaubt mir
GUNZER (düster): Nein sie kommen nicht / Sie kommen nicht / Ach könnte ich sie doch / herprügeln lassen / Lust dazu hätte ich / Von wegen braves Volk / So viel hat er getan für sie / das Land zu gutem Geld gemacht / und das ist nun ihr Dank
(Er schreitet durch die Ausstellungsräume. Finding folgt ihm.)
FINDING: Ein Vorschlag Herr ein Vorschlag / Was wenn wir / inserierten / in Deutschland inserierten / Die Deutschen waren oft schon / unsre Rettung / Auch seine Eltern mussten / - wie in dieser Schau wir erstmals aufgezeigt - / 1934 fliehn nach Deutschland / um in Öst'reich dem Faschismus zu entgehn
GUNZER (überlegend): Deutschland / Deutschland möglich ja / Verlängern wir die Schau bis Mai / Da treffen viele Deutsche bei uns ein / mit ihren GTIs / und im Oktober dann / mit ihren Harley Davidsons / Die werden ganz gewiss zu würd'gen wissen die Größe unsrer Schau / Doch was bis dahin Finding / Wir brauchen dringend Geld
FINDING: Nun Herr / erst heute las ich in der Zeitung / dass in Vorarlberg / Köhlmeier/Bilgeri
GUNZER: Wer
FINDING: Köhlmeier/Bilgeri / Egal / Auch mir / sagten diese Namen nichts / Doch standen ihre Träger / an prominenter Stelle / in der Zeitung und / spielten vierzigtausend Euro ein / mit einem einzigen Konzert / für die Opfer von Haiti / Charity man nennt es / Charity
GUNZER: Charity soso / Was für ein eigentümlicher / Begriff / Und du denkst -
FINDING: Ja Herr / Was jene amateurhaft praktizierten / für nichts als für / Publicity und Spendengelder / können wir professioneller tun / Wir verlangen höh'ren Eintritt / liefern davon ab ein wenig / an die armen Menschen in Haiti / So viel Großmut wird man ganz gewiss uns lohnen / Die Leute werden sich drum reißen / uns zu unterstützen / du wirst sehen Herr / wir schreiben schwarze Zahlen / ehe noch im Herbst die Deutschen / das Museum stürmen / Deren Eintrittsgeld gehört dann uns allein / dem Volk
GUNZER: Der Plan ist gut / So werden wir es machen Finding/ Ich sehe schon die Aufschrift / "Haider für Haiti" - (er umarmt und küsst ihn) - / Selbst im Tode noch / liebt er sein Volk und / hilft der Welt.
(Vorhang)

 Nach oben


Polizei gegen Protestdemo:

Eine Demo gegen den Ball des Wiener Korporationsrings am 29.1. eskalierte. 14 Menschen werden festgenommen, hunderte angezeigt. Chronologie eines Polizeieinsatzes, der von Beginn an darauf angelegt war, zu scheitern. Lesen Sie weiter auf Politwatch.

 Nach oben


Eine Kapitalismusanalyse aus dem Jahre 2004:

Schaut Euch das an! Der Kabarettist Volker Pispers hat den Neoliberalismus lange VOR DER KRISE FACHGERECHT analysiert!

 Nach oben


SPÖ-Steuerreform

Die SPÖ-Arbeitsgruppe zur Steuerreform legte passende Vorschläge vor:
• Höhere Steuern auf Stiftungen: Die Zwischensteuer auf Zinserträge und auf die Veräußerung von Beteiligungen (derzeit 12,5 Prozent) soll „Richtung 25 Prozent“ angehoben werden.
• Vermögenszuwachssteuer: Die Spekulationsfrist beim Verkauf von Aktien und Immobilien soll aufgehoben bzw. verlängert werden: Bisher sind Gewinne aus Aktienverkäufen nach einem Jahr steuerfrei – bei Immobilien beträgt die Frist zehn Jahre.
• Finanztransaktionssteuer : EU-weit soll eine 0,01-Prozent-Steuer auf Finanztransaktionen eingeführt werden. Gelingt keine europäische Einigung, soll die Steuer vorerst nur in Österreich eingeführt werden.
• Managergehälter: Unternehmen sollen Managergehälter nur bis zu einer Höhe von 500.000 Euro jährlich steuerlich absetzen können.
• Bankenabgabe: Banken sollen eine Abgabe von 0,07 Prozent ihrer Bilanzsumme entrichten.
(OÖNachrichten vom 26.1)

 Nach oben


Kärnten Haider-Ausstellung floppt

ORF - Ö1 Morgenjournal 23. 1. 2010
Die Jörg-Haider-Ausstellung im Klagenfurter Bergbaumuseum hätte eigentlich am 26. Jänner, dem 60. Geburtstag des verstorbenen Kärntner Landeshauptmanns, geschlossen werden sollen. Doch jetzt wird die Schau wegen mangelnden Erfolgs verlängert, offenbar will die Stadt Klagenfurt wenigstens die Kosten hereinspielen.
Bucher erwartete sich 80.000 Besucher
Die Erwartungen vor der Ausstellungseröffnung waren groß. BZÖ-Chef Josef Bucher damals: "Wenn das so stimmt, wird das ein tolles Geschäft für die Stadt Klagenfurt. 80.000 Besucher mal fünf Euro."
Bisher 5.000 Besucher
400.000 Euro Einnahmen bei fünf Euro Eintritt hat man sich also erhofft, gerade einmal 25.000 Euro sind es laut Finanzstadtrat Albert Gunzer bis heute geworden: "Bisher sind wird bei einer zahlenden Besucherzahl von 5.000 sind. Ich brauche auf alle Fälle 10.000 zahlende Besucher und die werden wir erreichen, da wir jetzt verlängern werden."
Versuch: Schau verlängert
Haiders Schaukelpferd ist also noch bis Oktober im ehemaligen Luftschutz-Stollen zu sehen. Und der Stadtrat hofft, dass ihn die Teilnehmer am berüchtigten GTI-Treffen herausreißen. Damit die Haider-Schau nicht auch noch für die Stadtkasse ein Flop, sprich Verlustgeschäft wird.

 Nach oben


Neu: verpflichtende Deutschkenntnisse für Migranten


dem Karikaturisten der OÖNachrichten war am 20. Jänner klar:
das wird nicht bei jedem Zuwanderer funktionieren ...


dem Karikaturisten im STANDARD war am 20. Jänner klar:
Deutschlernen und Integration funktioniert in Kärnten am besten!

 Nach oben


In diesem Zusammenhang interessant: Die Einwanderungsbestimmungen für Kanada,
Regelungen der Einbürgerungen in europäischen Ländern (Stand Dezember 2009): Migrations-Info.de

 Nach oben


Netzwerk-Info Nr. 317 vom 19. Jänner 2010

1) Die Technische Universität (TU) Wien hat die Auszeichnung des Holocaust-Leugners Walter Lüftl mit dem Goldenen Ingenieurs-Diplom (siehe Netzwerk-Info 316, Punkt 3) nach breiten Protesten widerrufen. TU-Rektor Peter Skalicky entschuldigte sich für den Fehler.
Die Vorsitzenden des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ) und des Vereines Gedenkdienst, Willi Mernyi und Florian Wenninger, begrüßten diesen Schritt. Gleichzeitig regten sie an, dass sich die TU Wien künftig nach dem Vorbild der TU Berlin um einen aufgeklärten und selbstkritischen Umgang mit den gesellschaftlichen Folgewirkungen naturwissenschaftlicher Forschung und Lehre bemühen solle.

2) Im Alter von 100 Jahren ist Miep Gies gestorben, die der Familie von Anne Frank geholfen hat, während der Zeit der deutschen Besetzung unterzutauchen.
Es ist zu einem großen Teil das Verdienst der mutigen Frau, die 1909 in Wien geboren wurde und als Kind in die Niederlande kam, dass Hunderte Millionen Menschen mit der Geschichte des jüdischen Mädchens und Holocaust-Opfers Anne vertraut sind.
Gies hatte die Familie Frank sowie andere verfolgte Jüdinnen und Juden zwischen 1942 und 1944 in einem Hinterhaus in Amsterdam versteckt. Nach deren Entdeckung und Verschleppung durch die Gestapo brachte sie das Tagebuch der damals 15-jährigen Anne in Sicherheit. Der Text wurde nach dem Krieg von Annes Vater Otto Frank, der als einziges Mitglied der Familie den Holocaust überlebt hatte, veröffentlicht.
Erst im Juli des Vorjahres war Miep Gies das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich überreicht worden.


Frau Gies im Jahre 1945, sie wurde 1909
in Wien als Hermine Santrouschitz geboren

3) Ein Schulbeispiel für Rechtspopulismus: Seit Monaten macht die rechtsextreme "Dänische Volkspartei" Stimmung gegen Burka-Trägerinnen und fordert ein gesetzliches Verbot der Ganzkörperverschleierung.
Die rechtsliberale Regierung Dänemarks ließ sich auf die Diskussion ein, weil sie die "Dänische Volkspartei" als Mehrheitsbeschafferin braucht. Eine Studie wurde in Auftrag gegeben - und nach Fertigstellung unter Verschluss gehalten. Denn die Autoren konnten in ganz Dänemark keine einzige Burka-Trägerin finden!
Der unter Verschluss gehaltene Bericht wurde nun der Boulevardzeitung "B.T." zugespielt, die ihn am Sonntag (17. Jänner) veröffentlichte. Die "Dänische Volkspartei" ist blamiert, fordert aber trotzdem weiterhin ein Gesetz gegen das Tragen der Burka.


obwohl nicht verboten: no burkas in Denmark -
dänische Muslime pflegen diese frauenverachtende Verhüllung nicht

 Nach oben


Scheuch und die russischen Parteispenden:

Skandal um Parteispenden: Scheuch wollte Geld für Staatsbürgerschaft
siehe Artikel in NEWS vom 14.1.09

 Nach oben


Antifa-Netzwerk-Info Nr. 316 vom 12.1.2010

1) Wie ÖVP und SPÖ mit dem Thema Asyl umgehen, ist eine Katastrophe: Zuerst will ÖVP-Innenministerin Maria Fekter in der burgenländischen Gemeinde Eberau ein neues Zentrum für AsylwerberInnen errichten - kurz vor der Landtagswahl im Burgenland und unter Umgehung des SPÖ-Landeshauptmanns Hans Niessl. Die parteipolitische Absicht liegt auf der Hand.
Niessl reagiert aber nicht, indem er die guten Argumente gegen ein solches Zentrum in Eberau aufgreift: Dass der kleine Ort denkbar ungeeignet ist, schon weil die AsylwerberInnen dort keine Chance auf die notwendige Rechtsberatung haben. Nein, er bringt sofort Flüchtlinge mit Kriminalität in Verbindung, lässt eine Volksbefragung durchführen und entfesselt ein populistische Kampagne. Auch hier liegt die parteipolitische Absicht auf der Hand.
Fekter wiederum dreht das Rad weiter: Sie fordert gleich eine - eindeutig menschenrechtswidrige - Internierung der AsylwerberInnen während des Erstaufnahmeverfahrens. Das würde faktisch wochenlanges Einsperren von hunderten Menschen, gegen die strafrechtlich nichts vorliegt, bedeuten. Diese Forderung geht der SPÖ dann doch zu weit.
Wem Fekter (Spitzname "Strache mit Handtasche") und Niessl (Spitzname "Strache in Rot"), unterstützt von ihren Parteien, mit dem Schüren von Fremdenangst und Fremdenhass den Boden bereiten, ist wohl klar. Der "Standard"-Kolumnist Günter Traxler hat es unlängst auf den Punkt gebracht: ÖVP und SPÖ mögen sich bitte nicht wundern, wenn auch die nächsten Wahlen wieder ein "ölig grinsender Disco-Schleimer" gewinnt.

2) Bizarr ist das blau-orange Chaos, das die Abspaltung der Kärntner BZÖ-Landesgruppe von ihrer Bundespartei samt Fusion mit der FPÖ ausgelöst hat. Nach Jahren wüster gegenseitiger Beschimpfungen sind sich Heinz Christian Strache und Uwe Scheuch plötzlich wieder so nahe, dass die Kärntner Orangen als "Freiheitliche in Kärnten" (FPK) übergelaufen sind. Freilich bei weitem nicht so geschlossen, wie das geplant war. Es geht drunter und drüber, viele wissen gar nicht mehr, wo sie denn jetzt Mitglied sind: Beim BZÖ, bei der FPK oder bei der in Kärnten weiter existierenden Landes-FPÖ? Der Unmut an der Funktionärs- und Mitgliederbasis ist groß. Die Familie des verstorbenen rechten Übervaters Jörg Haider macht gegen Scheuch und Strache Front. Zudem hat sich die angebliche Sauberpartei FPÖ mit dem Kärntner BZÖ auch den Skandal rund um die Hypo-Alpe-Adria-Bank zurückgeholt.
Langfristig dürfte das Manöver Strache aber strategische Pluspunkte bringen: Trotz heftiger Gegenwehr wird das BZÖ ohne seine stärkste Landesgruppe untergehen. Damit haben die Blauen eine Konkurrenz vom Hals und können das gesamte Rechtsaußen-Potential hinter sich sammeln. Was die ewiggestrige Gesinnung betrifft, sind sich Strache, Scheuch & Co. ja ohnehin einig. Im Übrigen gilt für das deutschnationale Lager Österreichs schon seit den Tagen Schönerers der Satz "Pack schlägt sich, Pack verträgt sich" - und umgekehrt.

3) Unfassbar, aber wahr: Der berüchtigte Holocaust-Leugner Walter Lüftl wurde am 11. Dezember in einem Festakt der Technischen Universität (TU) Wien mit dem Goldenen Ingenieursdiplom ausgezeichnet! Das führte zu heftigen Protesten - unter anderem der Israelitischen Kultusgemeinde, des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes, der ÖH, der SPÖ und der Grünen. Der Rektor der TU Wien, Peter Skalicky, verteidigte die Ehrung Lüftls zuerst noch, geriet dann aber so unter Druck, dass er eine Kommission einsetzen musste, die über die Aberkennung des Goldenen Diploms befinden wird. Bis Anfang Februar soll ein Ergebnis vorliegen.

4) Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Die vier Polizeibeamten, die den aus Gambia stammenden Schubhäftling Bakary J. in einer Lagerhalle misshandelt und gequält haben, wurden disziplinarrechtlich angemessen bestraft. In zwei Fällen kam es zur Entlassung, ein inzwischen pensionierter Beamter verlor seine Pension. Der vierte Täter erhielt eine hohe Geldstrafe und wird nur mehr im Innendienst eingesetzt. Dieses klare Signal ist umso überraschender, als die Prügelpolizisten vor Gericht billig davonkamen: mit bedingten Haftstrafen von sechs und acht Monaten.

5) Der Welser Vizebürgermeister Bernhard Wieser (FPÖ) hat bekanntlich vor der Landtagswahl die Kandidatur der rechtsextremistischen "Nationalen Volkspartei" (NVP) durch seine Unterschrift unterstützt. Dass die Landeswahlbehörde die NVP nicht zur Wahl zugelassen hat und diese Entscheidung mittlerweile vom Verfassungsgerichtshof bestätigt wurde, stört Wieser anscheinend nicht. Wie der "Kurier" berichtet, werden in seinem Büro im Welser Rathaus noch immer Werbekugelschreiber der demokratiefeindlichen NVP verwendet.

6) Die Republik Österreich wird sehr spät, aber doch ihre moralische und (seit dem Abkommen von Washington 2001) auch völkerrechtliche Verpflichtung zur Sanierung der jüdischen Friedhöfe im Bundesgebiet erfüllen. Während der nächsten Jahre werden für diesen Zweck 20 Millionen Euro aufgewendet.
Ebenso erfreulich ist die Tatsache, dass die aus den 70er Jahren stammende und deshalb veraltete Dauerausstellung Österreichs in der KZ-Gedenkstätte Auschwitz unter der Leitung des hochangesehenen Historikers Wolfgang Neugebauer völlig erneuert werden soll. Außerdem ist die polnische Regierung an die österreichische wegen eines Kostenbeitrags herangetreten, weil die KZ-Gedenkstätte zu verfallen droht und saniert werden muss. Hoffen wir, dass Österreich hier seine historische Verantwortung wahrnimmt ...

7) Der weltberühmte Schriftzug "Arbeit macht frei" über dem Eingang der KZ-Gedenkstätte Auschwitz - er ist fast fünf Meter lang und 30 Kilogramm schwer - wurde am 18. Dezember gestohlen und zwei Tage später beschädigt wiedergefunden. Der Diebstahl sorgte international für Empörung. Verhaftet wurden fünf Polen, die offenbar im Auftrag von zwei schwedischen Staatsbürgern gehandelt hatten. Angeblich sind politische Hintergründe auszuschließen, das Motiv sei Gewinnstreben gewesen.

8) Vilmos Hanti, Präsident des ungarischen Verbandes der Widerstandskämpfer und Antifaschisten (MEASZ) und Vizepräsident der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR), wird von Neofaschisten bedroht.
Nach einer Gedenkveranstaltung am 23. Dezember für ermordete ungarische Widerstandskämpfer drohte die neofaschistische Internetseite "HUNHIR.HU", die der verbotenen "Ungarischen Garde" nahe steht, mit Gewalt gegen Vilmos Hanti. Man werde "die jüdische Ratte" früher oder später erwischen und ihn in ein wieder eröffnetes Konzentrationslager verschleppen, heißt es auf der Internetseite. In den gut 50 Leserkommentaren gehen die Angriffe weiter. Hanti solle nicht in ein KZ gebracht, sondern müsse hingerichtet werden, wird dort gefordert.
Bedenkt man, dass die neofaschistische Szene in Ungarn während der vergangenen Monaten zahlreiche Gewalttaten verübt hat, können solche Angriffe nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Die FIR fordert daher von den ungarischen Behörden, dass die Verantwortlichen der Internetseite zur Rechenschaft gezogen werden. Gewaltdrohungen und menschenverachtende Hetze stehen nicht unter dem Schutz der Meinungsfreiheit.

 Nach oben

 

Oberösterreichisches Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus