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Infos 2010, erstes Halbjahr - Jänner bis Juni 2010:

Dies ist die Info-Seite mit den Aussendungen des oö. Antifa-Netzwerkes und anderen Meldungen aus dem ersten Halbjahr 2010
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OÖNachrichten vom 24. Juni 2010: Streit um das ehemalige KZ Gusen - Gedenkverein beklagt Zerstörung

LANGENSTEIN. Das Gedenkkomitee Gusen sieht erneut die Überreste des zum ehemaligen KZ Mauthausen gehörenden Außenlagers Gusen in Gefahr: Nun sollen ein Gedenkstein entfernt und Fundamentreste zerstört worden sein.
Die Fronten sind verhärtet: Seit Jahren liegt das örtliche Gedenkkomitee mit einem Unternehmer, der rund um das ehemalige KZ Grundstücke besitzt, im Streit. Kommuniziert wird nur noch über öffentliche Stellen. So agiert das Gedenkkomitee als Hilfssheriff für das Bundesdenkmalamt.
Vor einer Woche schlug der Vorstand erneut Alarm: "Ein Gedenkstein, den Opfer und Hinterbliebene nach der Befreiung aufgestellt haben, wurde entfernt", sagt Martha Gammer vom Gedenkverein. Darüber hinaus sei die Wiese um zwei ehemalige SS-Baracken durch Schotter ersetzt worden.
Der Grund dafür ist Gammer - die auch das Museum in St. Georgen an der Gusen leitet - schleierhaft: "Zunächst dachten wir, dass ein Sturmschaden zu beseitigen ist. Doch dann wurden weitere Bäume gerodet", sagt sie im OÖN-Gespräch. Das vom Gedenkkomitee zu Hilfe gerufene Bundesdenkmalamt stoppte die Baumaßnahmen inzwischen mittels einstweiliger Verfügung.
Auf dem betroffenen Grundstück in der Gemeinde Langenstein befinden sich zwei ehemalige SS-Wohn- und Verwaltungsgebäude, die bis 2006 bewohnt waren. Dann mussten die Mieter plötzlich ausziehen. Der Eigentümer habe die Häuser abreißen wollen, sagt Martha Gammer. Daraufhin seien sie wegen "Gefahr im Verzug" sofort unter Denkmalschutz gestellt worden.
Der Unternehmer versteht die Aufregung nicht: Der Gedenkstein, den er vor 20 Jahren gespendet habe, sei an einen besser zugänglichen, nur eineinhalb Gehminuten entfernten Platz direkt bei der Einfahrt zu seinem Betriebsgelände versetzt worden. Zu den Erdarbeiten erklärte er, dass ihn ein Nachbar gebeten habe, auf dem Grundstück einen Abstellplatz für die Fahrzeuge seiner Mitarbeiter zu errichten.
Erst im Sommer 2009 war das ehemalige KZ Gusen auf Betreiben des Gedenkkomitees in die Medien geraten: Damals wurde ein großer Teil der zum Geheimprojekt "Bergkristall" gehörenden Stollenanlage von der Bundesimmobiliengesellschaft zugeschüttet, weil die Gänge des unterirdischen Systems einsturzgefährdet waren.

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Zogajs und Russen

Mit den stets gleichen Floskeln wird einem erklärt, dass auch für die Zogajs das Gesetz gelten muss. Recht muss schließlich Recht bleiben. Wohl genauso wie in der Ortstafelfrage kommt einem da unweigerlich in den Sinn.
Dass dieses hehre Rechtsprinzip missbraucht und lediglich zur Befriedigung weitverbreiteter Ressentiments herhalten muss, wen stört’s? Man muss ja schließlich den rabiaten, sonst selber gern zur Rechtsbeugung und Verhöhnung des Rechtsstaates aufgelegten Volksverhetzern am rechten Rand etwas scheinbar Unantastbares entgegenhalten. Jenen Leuten, die die vermeintliche Gesetzestreue nur als Tarnung für politische Stimmungsmache verwenden. Jenen Leuten, die lieber reiche Russen gegen Bares einbürgern, als großteils hier aufgewachsenen, ausgebildeten und voll integrierten Kindern ein Leben bei uns zu ermöglichen.
Anstelle diese heuchlerischen Machenschaften zu entlarven, verstecken sich die verantwortlichen Politiker hinter einem Gerichtserkenntnis und heulen lieber mit den Wölfen.
Josef Mairinger, Frankenburg a.H.

Leserbrief in den OÖNachrichten vom 23.6.2010

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Bericht aus "Österreich" am 17. Juni 2010:

Sicherheitsdirektor Lißl ist ja diesbezüglich einschlägig bekannt, als am 1. Mai 2009 seine Polizisten die Demo der Linzer KPÖ rechtswidrig einkesselten, hat er das lebhaft verteidigt. Vielleicht sollte ihm einmal jemand verdeutlichen, dass seit 27. April 1945 die Kommunisten in Österreich wieder erlaubt, jedoch seit 8. Mai 1945 die Nazis verboten sind ...

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Kurze Anmerkung zum SPÖ-Parteitag am 12. Juni 2010

Die anhaltenden Verluste bei den Wahlen haben innerhalb der SPÖ zu anhaltender Kritik und dadurch zumindest zu wahrnehmbarem Echo geführt: Am Parteitag war man offenbar bereit, sich auf die Aufgaben einer sozialdemokratischen Partei zu besinnen, also sich wieder daran zu orientieren, Interessen der arbeitenden Bevölkerung zu vertreten. Faymanns Schwenk nach links muss allerdings mit Vorsicht wahrgenommen werden, verbal hat er ja schon öfters linksgeblinkt. Das Echo der neoliberalen Fanatiker in den Medien auf den Parteitag weist jedoch zumindest daraufhin, dass sie befürchten, die SPÖ könnte tatsächlich aufhören, dem Neoliberalismus die Füße zu lecken. Was ja schon was wäre!

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Antifa-Netzwerk-Info Nr. 334 vom 10. Juni 2010

1) Ein harter Schlag für die Neonazi-Szene: Die Personen, die die zwei wichtigsten braunen Internetseiten im deutschsprachigen Raum - "Altermedia" (auch "Störtebeker-Netz") und "Thiazi-Forum" - betreiben, sind aufgeflogen. Wie taz.de (siehe PDF-Datei) berichtet, geht die Justiz von Mecklenburg-Vorpommern gegen Axel Möller (46) aus Stralsund vor, der der Mann hinter "Altermedia" ist. Schon vergangene Woche hat die Antifa Freiburg die zehnfache Mutter Sabine Rasch (50) aus Mannheim als Moderatorin des "Thiazi-Forums" enttarnt.

so schaut die Site von Thiazi-Forum zurzeit aus

2) Das neonazistische "Alpen-Donau-Info" macht derzeit für Bernhard Wieser, den Welser FPÖ-Vizebürgermeister, Propaganda. Denn Wieser will die NS-"Venus" gegen den Widerstand von SPÖ und ÖVP wiederaufstellen lassen. Er kommt damit aber nicht durch. Das hat die Sitzung des Welser Stadtsenates am Montag dieser Woche gezeigt. Näheres ist in einem "Kurier"-Artikel nachzulesen!

3) Die rechtsextreme Band "Kategorie C" aus Bremen wollte am 26. Juni in Henndorf im Salzburger Flachgau auftreten. Der Salzburger Verfassungsschutz ermittelt aber wegen des Verdachts der NS-Wiederbetätigung. Jetzt hat die Band angekündigt, das Konzert nach Oberösterreich zu verlegen.

4) Gratulationen an zwei große Frauen des österreichischen Antifaschismus sind nachzutragen: Am 31. Mai hat die Widerstandskämpferin, KPÖ-Politikerin und Feministin Irma Schwager ihren 90. Geburtstag gefeiert. Und am 6. Juni hat die katholische Historikerin  Erika Weinzierl, Doyenne der österreichischen Zeitgeschichtsforschung und Autorin des Buches "Zu wenig Gerechte", das 85. Lebensjahr vollendet. Das oö. Netzwerk dankt Irma Schwager und Erika Weinzierl für ihr unbeugsames Engagement und wünscht ihnen das Allerbeste!

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Antifa-Netzwerk-Info Nr. 333 vom 7. Juni 2010

1) Wirklich erfreulich: Nach Monaten untätigen Zuschauens mussten die Sicherheitsbehörden den braunen Jugendclub "Objekt 21" in Desselbrunn bei Schwanenstadt auflösen. Der Grund dafür waren eindeutige Unterlagen, die geschickte Internet-Rechercheure aus der oö. Antifa-Bewegung zusammengestellt haben, sowie die breite Medienarbeit des oö. Netzwerks. Besonders die Tageszeitungen "Kurier" und "Österreich" haben äußerst engagiert berichtet. So ein Erfolg motiviert: Wir bleiben am Ball!

2) Der Welser FPÖ-Vizebürgermeister Bernhard Wieser, bekannt durch seine Unterstützung offen rechtsextremer Gruppen wie NVP und "Bunte", aber nicht durch Arbeitseifer in seinem Umweltressort, will die "Venus von Wels" vor dem neuen Kulturzentrum Herminenhof wiederaufstellen lassen. Die Welser Antifa ersuchte Stadtarchivleiter Günter Kalliauer um eine zeitgeschichtliche Stellungnahme zu dieser in der NS-Zeit entstandenen Statue. Und siehe da: Kalliauer rät nach Prüfung der Fakten von einer Wiederaufstellung dringend ab, weil die Nationalsozialisten um die "Venus von Wels" einen besonderen Kult betrieben haben. Beispielsweise wurden bronzene Nachbildungen durch NS-Bürgermeister Josef Schuller als "Ehrenpreise" an "verdiente Persönlichkeiten des Regimes" verliehen. Der erste Empfänger war Reichsmarschall Hermann Göring (übrigens "Pate" der Stadt Wels). Näheres kann man im "Kurier"-Artikel vom 5.6.2010 nachlesen!
Wiesers Behauptung, er habe die Wiederaufstellung mit den Spitzen von Stadt-SPÖ und -ÖVP abgesprochen, hielt nicht: Beide Parteien lehnen nach Information durch die Antifa einen neuen braunen Fleck in Wels unmissverständlich ab. Sie bringen das Thema in den heutigen Stadtsenat. Wieser (der zugibt, um den NS-Hintergrund der Statue gewusst zu haben) schaltet auf stur und möchte die braune "Venus" im Alleingang aufstellen. Was ihm kaum gelingen dürfte.

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Antifa-Netzwerk-Info Nr. 332 vom 2. Juni 2010

1) Am Abend des 27. Mai wurde in der Linzer Innenstadt ein Antifaschist attackiert und verletzt: Samuel Honauer, der sich in der Sozialistischen Linkspartei (SLP) engagiert, besuchte mit zwei Arbeitskollegen das Lokal "Alte Welt" am Hauptplatz. Als sie das Lokal verließen, sahen sie den Rechtsextremisten Roman Grassl mit einem Freund in einem Auto sitzen. Die beiden kennen Samuel als Antifaschisten und begannen ihn aus dem Auto heraus zu beschimpfen. Samuel ging hin und machte (ohne körperlichen Angriff) klar, dass er sich nicht einschüchtern lässt. Er forderte die Rechtsextremisten zum Verschwinden auf. Danach wollten er und seine Arbeitskollegen weitergehen. Doch Grassl und sein Freund überholten sie im Auto.
Was dann geschah, beschreibt Samuel so: "Sie sind direkt vor mir stehen geblieben und haben sich vor mir aufgebaut. Wir sind sehr nahe beieinander gestanden. Roman Grassl hat seine Zigarette zwischen Zeigefinder und Mittelfinger genommen, eine Faust geballt und versucht, mir mit der brennenden Zigarette ins Auge zu schlagen. Ich habe mich zur Seite gedreht und er hat mich im Gesicht auf Augenhöhe erwischt. Er hat die Zigarette in meinem Gesicht ausgerieben. Ich habe dann bei der Polizeistation beim Landhaus Anzeige gegen Grassl erstattet. Am Freitag bin ich ins Krankenhaus gegangen."
Roman Grassl gehörte zu den Rädelsführern des "Bundes Freier Jugend" (BFJ). Er ist in der rechtsextremen Szene nach wie vor sehr aktiv.

2) Am Mittwoch, dem 2. Juni, ehrt der israelische Botschafter Aviv Shir-On in Wien posthum ein oberösterreichisches Paar als "Gerechte unter den Völkern": Johann und Maria Schatz haben das jüdische Mädchen Esther Zychlinski, das im Jänner 1945 aus einem Nebenlager von Mauthausen fliehen konnte, bei sich versteckt und dadurch sein Leben gerettet. Die Auszeichnung "Gerechte unter den Völkern" wird von der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem an Personen vergeben, die unter dem NS-Regime Jüdinnen und Juden vor der Vernichtung bewahrt haben.

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Auch AntifaschistInnen sehen kritisch ...

... was israelische Militärs dieser Tage angerichtet haben, siehe dazu Hans Rauscher in der Standard-Ausgabe vom 2. Juni: Schwere Zeiten für Freunde Israels.

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Antifa-Netzwerk-Info Nr. 331 vom 31. Mai 2010

1) Ohne heftige antifaschistische Kritik - vor allem durch das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) und unser Netzwerk - wäre das Verfahren gegen die Täter aus dem KZ-Stollen von Ebensee wohl im Sand verlaufen. So hat sich die Staatsanwaltschaft Wels nach mehr als einem Jahr (!) doch noch dazu entschlossen, gegen vier der fünf Jugendlichen Anklage zu erheben. Und zwar wegen NS-Wiederbetätigung (§ 3g Verbotsgesetz). Der Anklagepunkt Körperverletzung wurde fallengelassen, obwohl die Täter KZ-Überlebende mit Plastikmunition beschossen und auch getroffen hatten.
Wird die Welser Justiz diesmal kompetenter agieren als 2008 beim völlig schief gelaufenen Prozess gegen den "Bund Freier Jugend" (BFJ)? Wir werden sehen.


einer der attackierten Besucher machte mit seinem Handy dieses Bild eines der Täter

2) Vielleicht sind die Sicherheitsbehörden im Burgenland wachsamer und engagierter als anderswo. Jedenfalls hat der dortige Verfassungsschutz am 26. Mai 21 Personen aus der Eisenstädter Gegend wegen NS-Wiederbetätigung, Sachbeschädigung und Körperverletzung angezeigt. Die Verdächtigen im Alter von 17 bis 38 Jahren sollen unter anderem Hauswände mit Hakenkreuzen und NS-Parolen beschmiert haben. Auch verbotene Waffen wurden bei der Neonazi-Bande sichergestellt.

3) Am 27. Mai hat das Ö1-Morgenjournal eine ausgezeichnete Reportage über mangelhafte Ermittlungen der Sicherheitsbehörden gegen Neonazi-Aktivitäten im Internet gesendet. Auch die diesbezügliche Kritik des oö. Antifa-Netzwerk wird dabei erwähnt.
Die Reportage ist unter http://oe1.orf.at/artikel/245748 nachzulesen.

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Asylwerber in Europa im Jahre 2009

Die Kritik am Asylrecht, an der Abwicklung der Asylverfahren in Österreich ist allgegenwärtig, es gibt dafür eine Vielzahl von Anknüpfungspunkten. Deshalb dürfte es doch einigermaßen überraschend sein, was man zu sehen bekommt, wenn man sich die aktuellen Zahlen zu den Asylwerbern und Asylverfahren in Europa anschaut: Da ist offenbar Österreich eines der Länder, die man eigentlich loben müsste, zumindest vergleichsweise mit dem, was anderswo passiert. Unter Anrechnung der jeweiligen Bevölkerungsgröße hat z.B. Österreich im Vergleich zu Deutschland das Fünffache an Asylwerbern und das Dreifache bei der Anerkennung, ganz zu schweigen von anderen Staaten, die sich entweder so gut wie mit keinen Asylwerbern zu befassen haben oder die nahezu keine Asyls gewähren. Schaut Euch das einmal an, im europäischen Asylwesen sind die Belastungen und die Leistungen extrem ungleich verteilt.

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Antifa-Netzwerk-Info Nr. 330 vom 25. Mai 2010

1) In der Tageszeitung "Kurier" wies Netzwerksprecher Dr. Eiter am 22.5. darauf hin, dass das von der Linzer Burschenschaft "Arminia Czernowitz" auf einem Veranstaltungsplakat verwendete NS-Motiv (die von einer Faust gewürgte Schlange) auch in Neonazi-Kreisen beliebt ist. Zuletzt wurde es bei einer braunen Demonstration im bayrischen Schweinfurt gezeigt (Redner war dort übrigens Ex-VAPO-Chef Gottfried Küssel aus Wien). Der Linzer Sicherheitsstadtrat Detlef Wimmer (FPÖ) ist also Vorzeigemitglied einer Burschenschaft, die sich mit offenen Neonazis ein Symbol teilt. Den "Kurier"-Artikel könnt Ihr in der angefügten JPG-Datei nachlesen.
Erfreulich: Der Pächter des Linzer Gasthauses Lindbauer, Gerhard Mayer, hat sich glaubwürdig von der Veranstaltung der "Arminia" unter seinem Dach distanziert. Er habe die rechtsextremen Hintergründe nicht gekannt und werde keine weitere Veranstaltung dieser Art beherbergen, erklärte er.

2) Die bekannte ORF-Journalistin Susanne Scholl hat die Online-Petition "Für einen würdigen Umgang mit Menschen in Not!" verfasst. Schon mehr als 3700 Menschen haben unterschrieben. Auch unser Netzwerk ruft zur Unterstützung dieses wichtigen Appells auf: Bitte tragt Euch unter http://www.PetitionOnline.com/liaboh/ ein!

3) Das Studierendenwohnheim der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) in der Mengerstraße in Linz (nahe der Johannes-Kepler-Universität) wurde kürzlich nach Franz Jägerstätter (1907 - 1943), dem katholischen NS-Gegner und Kriegsdienstverweigerer benannt. Der Benennungsakt erfolgte in Anwesenheit von Jägerstätters Witwe Franziska und seiner Tochter Maria Dammer.
Ein sehr begrüßenswertes Zeichen!

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UVS-Entscheidung: Einkesselung am 1. Mai in Linz war rechtswidrig

Rechtsanwalt René Haumer hatte im Namen von drei Verhafteten und mittlerweile freigesprochenen Demonstranten Beschwerde beim Unabhängigen Verwaltungssenat (UVS) eingereicht. Nach dem Abschluss aller Strafverfahren wurden diese Beschwerden am 19. Mai 2010 verhandelt.
In der Verhandlung stellte der UVS fest, dass die Polizei mit ihrer Einkesselung eines Teils der 1. Mai-Demonstration 2009 rechtswidrig in das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit eingegriffen hat. Ein Verdacht auf eine Verwaltungsübertretung reicht nicht aus, um das in der Verfassung garantierte Grundrecht auf Versammlungsfreiheit aufzuheben.
Im Verfahren wurde auch zusätzlich die Brutalität der Polizei bei den Festnahmen gerügt. Für eine diesbezügliche Sachentscheidung konnte sich der UVS aufgrund bestimmter gesetzlicher Normen nicht zuständig erklären, obgleich hinsichtlich dieser Normen der VwGh eine Überprüfung der Verfassungskonformität beim Verfassungsgerichtshof bereits initiiert hat. Es gilt abzuwarten, ob der Verfassungsgerichtshof die Verfassungswidrigkeit dieser Normen feststellt und diese als rechtsunwirksam aufhebt. Andernfalls unterläge ein rechtswidriges Einschreiten der Polizei kaum noch einer effektiven Nachkontrolle. Weiter offen ist die Entscheidung der Staatsanwaltschaft, ob und wieviele Polizeibeamte sich vor Gericht verantworten müssen.


wegen einiger Demo-Teilnehmer mit Kapuzen und Sonnenbrillen ging die Linzer Polizei
am 1. Mai 2009 - wie nun auch der UVS feststellte - rechtswidrig und brutal gegen die
Teilnehmer der von KPÖ und anderen linken Kleingruppen abgehaltenen Mai-Demo vor

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Antifa-Netzwerk-Info Nr. 329 vom 19. Mai 2010

1) Das Internationale Mauthausen Komitee (IKM) hat in einem Brief an Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) die österreichische Regierung aufgefordert, für eine konsequente Strafverfolgung von Neonazi-Umtrieben und für einen wirksamen Schutz der KZ-Gedenkstätten zu sorgen. Besonders erwähnt wird im Schreiben die wiederholte Schändung der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, der Auftritt der Welser "Bunten" in derselben Gedenkstätte sowie die Attacke auf KZ-Überlebende in Ebensee.
In der vorwöchigen Ausgabe des Magazins NEWS wurde Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) als "Hero" gewürdigt, weil sie sich als Gedenkrednerin in Ebensee bei den im letzten Jahr attackierten KZ-Überlebenden offiziell entschuldigt hatte. Justizministerin Claudia Bandion-Ortner dagegen musste sich als "Zero" kritisieren lassen: Ein Jahr nach der Attacke steht noch immer keine Anklage - der Akt wird zwischen der Staatsanwaltschaft Wels und dem Justizministerium hin- und hergeschoben ...

2) Der bekannte Wiener Anwalt und überzeugte Antifaschist Georg Zanger hat am 19. 5. 2010 eine Aufsehen erregende Pressekonferenz gegeben: Als Ergebnis langwieriger Recherchen präsentierte er "Das Spinnennetz des Rechtsextremismus". Schon am 18. 5. hat Zanger insgesamt 55 Personen wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Organisation angezeigt. Diese Organisation soll sich vielfach der NS-Wiederbetätigung und der Verhetzung schuldig gemacht haben. Dem Vernehmen nach sind unter den Angezeigten auch mehrere FPÖ-Spitzenfunktionäre, darunter Bundesobmann Heinz-Christian Strache und der oö. Landesobmann Manfred Haimbuchner. Obwohl die Anzeige wegen des Zustands unserer Strafjustiz wenig Chancen haben dürfte, ist sie doch eine starke Aktion.

3) Die Hoffnung, dass die Welser ÖVP nach dem Abgang des früheren Fraktionsobmanns Karl Georg Holter auf eine humanere und sozialere Linie einschwenkt, hat sich leider zerschlagen: Zwar wurde die FPÖ-Forderung nach Deutschtests für WohnungswerberInnen abgelehnt. Dafür hat die Welser ÖVP jetzt kurz nacheinander eine Mindestwohnfläche pro Person (mit Wohnungsverlust bei Unterschreitung?!) und ein Bettelverbot verlangt. Beides in voller Übereinstimmung mit den Freiheitlichen ...
Allerdings ist die Forderung nach einer Mindestwohnfläche in der Öffentlichkeit nicht gut angekommen. Und beim Bettelverbot passierte der schwarz-blauen Mehrheit im Welser Gemeinderat ein peinlicher Fehler: Weil drei Mandatare fehlten, konnten SPÖ und Grüne das Verbot verhindern. Freilich wollen ÖVP und FPÖ bei der nächsten Sitzung noch einmal denselben Antrag abstimmen lassen. Sehr demokratisch. Und sehr christlich, die Ärmsten polizeilich wegräumen zu lassen ...

4) Die Verleihung der Solidaritätspreise 2010 ist gleich in zweifacher Hinsicht hocherfreulich verlaufen: Bei den "Jungen Projekten" hat das "Bündnis Lichter gegen rechts" einen Preis erhalten! Diesem Bündnis gehört auch dem oö. Antifa-Netzwerk an. Besonderen Applaus verdienen aber die Sozialistische Jugend (SJ), die Katholische Jugend (KJ) und die Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), die das Bündnis initiiert und hauptsächlich getragen haben! Bei der Preisverleihung betonten die Bündnisvertreter die hohe Aktualität des Kampfes gegen Rechtsextremismus.
Als Einzelperson ausgezeichnet wurde Ernst Huber aus Bachmanning (Wels-Land): Er ist nicht nur äußerst engagiert als Ökologiebeauftragter der Evangelischen Kirche in Oberösterreich, sondern auch als Impulsgeber des Gedenkprojektes Bachmanning. In diesem Projekt geht es um ein Nebenlager des KZ Mauthausen, um eine ermordete Sinti-Familie und um einen ebenfalls ermordeten kommunistischen Widerstandskämpfer. Ohne Ernst Huber gäbe es das Projekt nicht. Die Würdigung für ihn ist wirklich hochverdient. Herzliche Gratulation!

5) Der Steyrer Widerstandskämpfer Max Petek, geboren 1913, wurde von Bundespräsident Heinz Fischer mit dem Goldenen Verdienstzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet. Am 11. Mai überreichte Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer die hohe Bundesauszeichnung an den stellvertretenden Landesvorsitzenden des KZ-Verbandes.
Max Petek gehörte zur weitläufigen kommunistischen Widerstandsorganisation in den Steyrer Werken. Er entkam als einziger Angeklagter dem Todesurteil mit einer Verurteilung zu fünf Jahren Zuchthaus. Nach der Befreiung arbeitete er (zuletzt als Prokurist) für Steyr-Daimler-Puch.
Das Antifa-Netzwerk freut sich mit Max Petek und gratuliert ihm zu dieser Ehrung!

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FPÖ-Reform?

Nach der FPÖ-Wahlschlappe bei der Bundespräsidentenwahl (die natürlich eh keine nicht gewesen ist) hat sich HC Strache überlegt, was er in Zukunft besser machen könnte. Die Zuneigung der Völkischdeutschnationalen hat er ja. Aber das sind heute halt keine echten Volksmassen mehr. Auch die Leute, die sich nach einem "Abendland in Christenhand" sehnen, sind eine eher bescheidene Kleingruppe. Darum will der HC jetzt innerparteilich eine Art Einsatzgruppe aufbauen, um hinkünftig zu einer Dreißigprozentpartei aufzusteigen. Er grenzt sich deshalb auch ab: in der FPÖ ist kein Platz für Neoliberalismus und für Extremismus von rechts und links. Zu blöd! Gerade wollten dreihundert Trotzkisten, zweihundert Anarchisten und hundert Maoisten der FPÖ beitreten und jetzt will sie der Strache gar nicht! Aber was werden jetzt wohl der dritte Nationalratspräsident Graf, Andreas Mölzer und ähnliche machen, wenn in der FPÖ der rechte Extremismus nimmer erwünscht ist? Bekommen auch diese Volksgenossen - wie die Rosenkranz - vom Dichand Formulare für eidesstattliche Erklärungen?

In Wien lässt sich Strache zurzeit als Sicherheitsfachmann plakatieren,
umgeben von echter Polizei, allerdings volkstümlich-freiheitlichen Geblütes:

Was - wie dieses Bild aus dem Standard v. 12.5. zeigt - zu künstlerischen Verfremdungen Anlass geben kann. Strache rätselt! Haben jetzt die Rechtsrechten oder die Linkslinken das Plakat seiner gemäßigten Mittlerenmitte-Partei besudelt?

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Antifa-Netzwerk-Info Nr. 328 vom 11. Mai 2010:

1) Die meisten der 40 Veranstaltungen zum Gedenken an die Befreiung des KZ Mauthausen und seiner Nebenlager haben in den letzten Tagen stattgefunden. Trotz des ursprünglich schlechten Wetterberichts ist alles gut gegangen. An der Internationalen Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen selbst - dem Höhepunkt der Kundgebungen - nahmen am Sonntag deutlich mehr als 10.000 Menschen teil. Das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) und seine regionalen Gruppen haben auch heuer wieder ausgezeichnete Arbeit geleistet!
Auf der Netzwerk-Homepage können auf der Seite Berichte Fotos von der Internationalen Befreiungsfeier angeschaut werden. Am Ende der Fotoserie steht ein Link, mit dem die Reden von vier KZ-Überlebenden aus Belgien, Serbien, Italien und der Ukraine herunterladen werden können.

2) In der Tageszeitung Österreich hat Netzwerksprecher Robert Eiter am 7. Mai namens des Netzwerks den Rücktritt des Linzer FPÖ-Stadtrats Detlef Wimmer gefordert. Wie berichtet, ist Wimmer Vorzeigemitglied der Burschenschaft "Arminia Czernowitz", die kürzlich eine Veranstaltung mit dem rechtsextremen Publizisten Richard Melisch durch ein leicht verändertes NSDAP-Plakat beworben hat.

3) Am 10.Mai trat der Landessicherheitsrat zusammen. Denn wieder einmal musste die Öffentlichkeit nach zahlreichen Berichten über rechtsextreme Vorfälle und über verschleppte Neonazi-Prozesse in Oberösterreich beruhigt werden. Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) kam erneut mit einer Alibiaktion davon: Einstimmig beschlossen wurde ein "Maßnahmenpaket gegen Extremismus von rechts und links(???)". Danach soll es künftig mehr schulische Maßnahmen, eine Studie über Jugendgewalt und eine Anlaufstelle für Betroffene geben. Durchaus Positives, soweit es realisiert wird, aber viel zu wenig.
Vor allem fehlen zwei grundsätzliche Weichenstellungen: Die Erklärung, dass unser Bundesland eine hochaktive braune Szene hat (von dieser Tatsache will Pühringer mit dem künstlich aufgeblasenen "Linksextremismus" ablenken). Und eine klare gemeinsame Abgrenzung der demokratischen Parteien von der FPÖ, die im Landessicherheitsrat das Maßnahmenpaket mitbeschließen durfte, aber in Wahrheit ein Teil des Problems ist.

4) Anders als es LH Pühringer wahrhaben will, kommt es in Oberösterreich laufend zu rechtsextremen Vorfällen. Zum jüngsten hat Alexander Schinko von der Initiative "Wider das Vergessen" (Mauthausen Komitee Ansfelden) folgenden Text geschickt:
"In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai 2010 wurde die Gedenktafel an der Kremsbrücke in Kremsdorf/Ansfelden für die Opfer der Todesmärsche der ungarischen Jüdinnen und Juden zerstört und in die Krems geworfen. Eine Anzeige gegen Unbekannt wurde erstattet."
Die Tafel wurde von der Initiative "Wider das Vergessen" vor zehn Jahren an dieser Stelle angebracht. Die Zerstörung der Tafel fügt sich ein in die Reihe von Zerstörungen mit offensichtlich rechtsextremem Hintergrund in Ansfelden. So wurden vor mehreren Monaten Kapellen zerstört und mit rechtsextremen Parolen beschmiert.
Dies geht einher mit einem massiven Rechtsruck in der Kommunalpolitik und abstoßenden Verbalentgleisungen des FPÖ-Vizebürgermeisters, der im Zusammenhang mit der Ansfeldner Integrationspolitik in der letzten Gemeinderatssitzung von "Umvolkung" gesprochen hat. Wir sind erschüttert über diesen Akt der Zerstörung und die jüngsten politischen Entwicklungen in Ansfelden!"
Die Initiative "Wider das Vergessen" hat erreicht, dass von der Gemeinde bereits eine neue Gedenktafel für die Kremsbrücke in Auftrag gegeben wurde.

5) Wie virtuos die Deutschnationalen die deutsche Sprache beherrschen, hat gestern der Burschenschafter und FPÖ-Nationalratsabgeordnete Lutz Weinzinger mit dem Titel einer Presseaussendung einmal mehr bewiesen: "Rote und schwarze Politiker zeichen sich verantwortlich für Euro-Misere" (sic!).

6) Eine von Medienstaatssekretär Josef Ostermayer (SPÖ) betriebene Gesetzesnovelle sieht vor, dass Parteiakademien künftig Fördermittel verlieren sollen, wenn diese missbraucht werden. Reden, Vorträge, Publikationen oder Bücher, die eine rechtskräftige Verurteilung für Delikte wie Verhetzung oder NS-Wiederbetätigung nach sich ziehen, können den Akademien zum Verhängnis werden. Geht es nach dem Gesetzesentwurf, sollen bei solchen Verurteilungen die Fördermittel teilweise oder in voller Höhe zurückgefordert werden - sofern für die rechtswidrige Handlung Geld der Parteiakademie verwendet wurde. In der Praxis wird wohl die FPÖ-Akademie das neue Gesetz zu fürchten haben ...

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Aus der Erklärung der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) zum 65. Jahrestag der Befreiung:

FIR: 8. Mai 2010 - 65. Jahrestag der Befreiung - Tag des Sieges

Vor 65 Jahren erlebte die Menschheit am 8.Mai 1945 die endgültige militärische Zerschlagung des deutschen Faschismus. Dieses Datum markiert den Sieg über das menschenverachtenden Regimes des Hitler-Faschismus,
o das politische Gegner und Andersdenkende ausgrenzte, verfolgte und inhaftiert,
o das Menschen allein aus einer konstruierten Rassezugehörigkeit als Juden, als Sinti und Roma, als Slawen millionenfach ermordete,
o das alle Nachbarstaaten in Europa und selbst Länder und Völker in anderen Teilen der Welt mit Krieg, Okkupation und Vernichtung überzog, ein Krieg, der mehr als 50 Millionen Menschen das Leben kostete.
Die faschistischen Weltherrschaftspläne wurden durch das gemeinsame Handeln der Anti-Hitler-Koalition gestoppt.
Es waren die Angehörigen der Streitkräfte der Alliierten, vor allem die Angehörigen der sowjetischen Armee, die die Hauptlast des Krieges trugen 27.000.000 zivile und militärische Opfer in der UdSSR, die diese Bedrohung auch militärisch zerschlugen.
Es waren die Partisanen und Widerstandskämpfer in allen okkupierten Ländern, und auch in Deutschland selber, die ihr Leben einsetzten für die Freiheit ihrer Heimat. Diese nationale Befreiungsbewegung umfasste Frauen und Männer, Kommunisten und Katholiken, Liberale und Sozialdemokraten, Gewerkschafter und auch Konservative. Wir ehren all diese Patrioten, den Beitrag der antifaschistischen Allianz und der nationalen Befreiungsbewegungen der Völker.

Der 8. Mai 1945 ist damit der Tag der Befreiung und des Sieges für alle vom deutschen Faschismus bedrohten Völker, für die Kämpfer gegen den Faschismus in allen Ländern, für alle Verfolgten und Opfer faschistischer Regime. Diese historische Wahrheit wird zunehmend verdrängt. Die Verbrechen des Faschismus werden relativiert, Kollaborateure rehabilitiert oder zu "Freiheitshelden" stilisiert.
Die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer -FIR - Bund der Antifaschisten verwahrt sich gegen alle Versuche der Etablierung eines reaktionären Geschichtsbildes - geprägt von Totalitarismusdoktrin und Geschichtsverfälschung - in Europa.

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Antifa-Netzwerk-Info Nr. 327

1) Die deutschnationale Burschenschaft "Arminia Czernowitz" - Vorzeigemitglied ist der Linzer FPÖ-Sicherheitsstadtrat Detlef Wimmer - hat am 30. April im Linzer Gasthaus Lindbauer eine Veranstaltung mit dem rechtsextremen Publizisten Richard Melisch durchgeführt. Diese Veranstaltung wurde durch ein Plakat beworben, das ein NSDAP-Motiv (eine Faust, die eine Schlange packt) in nur leicht veränderter Form wiedergibt. Die Grünen Linz haben deshalb Anzeige erstattet. Über die Umtriebe der "Arminia Czernowitz" soll heute (5.5.) in den Fernsehnachrichten von Pro7 (um 18.00 Uhr), von Puls4 (um 18.30 Uhr) und von Sat1 (um 20.00 Uhr) berichtet werden. Dr. Eiter wurde als Sprecher des oö. Antifa-Netzwerks zu diesem Thema interviewt.

2) Halblustiges aus der FPÖ: Oberösterreichs Freiheitliche fordern, dass Deutsch verpflichtende Schulsprache wird und auch in den Pausen gesprochen werden muss. Wie soll das umgesetzt werden? Schlendern künftig Polizisten über den Schulhof und stellen jedem Zuwandererkind, dem ein türkischer Satz entfährt, ein Strafmandat aus? Rassismus macht einfach dumm.

3) Nicht Simmering gegen Kapfenberg ist Brutalität, sondern Blau gegen Blau. In der Tiroler FPÖ tobt ein beinharter Machtkampf: Gerade wurden fünf Funktionäre ausgeschlossen. Jetzt hat sich der Ring Freiheitlicher Jugend (RFJ) von der Partei losgesagt. FPÖ-Landesobmann Gerald Hauser will den RFJ wegen "rechter Umtriebe" (!) anzeigen. Von denen hat er bisher natürlich nichts bemerkt ...

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Heuer: Friedlicher 1. Mai in Linz

Während vergangenes Jahr die Linzer Demo der KPÖ und anderer politischer Kleingruppen mit merkwürdigen Begründungen und mittels polizeilicher Einkesselung verhindert wurde, gab sich heuer die Polizei deutlich vernünftiger. 2009 waren es laut Polizeiangaben etwa 700 Leute, die mitdemonstriert hatten, heuer waren es um einige mehr. Da 2009 als Argument für die Einkesselung "Vermummung" genannt worden war (einige junge Leute trugen Kapuzen oder Sonnenbrillen), gab es heuer dazu einen Vermummungswettbewerb:


obwohl weitaus "vermummter" als voriges Jahr,
schritten die polizeilichen Streitkräfte nicht dagegen ein


der Demonstrationszug konnte sich - wie in demokratischen
Staaten üblich - frei von der Blumau zum Hauptplatz bewegen

Die vergangenes Jahr wegen "Widerstands gegen die Staatsgewalt" Angezeigten, wurden mitterweile alle freigesprochen, gegen vier Polizisten laufen inzwischen Ermittlungen. Ist doch schön: 65 Jahre nach Ende des Faschismus haben momentan sogar Kommunisten und andere Linksradikale in Linz von der Polizei nichts zu befürchten.
Äh, gefilmt wurden die Demo-Teilnehmer natürlich, weil die Stapo oder wie das heißt, braucht ja Überwachungsmaterial. Die Linke ist zwar durch keinerlei gesetzliche Bestimmungen irgendwie verboten, verdächtig ist sie den Kameraden vom staatlichen Gesinnungsschutz trotzalledem.

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Antifa-Netzwerk-Info Nr. 326 vom 27. April 2010

1) Die Bundespräsidentenwahl ist geschlagen, Amtsinhaber Heinz Fischer mit fast 79 % bestätigt. FPÖ-Kandidatin Barbara Rosenkranz erreichte 15,6 Prozent. Sie blieb damit nicht nur hinter dem von Parteichef Strache genannten Wahlziel (35 Prozent), sondern auch hinter ihrem eigenen (17 Prozent). Für interne Konflikte ist gesorgt (aus der Vorarlberger FPÖ wurde Strache bereits zum Rücktritt aufgefordert). Die FPÖ steckt ohnehin in Problemen: Schon die minimalen Zugewinne bei den niederösterreichischen Landtagswahlen und den steirischen Gemeinderatswahlen haben nicht zum strahlenden Siegerimage gepasst, noch weniger hat das die Niederlage bei den Wirtschaftskammerwahlen. In bundesweiten Umfragen liegen die Freiheitlichen aktuell bei 19 Prozent, gemeinsam mit dem BZÖ bei 21. Zum Vergleich: Die Nationalratswahl 2008 brachte den beiden Rechtsaußen-Parteien gemeinsam 29 Prozent.


Heinz Fischer mit Riesenmehrheit wiedergewählt

Freilich kann eine Momentaufnahme uns AntifaschistInnen nicht beruhigen. Sie zeigt aber doch, dass die FPÖ auch in für sie günstigen Krisenzeiten alles andere als unbesiegbar ist. Die demokratischen Parteien müssten allerdings zu klaren Positionen finden. Das gilt vor allem für die SPÖ, die sich nur mit einer glaubwürdigen Politik im Interesse der sozial Schwachen gegen die blaue Demagogie durchsetzen kann. Was den ÖVP-Kurs betrifft, sieht etwa der Standard-Journalist Hans Rauscher (und nicht nur er) Hinweise für eine neuerliche Ausrichtung auf Schwarz-Blau. Dadurch würde der Rechtsruck der letzten zehn Jahre weiter verschärft.
Die niedrige Beteiligung bei der Bundespräsidentenwahl (nur rund 50 Prozent) hat zu überzogenen Debatten geführt. Viele gingen einfach nicht zur Wahl, weil sie den Sieg von Heinz Fischer für ausgemacht hielten; viele ÖVP-AnhängerInnen wollten Fischer nicht wählen, Rosenkranz und Gehring aber auch nicht. Eine künftige Bundespräsidentenwahl mit zumindest zwei aussichtsreichen KandidatInnen wird auch wieder zu einer Beteiligung um die 70 Prozent führen.

2) Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) hat gerade den Verfassungsschutzbericht 2009 (siehe die Originalfassung in PDF-Datei) präsentiert. Bemerkenswert ist ihre absurde Interpretation, dass der Rechtsextremismus in Österreich an Bedeutung verliere, während der Linksextremismus immer gefährlicher werde - eine Interpretation, die die "Kronenzeitung" sofort dankbar aufgegriffen hat. Weil dieser Unsinn hier auch nicht besser beantwortet werden könnte, sei hier die Presseaussendung der KPÖ dazu zitiert:
"Als politische Schützenhilfe für Neonazismus, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit kritisiert KPÖ-Bundessprecher Messner die Bewertung des neuesten Verfassungsschutzberichtes durch Innenministerin Maria Fekter (ÖVP).
Fekter konstatiert dabei eine Zunahme von "Provokationen von linksextremer Seite" und bagatellisiert damit, dass rechtsextreme Straftaten fast zehnmal so umfangreich sind. 2009 gab es laut Verfassungsschutzbericht 90 als linksextrem definierte (2008: 64), hingegen 791 rechtsextreme Anzeigen (2008: 835). Erschwerend dabei ist, dass rechtsextreme Aktivitäten meist direkt im Zusammenhang mit dem NS-Verbotsgesetz - diesbezüglich gab es ein Anwachsen der Anzeigen von 360 auf 396 - oder mit Delikten wie Körperverletzung stehen.
Hingegen handelt es sich bei den als linksextrem definierten Aktivitäten meist um Schmieraktionen oder um Vorfälle bei Naziprovokationen, bei denen DemokratInnen durchaus im Sinne des antifaschistischen Verfassungsauftrages handeln, während die Exekutive gegenüber rechtsextremen Umtrieben vielfach eine auffallende Toleranz zeigt: 'Würde die Exekutive Verbotsgesetz und Staatsvertrag entsprechend ernst nehmen und konsequent gegen neonazistische, rechtsextreme und fremdenfeindliche Umtriebe vorgehen, würden viele als linksextrem eingestufte Aktivitäten erst gar nicht stattfinden', so Messner.
Scharf kritisiert Messner das von Bundesverfassungsschutzleiter Peter Gridling angekündigte 'Sensibilisierungsprogramm' zur Erkennung von linksextremen Aktivitäten. Die Kritik Gridlings, manche Dienststellen hätten 'Schwierigkeiten, linke Straftaten zu erkennen', zeigt ganz eindeutig, dass Verfassungsschutz und Exekutive nicht vorrangig den Rechtsextremismus entsprechend dem eindeutigen Verfassungsauftrag bekämpfen, sondern diesen durch den Popanz eines Linksextremismus 'ausgleichen' und damit bagatellisieren wollen."

3) Wie es unter sittenstrengen "deutschen" Männern halt so Brauch ist, lud die Wiener Burschenschaft "Silesia" zum "Red Room Clubbing" (!) ins einschlägige Lokal "Pour Platin". Dieses Lokal gehört der Gürtelgröße Richard Steiner. Ihm wird Menschenhandel, Schutzgelderpressung und vieles mehr vorgeworfen. Manche "Silesia"-Gäste erschienen mit ihren Frauen. Unter ihnen auch Hubert Keyl, Referent des Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf (FPÖ). Die Fete verlief laut und feucht. Zahlreiche Augenzeugen behaupten, dass Keyl um drei Uhr früh handgreiflich wurde, als seine wasserstoffblonde Frau Elisabeth - Chefsekretärin von FPÖ-Bundesobmann H.C. Strache - umschwärmt von betrunkenen Partytigern auf der Theke saß. Er soll sie von der Theke gezerrt und auf sie eingeschlagen haben. Nun schritten die hünenhaften Aufpasser des Lokals ein. Weil Keyl sich gegen sie wandte, hagelte es Hiebe für ihn. Er erlitt mehrere Brüche von Gesichtsknochen und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Die Strache-Chefsekretärin aber soll beschlossen haben, ihren verletzten Gentleman-Gatten zu rächen: Frühmorgens sei sie in Begleitung ihres angeblich besten Freundes, des Rechtsextremisten Gottfried Küssel, zum "Pour Platin" zurückgekehrt und habe lautstark damit gedroht, den dortigen Aufpassern "ein Projektil durch den Schädel zu jagen". High Noon am Wiener Gürtel sozusagen. Zur Ausführung kam es glücklicherweise nicht.
Hubert und Elisabeth Keyl bestreiten beide den eheinternen Gewaltausbruch. Dem Vernehmen nach hat die FPÖ mit der peinlichen Affäre ihre Not: Das Umfeld von Strache und Graf ist ja nicht gerade staatstragend aufgetreten ...

4) Wie das Nachrichtenmagazin "profil" berichtet, gehört Robert Faller, "Generalsekretär" der neonazistischen "Nationalen Volkspartei", zu den 4420 Facebook-Freunden des BZÖ-Bundesobmanns Josef "Seppi" Bucher.

5) In den letzten Netzwerk-Infos wurde über den vom oö Antifa-Netzwerk unterstützten Offenen Brief gegen den "Trauermarsch" berichtet, den Neonazis am 8. Mai durch die Linzer Innenstadt durchführen wollen. Mittlerweile hat der Offene Brief in den Medien ein breites Echo gefunden. Die "Nationale Volkspartei" (NVP) kündigt jetzt an, auf den Linzer "Trauermarsch" zu verzichten.

6) Noch bis 6. Mai können sich Linzerinnen und Linzer mit ihrer Unterschrift gegen die Stadtwache aussprechen - übrigens nicht nur im Neuen Rathaus, sondern bei vielen öffentlichen Einrichtungen der Landeshauptstadt. Wenn sich mindestens 3000 UnterstützerInnen eintragen, muss der Gemeinderat das Thema neu behandeln. Alles Nähere unter www.stadtwachelinz.at !
Wie die Linzer SPÖ mit dieser Initiative umgeht, ist allerdings eine Verhöhnung der direkten Demokratie: Letzte Woche hat sie im Gemeinderat gemeinsam mit ÖVP und FPÖ der Stadtwache zugestimmt und so deutlich gemacht, dass ihr der zivilgesellschaftliche Widerstand völlig gleichgültig ist. Der Antrag von Grünen und KPÖ, das Thema bis nach dem 6. Mai zu vertagen, wurde abgeschmettert. Offenbar ist es aus Sicht der Linzer SPÖ ein dringendes Anliegen, dem rechtsextremen Sicherheitsstadtrat Detlef Wimmer (FPÖ) endlich sein Spielzeug zu verschaffen ... Die nur geringen formalen Kompetenzen der "Ordnungstruppe" sind da ein schwacher Trost.
Trotz oder gerade wegen des untragbaren Vorgehens der Linzer SPÖ sollten noch möglichst viele Linzerinnen und Linzer gegen die Stadtwache unterschreiben! Damit die Debatte wieder in den Gemeinderat kommt und klar ist, dass der Widerstand fortgesetzt wird.

7) Der antifaschistische Musiker und Autor Herwig Strobl möchte einen von ihm verfassten Beitrag über den "Dichterstein" in Offenhausen zur Diskussion stellen (siehe die Datei).

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Und noch was zur Bundespräsidentenwahl:

Der Standard am 27.4.2010 ..
.
... zu einem weitere Wahlverlierer

Die FPÖ hat im Vergleich zur NRW 2008 enorm verloren (Standard 27.4.):

Die FPÖ setzte mit der Kandidatin Rosenkranz auf die deutsch-völkischen Wähler, der "Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibenden" hat richtig erkannt, dass solches beim Wähler heute nimmer sehr viel Interesse findet. Er schlägt daher vor, die FPÖ solle einen wirtschaftsliberalen Kurs einschlagen. Also weniger Rosenkranz und mehr Grasser und Meischberger?
Jedenfalls ist klar: Zwei Drittel der FPÖ-WählerInnen von 2008 standen mit der FPÖ nur in lockerer Beziehung. Wenn sich die SPÖ um diesen Bereich politisch mehr kümmern täte, diese Menschen zu ihren Sorgen und Problemen direkter anspräche, dann hätte es in Österreich der Rechtspopulismus weniger leicht ...

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Bundespräsidentenwahl 2010 am 25. April:



Die besonders stramm-deutschnationale FPÖ-Kandidatin Rosenkranz lag mit 452.615 Stimmen deutlich unter dem FPÖ-Ergebnis bei der NRW 2008 (da sind es 857.028 gewesen, mit den Stimmen fürs BZÖ sogar 1,379.961!!), besonders erfreulich: auch bei den WählerInnen unter 30 lag Rosenkranz weitaus niedriger als die FPÖ bei den vergangenen Wahlen. Dass die ÖVP keinen Kandidaten aufstellte und zum Leerwählen aufrief, ruinierte die Wahlbeteiligung, brachte aber Rosenkranz keine Stimmen und Gehring, dem Kandidaten der "Christenpartei", nur wenige. Ein Wahlergebnis mit dem wir zufrieden sein können!

Als Analyse könnte man versuchen: 2008 haben knapp 1,4 Millionen ÖsterreicherInnen die beiden rechtsrechten Parteien gewählt. Es kann nunmehr vermuteten werden, dass sie es nicht wegen einer deutschnationalen-burschenschaftlichen Gesinnung taten. Weil davon blieben eben nur 450.000 Stimmen. Nach der NRW 2008 vermuteten manche sehr einfach denkende Linke, die vielen Stimmen für FPÖ und BZÖ wären ein Produkt der heftigen rechtsrechten Hetze gewesen. Jetzt vermutet Strache, das schlechte Rosenkranz-Ergebnis sei von einer linken Hetze gegen Rosenkranz verursacht worden. Könnte es nicht sein, dass das Ergebnis von 2008 von Problemen verursacht war, die von den anderen Parteien ignoriert worden waren, und das Ergebnis gegen die Rosenkranz von mangelndem Rechtsextremismus verursacht worden ist? Dass also zuwenig linke Basisnähe und zuwenig Deutschnationalismus mit den Wahlergebnissen 2008 und bei der Bundespräsidentenwahl 2010 zu tun hätten? Somit zwei Drittel der FPÖ und BZÖ Wählerschaft durchaus aus dem rechten Eck zurückholbar sind, wenn man sich endlich um ihre Ängste und Probleme kümmern täte?

Eine Frage, mit der man sich befassen sollte! Was meint Ihr dazu? Meinungen erbeten an
red@antifa.co.at - danke für Euer Interesse!

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Antifa-Netzwerk-Info Nr. 325 vom 22. April 2010

1) "profil"-Herausgeber Christian Rainer ist Bürgerlicher und sozialdemokratischer Sympathien unverdächtig. Trotzdem liest er in seinem aktuellen Leitartikel der ÖVP die Leviten: Dass sie sich auf keine Haltung zu Heinz Fischer festlege, sei unerträglich. Und weiter: "Schon die blanke Tatsache, dass es in Österreich eine Wahlauseinandersetzung zwischen dem amtierenden Bundespräsidenten und einer Person gibt, die eben noch das Verbotsgesetz abschaffen wollte und den Holocaust infrage stellen durfte, ist beschämend. Die Antwort darauf kann nur sein, dem Weltbild des Dritten Lagers ... eine Absage zu erteilen. Das funktioniert aber nicht mit weiß oder ungültig wählen, sondern nur mit einer Stimme für Fischer."
Da hat Rainer völlig recht. Am kommenden Sonntag heißt es für alle DemokratInnen: Hingehen und Heinz Fischer wählen! Damit der Stimmenanteil der Rechtsextremistin Barbara Rosenkranz möglichst niedrig bleibt.

2) Die Auflistung sämtlicher Befreiungsfeiern in Österreich ist auf dieser Homepage im  Menupunkt Befreiungsfeiern zu finden. Die Fülle von Aktivitäten zeigt das enorme Engagement des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ) und seiner lokalen Gruppen. Für diese Leistung sei den OrganisatorInnen herzlich gedankt! Gleichzeitig werden alle Personen und Gruppen im oö Antifa-Netzwerk gebeten, an einigen angeführten Gedenkkundgebungen teilzunehmen und möglichst viele Menschen dorthin mitzunehmen!
Höhepunkt der Kundgebungen ist natürlich die Internationale Befreiungsfeier, die unter dem Motto "Kinder und Jugendliche im KZ Mauthausen" am Sonntag, dem 9. Mai, in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen stattfindet. Zu dieser Feier werden wieder mehr als zehntausend Menschen aus 40 Nationen erwartet.

3) Im Innviertel (traditionell eine besondere Hochburg rechtsextremer Strömungen) tut sich erfreulich viel Antifaschistisches:
Am 17. April haben sich an der Antifa-Demo in Braunau mehr als 400 Menschen beteiligt. Die von der Neonazi-Szene angekündigten gewalttätigen Störaktionen blieben aus.
Am 19. April hat sich in Ried im Innkreis eine neue antifaschistische Initiative gegründet: Sie nennt sich "MuT" ("Menschlichkeit und Toleranz - Innviertel ohne Fremdenfeindlichkeit und Faschismus"). Netzwerksprecher Robert Eiter war zur Gründungsversammlung als Referent eingeladen. Die Aktivistinnen kommen vor allem aus Gewerkschaften, Kirchen und Frauenbewegung. Sie wählten Gottfried Gansinger zu ihrem Sprecher. Schon im Leitbild von "MuT" ist verankert, dass die Initiative in unserem Netzwerk mitarbeiten wird. Damit ist sie die 57. Netzwerk-Organisation. Herzlich willkommen und viel Erfolg!
Und am Mittwoch, dem 5. Mai, führt die Junge Generation (JG) in Schärding einen Fackelzug gegen Rassismus und Gewalt durch. Treffpunkt ist um 18.30 Uhr beim Kriegerdenkmal an der Alten Innbrücke. Schon sind rechtsextreme Drohungen eingegangen, aber die couragierte JG-Vorsitzende Katharina Rienesl und ihre Leute lassen sich nicht einschüchtern. Dafür verdienen sie großen Respekt. Das Netzwerk ruft zur Teilnahme am Fackelmarsch auf!

4) In der Nähe eines Wohnwagenlagers von durchziehenden Roma- und Sintigruppen in Pregarten (Bezirk Freistadt) haben unbekannte Täter in der Nacht auf Dienstag einen Feuerwerkskörper gezündet. Dieser Feuerwerkskörper ist neben 6 Wohnwagenanhängern der aus Frankreich stammenden Sinti und Roma explodiert. Verletzt wurde niemand. Trotzdem war der Anschlag sehr gefährlich, denn die Explosion erfolgte direkt neben einem benzinbetriebenen Generator. Die Polizei ermittelt.

5) Sehr erfolgreich verlief am 20. April die Präsentation des neuen Buches ("Rechtsextrem") und der neuen Rechtsextremismus-Hotline (0810 500 199) des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ) durch Christa Bauer und Willi Mernyi. Der Wiener Presseclub "Concordia" war überfüllt, das Medienecho ist groß. Bereits jetzt sind viele Buchbestellungen beim MKÖ eingegangen.

6) Am 21. April wurde bei einer Pressekonferenz in Linz über die neue Kampagne der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) gegen Rassismus und Rechtsextremismus informiert. Alles Nähere dazu auf PDF-Datei lesen!

7) Noch bis 6. Mai können sich Linzerinnen und Linzer mit ihrer Unterschrift gegen die Stadtwache aussprechen - übrigens nicht nur im Neuen Rathaus, sondern bei vielen öffentlichen Einrichtungen der Landeshauptstadt. Wenn sich mindestens 3.000 UnterstützerInnen eintragen, muss der Gemeinderat das Thema neu behandeln. Alles Nähere unter www.stadtwachelinz.at !
ACHTUNG: Wer schon in der Einleitungsphase unterschrieben hat, sollte überprüfen, ob er oder sie auch wirklich als UnterstützerIn aufscheint!
Das oö. Antifa-Netzwerk steht hinter dem zivilgesellschaftlichen Widerstand gegen die Stadtwache und ruft zur Unterstützung auf.

8) Im letzten Netzwerk-Info wurde über den von vom Netzwerk unterstützten Offenen Brief gegen den "Trauermarsch" berichtet, den Neonazis am 8. Mai durch die Linzer Innenstadt durchführen wollen. Erreicht werden soll ein behördliches Verbot der braunen Zusammenrottung. Jetzt hat sich auch ein breites Aktionskomitee gebildet.

9) Was ist eigentlich in der SPÖ Niederösterreich los? Zuerst macht der SPÖ-Bürgermeister von Traismauer einen Mitbegründer der neonazistischen NVP zu seinem Vizebürgermeister (siehe das letzte Netzwerk-Info). Jetzt wird der BZÖ-Nationalratsabgeordnete Ernest Windholz in seiner Heimatgemeinde Bad Deutsch-Altenburg mit den Stimmen der SPÖ-Fraktion sogar zum Bürgermeister gewählt. Nach zweieinhalb Jahren soll Windholz, der einst als FPÖ-Landesrat den SS-Leitspruch "Unsere Ehre heißt Treue" von sich gab, durch einen Sozialdemokraten abgelöst werden - so der Deal.
Haben solche SPÖ-FunktionärInnen wie die in Traismauer und Bad Deutsch-Altenburg eigentlich überhaupt nichts mitbekommen? Fehlt ihnen jedes demokratische Schamgefühl? Sind ihnen die Opfer des NS-Regimes völlig egal, wenn nur der Postenschacher stimmt? Offensichtlich muss man alle diese Fragen mit Ja beantworten. Und dann stellt sich eine viel schwerwiegendere Frage: Warum reagieren Landes- und Bundes-SPÖ auf solche üblen Machenschaften nur sehr zögerlich oder gar nicht?

10) Für Österreichs größte Jugendsozialaktion "72 Stunden ohne Kompromiss", die von 21. bis 24. Oktober 2010 bereits zum fünften Mal stattfindet, werden Projekte gesucht, die Jugendliche innerhalb von 72 Stunden umsetzen können. Heuer lautet das Motto "Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung".
Besonders für die interkulturelle Begegnung, die aktive Gedenkarbeit und die Förderung der Zivilcourage haben Jugendliche im Rahmen dieser außergewöhnlichen Aktion der Katholischen Jugend (KJ) schon viel geleistet, etwa die Errichtung der Gedenkstätte in Ternberg.
Die Katholische Jugend ersucht darum, bis 30. Juni Projekte einzureichen. Näheres unter www.72h.at !
In Oberösterreich fungiert Maria Hochholzer als Kontaktperson: erreichbar unter 0732/6906-2188 oder maria.hochholzer@dioezese-linz.at!

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Wahlmöglichkeit

Noch ein aktuelles zurzeit im Internet zirkulierndes Wahlargument:

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Antifa-Netzwerk-Info Nr. 324b vom 21. April 2010

Einen wichtigen Etappensieg haben wir AntifaschistInnen im Welser Konflikt um geplante Deutschtests bei der Vergabe öffentlicher Wohnungen erzielt. FPÖ-Wohnungsstadtrat Rabl musste eingestehen, was ein breites Bündnis von Menschenrechtsorganisationen und MigrantInnenvereinen schon seit vielen Wochen sagt: Dass die Deutschtests diskriminierend und rechtswidrig wären. Der Verfassungsdienst der Stadt Wels hat das nach langer Prüfung bestätigt.
Andread Rabl will trotz dieser Blamage (immerhin ist er Rechtsanwalt und sollte juristisch eine Ahnung haben) weitermachen: Angeblich hat er einen Verfassungsrechtsexperten der Linzer Universität beauftragt, eine haltbare Version der Deutschtests zu entwickeln. Wer der Experte sein könnte, ist freilich unbekannt - Rabl will den Namen nicht nennen.
Eines steht fest: Wir sagen zu den rassistischen Schikanen der FPÖ ein klares Nein und werden Deutschtests für WohnungswerberInnen in jeder Form verhindern!
Rabl könnte seine Deutschtests aber bei den blauen FunktionärInnen erproben - etwa bei jener FPÖ-Jugendreferentin, die gerade von Ö3 interviewt wurde (siehe "Interview mit einer FPÖ-Jugendreferentin"). Die Obdachlosigkeit bei den Freiheitlichen würde dann sprunghaft zunehmen ...

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Rechtsextrem - neues Buch klärt auf

Das Mauthausen Komitee präsentiert ein Buch, siehe:
http://wien.orf.at/magazin/magazin/trends/stories/436055/

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Interview mit einer FPÖ-Jugendreferentin

Das Interview als Link zum ORF war leider nach einem Tag eine "404", darum jetzt als YouTube-Ton:

Wahrlich, wahrlich, ich sage Euch: Da ist ein Kommentar gänzlich überflüssig ...

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Pius-Bischof verurteilt

Der britische Bischof Richard Williamson bestritt in einem im Jänner 2009 ausgestrahlten Interview mit einem schwedischen Fernsehsender, dass die Nationalsozialisten sechs Millionen jüdische Menschen ermordet haben. "Ich denke, dass 200.000 bis 300.000 Juden in NS-Konzentrationslagern starben, aber keiner von ihnen in Gaskammern". Der Bischof berief sich auf den berüchtigten amerikanischen Holocaust-Leugner, Fred Leuchter.
Williamson ist Bischof in der lefebvrianischen Piusbruderschaft, einer schismatischen Sekte, die auf den französischen Bischof Lefebvre (1905-1991) zurückgeht, der das 2. Vatikanische Konzil ablehnte und 1988 vom damaligen Papst Johannes Paul II. exkommuniziert wurde.
Im Jänner 2009 hat Papst Benedikt XVI. diesen Abspaltern verziehen und die Exkommunikation aufgehoben, das Interview brachte den Vatikan ziemlich in Verlegenheit. Bisher hat man sich dort allerdings von den Pius-Brüdern nicht distanziert, die Wiedereingliederung dieser Gruppierung in die kathoiloische Kirche liegt seither nur auf Eis.


der Vatikan hat ihm verziehen ...

Da das schwedische Interview in Deutschland aufgenommen wurde, lief nun ein Verfahren wegen Volksverhetzung gegen den Bischof, er wurde am 16. April 2010 in Abwesenheit zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt, das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Bemerkenswert, dass die katholisch-rechtsextreme Homepage "kreuz.net" Williamson als "Märtyrer-Bischof" sieht: http://www.kreuz.net/article.11012.html

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Wiener Akademikerbund liefert weitere Rechtsausleger

Der Wiener Akademikerbund setzt seine Forderungen nach einer Aufhebung des NS-Verbotsgesetzes fort. Die Amtsenthebung durch den Österreichischen Akademikerbund (Vorfeldorganisation der ÖVP) erkennen Landesobmann Josef Müller und seine Kameraden nicht an. Am 15. April 2010 gab Müller die Ansicht von sich, es sei nach 70 Jahren genug mit der Rolle Österreichs als "Mitschuldigen und Verursacher" der NS-Verbrechen.
Das NS-Verbotsgesetz verglich Müller mit dem "tragenden Element" des NS-Regimes, dem Verbot der freien Meinungsäußerung. Man bediene sich mit dem Verbotsgesetz der "gleichen Waffen" wie die Nazis und das sei "eine Schande".

Formal hat Müller irgendwie recht damit! Er sieht bloß die Proportionen nicht ganz richtig. Während der NS-Zeit war die NS-Meinung erwünscht und erlaubt, alle anderen Meinungen waren verboten, jetzt ist es umgekehrt, alle Meinungen sind erlaubt, bis auf NS-Meinungen, die sind verboten. Die Abschaffung des Verbotsgesetzes würde sogar die Wiedergründung der NSDAP gestatten.

Für den Wiener Akademikerbund sieht bei der Bundespräsidentschaftswahl auch Gehring und Rosenkranz für wählbar. Bezweifelt werden darf allerdings, ob die FPÖ zurzeit sehr scharf auf den Herrn Müller und seinen Akademikerbund ist. Denn Frau Rosenkranz hat der Forderung nach Aufhebung des NS-Verbotsgesetzes abgeschworen - Herr Müller und Kameraden stehen also noch deutlicher weiter rechts als Frau Rosenkranz und die FPÖ.
Interessantes Problem für die ÖVP. Eine Parteiaussendung dazu: "Die gesamte ÖVP Wien distanziert sich nochmals in aller gebotenen Schärfe von diesen Aussagen. Mit uns wird es keine Verschiebung der Grenzen nach Rechts geben. Auch aus dem Bundes-Akademikerbund gibt es mittlerweile mehr als eindeutige Signale, dass man mit diesen Herrschaften nichts mehr zu tun haben will".

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Zurzeit geistert dieses Wahlplakat durchs Internet:


bitte genau hinschauen!

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Antifa-Netzwerk-Info Nr. 324 vom 16. April 2010

1) Bei einer Kundgebung der islamfeindlichen Rechtsaußenpartei "pro NRW" in Gelsenkirchen (Nordrhein-Westfalen) hat sich der Linzer Nationalratsabgeordnete Werner Neubauer mit einer bezeichnenden Grußadresse eingestellt: " Liebe deutsche Landsleute! Ich darf das sagen, weil ich Deutscher bin." Wenn er gar so "deutsch" ist, der Herr Abgeordnete, warum gibt er dann nicht seine hiesige Funktion auf und zieht nach Deutschland? Leider dürfte das ein Wunschtraum bleiben.
"pro NRW" steht übrigens wegen islamfeindlicher Hetzpropaganda unter der Beobachtung des Verfassungsschutzes. Mehr als ein Prozent der Stimmen hat die Partei bei den bevorstehenden Landtagswahlen aber nicht zu erwarten.

2) Angefügte eine PDF-Datei den hervorragenden "Kurier"-Artikel Menschenhatz im Internet von Jürgen Pachner enthält. Dieser Artikel ist am vergangenen Sonntag (11. April) erschienen. Er setzt sich mit der neonazistischen Homepage alpen-donau.info auseinander, aber auch mit den Aktivitäten dagegen - etwa des Mauthausen Komitees Österreichs (MKÖ), des SOS-Menschenrechte-Vorsitzenden Gunther Trübswasser und des Datenforensikers Uwe Sailer. Angeblich hat der Verfassungsschutz vor kurzem eine Sonderkommission gegen die Hintermänner der Homepage gebildet. alpen-donau.info wird seit März 2009 betrieben. Das zeigt, mit welcher Geschwindigkeit unsere Sicherheitsbehörden auf Neonazi-Umtriebe reagieren ...

3) Manche Politiker nennen sich demokratisch und sind doch eine Schande für die Demokratie. Einer von ihnen ist Herbert Pfeffer, der SPÖ-Bürgermeister von Traismauer (Bezirk St. Pölten-Land). Weil seine Fraktion bei der Gemeinderatswahl die absolute Mehrheit verloren hatte, ließ er sich kürzlich von der FPÖ zum Bürgermeister küren und sorgte im Gegenzug für die Wahl des blauen Mandatars Christian Ballmüller zum Vizebürgermeister.
Ballmüllers Gesinnung aber sticht sogar in der FPÖ heraus. Er war Mitbegründer der neonazistischen "Nationalen Volkspartei" (NVP) und fiel unter anderem durch eine antisemitische Hasstirade auf: "Es wird Zeit das (sic!) man die Welt aus den Händen derjenigen befreit, die nur Macht, Geld, Mord und Totschlag säen!" Als Pfeffer mit dieser Vorgeschichte seines Bündnispartners - der von der NVP zur FPÖ gewechselt hatte - konfrontiert wurde, sah er keinen Grund, Konsequenzen zu ziehen. Mittlerweile ist Ballmüller unter dem Druck der Öffentlichkeit zurückgetreten. Man kann nur hoffen, dass ihm Pfeffer, der sich derzeit auf einem Thailand-Urlaub befindet, nach seiner Rückkehr folgt.

4) Am 15. April hat die Bürgerinitiative gegen die Linzer Stadtwache vor dem Neuen Rathaus eine Kundgebung mit Gerhard Haderer durchgeführt. Noch bis 6. Mai können sich Linzerinnen und Linzer mit ihrer Unterschrift gegen die Stadtwache aussprechen - übrigens nicht nur im Neuen Rathaus, sondern bei vielen öffentlichen Einrichtungen der Landeshauptstadt. Wenn sich mindestens 3000 UnterstützerInnen eintragen, muss der Gemeinderat das Thema neu behandeln. Alles Nähere unter www.stadtwachelinz.at !
ACHTUNG: Wer schon in der Einleitungsphase unterschrieben hat, sollte überprüfen, ob er oder sie auch wirklich als UnterstützerIn aufscheint!
Das oö. Antifa-Netzwerk steht hinter dem zivilgesellschaftlichen Widerstand gegen die Stadtwache und ruft zur Unterstützung auf.

5) Der persönliche Prediger von Papst Benedikt XVI., Pater Raniero Cantalamessa, hat beim Karfreitagsgottesdienst des Vatikans die im Zusammenhang mit der Missbrauchsaffäre erhobenen Vorwürfe gegen die katholische Kirche und den Papst mit den "schändlichsten Aspekten des Antisemitismus" verglichen. Ein jüdischer Freund habe ihm in diesem Sinn geschrieben.
International waren Vertreter des Judentums über den Vergleich Cantalamessas empört. Der Zentralrat der Juden in Deutschland bezeichnete die Aussagen des Predigers als "Frechheit". "Es ist widerwärtig und obszön und vor allem beleidigend gegenüber den Missbrauchsopfern und auch gegenüber den Opfern der Shoah", sagte der Generalsekretär des Zentralrates, Stephan Kramer.

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Antifa-Netzwerk-Info Nr. 323b vom 14. April 2010

Im aktuellen SPÖ-Magazin LILA ist ein Interview über Rechtsextremismus abgedruckt, das SPÖ-Bezirksgeschäftsführer Thomas Kolar mit Netzwerksprecher Dr. Robert Eiter führte.
Das Interview kann hier downgeloaden werden.

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Nach völligem Versagen: völlige Niederlage

Bei den ungarischen Parlamentswahlen am 11. April 2010 gab es den erwarteten Sieg der Rechten und Rechtsrechten. Die weit rechtsstehenden Konservativen - FIDESZ - kamen auf 52,76 Prozent der Stimmen (plus 10,7%). Die sozialdemokratische MSZP schrumpfte aufgrund ihrer in den Regierungsjahren verbrachten Taten auf 19,30 Prozent - 2006 hatte sie 43,2%. Die bisher nicht im Parlament vertretene rechtsextremistische Jobbik erhielt 16,70 Prozent (2006: 2,2%). Überraschend konnte die grün-alternative Reformpartei LMP mit 7,43 Prozent ebenfalls ins Parlament einziehen. Die Freien Demokraten und das Demokratische Forum verloren ihre parlamentarische Vertretung.
Es ist leider naheliegend, dass die ganz Rechten ihre Stimmen direkt aus dem Wählerlager der Sozialdemokraten gewannen, in Österreich kennen wir das ja auch, eine Sozialdemokratische Partei, die in ihrer Klientel nicht mehr als Interessensvertretung wahrgenommen wird, grenzt sich letztlich selber aus.


viele zutiest angefressene MSZP-Wähler dürften zu den Rechtsextremisten
abgewandert sein - sich nicht um den Massenfrust zu kümmern, ist tödlich!

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SPÖ erstattet Anzeige

Die SPÖ-OÖ hat Anzeige gegen die NVP (Nationale Volkspartei) und gegen die "Bunten" (Wels) wegen NS-Wiederbetätigung erstattet. Die beiden Gruppierungen hatten sich 2009 an den Landtags- bzw. Gemeinderatswahlen zu beteiligen versucht und waren von den Wahlbehörden abgewiesen worden. Anfechtungen dieser Abweisungen wurden inzwischen vom Verfassungsgerichtshof zurückgewiesen. Die Anzeigen wurden auch an Justizministerin Claudia Bandion-Ortner übermittelt. Verbunden waren diese Schritte mit Kritik an der Strafjustiz, die sich betreffend NVP und "Bunten" in Schweigen hüllt. Dabei haben die Wahlbehörden schon im August 2009 gegen die beiden rechtsextremen Gruppen Anzeigen erstattet und massives Belastungsmaterial vorgelegt.
Der Vorstoß der SPÖ wurde noch gestern vom ÖGB Oberösterreich, vom Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ), von den Grünen und von der KPÖ begrüßt. MKÖ-Bundesvorsitzender Willi Mernyi wies darauf hin, dass die Staatsanwaltschaften nicht nur die Prozesse gegen NVP und „Bunte“ verschleppen, sondern auch den Prozess gegen jene jungen Rechtsextremisten, die vergangenen Mai in Ebensee KZ-Überlebende attackiert haben.
Der Kurier vom 7.April 2010 brachte einen ausführlichen Bericht dazu, in welchem auch die bisher sehr zurückhaltende Tätigkeit der Justiz dazu thematisiert wird.

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Nazischmierereien in Trimmelkam

Der Historiker und Politikwissenschaftler Andreas Maislinger richtete am 2.4.2010 eine Mail an den zuständigen Bezirkshauptmann: Er hatte am 1.4. in Trimmelkam am häufig benutzen Fußweg von Riedersbach nach Trimmelkam Fotos gemacht, die Nazisymbole zeigten - Hakenkreuz, "88" für "Heil Hitler" und antifaschistische Parolen. Offenbar kümmern sich die Behörden nicht um Nazischmierereien, nur antifaschistische Sprayer nehmen sowas war und wehren sich mit Antifa-Parolen. Maislinger ersuchte den Bezirkshauptmann, dass im Friedensbezirk Braunau am Inn mehr auf solche Schmierereien geachtet werde.

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Antifa-Netzwerk-Info Nr. 323 vom 1. April 2010

1) Gegen Ende März hat sich ein parteiübergreifendes Komitee "Frauen gegen Rosenkranz" der Öffentlichkeit vorgestellt. Dieses Komitee lehnt die FPÖ-Präsidentschaftskandidatin nicht nur wegen ihrer engen Verbindung mit der rechtsextremen Szene ab, sondern auch wegen ihrer frauenpolitischen Positionen. Mitglieder sind u.a. die Wiener SPÖ-Vizebürgermeisterin Renate Brauner, die LIF-Gründerin Heide Schmidt, die Biochemikerin Renee Schröder, die Schauspielerinnen Elisabeth Orth, Ursula Strauss und Katharina Stemberger sowie die Journalistinnen Elfriede Hammerl und Barbara van Melle.
Näheres unter www.frauengegenrosenkranz.at !

2) Bemerkenswert ist eine Kampagne gegen antifaschistischen Journalismus, die die FPÖ mit Unterstützung der Polizei, der Justiz und der "Kronenzeitung" führt. Im Visier befindet sich der ORF. Die FPÖ wirft dessen Redakteur Ed Moschitz vor, für eine "Am Schauplatz"-Sendung zwei Skinheads durch Geld zu "Heil Hitler"- oder "Sieg Heil"-Rufen bei einer Strache-Kundgebung angestiftet zu haben.
Auf dem entsprechenden Filmmaterial ist von solchen Rufen allerdings nichts zu hören oder sehen. Die beiden Skinheads wurden von der Polizei so lange unter Druck gesetzt, bis einer von ihnen "gestand" - nur um kurz darauf zu widerrufen. Auch die Staatsanwaltschaft war mehr als eifrig. Die FPÖ wusste über die Schritte von Polizei und Justiz bestens Bescheid (Strache hatte schon nach wenigen Stunden die Vernehmungsprotokolle!). Die "Kronenzeitung" machte kräftig Stimmung. Und auch ÖVP-Generalsekretär Karlheinz Kopf meldete sich mit ORF-Kritik zu Wort.
Das sagt schon einiges über die Verhältnisse in unserem Land. Denn wenn es um tatsächliche NS-Wiederbetätigung geht, sind Polizei und Justiz nicht annähernd so engagiert. Die neuerliche Schändung der KZ-Gedenkstätte Mauthausen vor einigen Wochen wollte das Innenministerium sogar totschweigen. Überflüssig zu erwähnen, dass diese Schändung weder für die "Kronenzeitung" noch für den ÖVP-Generalsekretär ein Thema war ...

3) Schon im vergangenen November hat der ÖVP-nahe Wiener Akademikerbund in einem Schreiben an Politiker mehrerer Parteien die ersatzlose Aufhebung des Verbotsgesetzes, der Fristenlösung und des Gleichbehandlungsgesetzes gefordert. Mit einer Verspätung von mehreren Monaten brach kürzlich ein Sturm der Entrüstung los. Die ÖVP schloss den Obmann des Wiener Akademikerbundes, Josef Müller, und das Vorstandsmitglied Christian Zeitz aus der Partei aus. Außerdem enthob der Österreichische Akademikerbund alle Wiener Vorstandsmitglieder ihrer Funktionen. Diese haben mittlerweile angekündigt, sich wehren zu wollen.
Interessant ist an der Sache zweierlei: Dass ein ÖVP-naher Verein gesetzter Bildungsbürger so weit nach rechts rutschen kann. Und dass das versendete Schreiben des Wiener Akademikerbundes so lange keine Reaktion ausgelöst hat. Anerkannt muss aber werden, dass wenigstens jetzt Konsequenzen gezogen wurden.

4) Eine Bürgerinitiative gegen die Linzer Stadtwache - unterstützt auch von Prominenten wie dem Zeichner Gerhard Haderer - hat beachtliche 1500 Unterschriften gesammelt. Die Stadt musste die Bürgerinitiative offiziell anerkennen. Zweites Ziel ist nun die Behandlung des Anliegens im Gemeinderat. Der Magistrat hat innerhalb von zwei Wochen nach Abgabe der Unterschriften eine Liste aufzulegen. Dort müssen sich binnen vier Wochen mindestens 3000 UnterstützerInnen eintragen. "Das wird eine große Kraftanstrengung bedeuten", sagt Michael Schmida von der Bürgerinitiative. Näheres unter www.stadtwachelinz.at !
Als antifaschistische Bewegung kann das oö Netzwerk diesen zivilgesellschaftlichen Widerstand gegen die Stadtwache nur voll unterstützen. Nicht zufällig forciert gerade die FPÖ solche "Ordnungstruppen".
In Linz unterstünde die Stadtwache dem blauen Sicherheitsstadtrat Detlef Wimmer (der im Bundesheer wegen seiner rechtsextremen Kontakte nicht einmal Leutnant werden darf) und würde mit hoher Wahrscheinlichkeit vor allem gegen Angehörige von Minderheiten vorgehen. Eine Horrorvorstellung! Noch hat die Linzer SPÖ die Möglichkeit, ihren Kurs zu ändern und die Stadtwache gemeinsam mit Grünen und KPÖ zu verhindern.

5) Die KPÖ Oberösterreich ist Herausgeberin einer wichtigen Dokumentation: "Mit Schlagstock und Pfefferspray" stellt dar, wie die Linzer Polizei am 1. Mai 2009 eine friedliche antifaschistische Demonstration brutale attackiert hat. Und sie stellt dar, wie ein breites Bündnis entstanden ist, das die Lügenpropaganda der Polizei und von Teilen der Politik erfolgreich bekämpfen konnte. Die lohnenswerte Lektüre kann unter ooe@kpoe.at  oder 0732/652156 kostenlos bestellt werden. Die KPÖ freut sich über Spenden.

6) Immer wieder glauben Führungsfunktionäre demokratischer Parteien, bei Wahlen punkten zu können, indem sie sich an die Inhumanität und die Minderheitenfeindlichkeit der FPÖ anpassen. Ein besonders übles Beispiel liefert gerade die Wiener SPÖ: Auf ihren Antrag hin wurde in der Bundeshauptstadt "gewerbsmäßiges Betteln" verboten. Die bekannte Journalistin Barbara Coudenhove-Kalergi (sie wird am 6. Mai bei einem antifaschistischen Gedenken in Wels sprechen) hat über dieses Wegräumen einer Randgruppe am 30.2.2010 im Standard geschrieben: " Shoppen ohne Lazarus".

7) Am 13. Februar konnte die antifaschistische Bewegung in Deutschland einen großen Erfolg verbuchen: Ein buntes Bündnis "Nazifrei! Dresden stellt sich quer" brachte in der sächsischen Hauptstadt 10.000 Leute auf die Straße, die einen geplanten Marsch von 5.000 Neonazis verhinderten. Konstantin Wecker und andere Prominente hatten sich dem Bündnis angeschlossen.
Wer allerdings glaubt, dass die deutschen Behörden dieses vorbildliche demokratische Engagement zu würdigen wissen, irrt sich: Gegen eine ganze Reihe von AntifaschistInnen wird wegen "Sprengung einer Versammlung" ermittelt. André Hahn, Fraktionsvorsitzender der Linkspartei im sächsischen Landtag, lehnt es ab, eine Anklage durch Zahlung eines Bußgeldes von 500 Euro zu vermeiden: Die Zahlung käme einem Schuldeingeständnis gleich. Er, Hahn, habe aber nichts Unrechtes getan und werde sich wieder an Blockaden gegen Neonazis beteiligen. Respekt! Der Versuch des deutschen Staates, antifaschistischen Widerstand zu kriminalisieren, ist freilich ein Skandal der Sonderklasse.

8) Der starke Rechtstrend in mehreren europäischen Ländern gefährdet die Demokratie: In Ungarn finden am übernächsten Sonntag Parlamentswahlen statt, bei denen die rechtskonservativ-nationalistische FIDESZ mehr als 60 Prozent der Stimmen und die neofaschistische, antisemitische und romafeindliche Jobbik mehr als 15 Prozent der Stimmen erhalten könnte. Den Sozialisten droht infolge ihrer katastrophalen Politik der Absturz auf den dritten Platz.
In den Niederlanden ist die islamophobe Freiheitspartei (PVV) von Geert Wilders auf dem besten Weg, bei den Parlamentswahlen im Juni stärkste Kraft zu werden. Wilders gelingt es, die Ängste und Sorgen der Bevölkerung auf das Feindbild Muslime auszurichten.
In Italien hat die rassistische Lega Nord bei den gerade durchgeführten Regionalwahlen mehrere Erdrutschsiege erzielt. Die linken Parteien mussten weitere Niederlagen einstecken.
Die französischen Regionalwahlen sind zwar insofern gegen den Trend verlaufen, als das sozialistisch-grüne Bündnis auf 54 Prozent der Stimmen kam (und künftig bis auf das Elsass alle Regionen regieren wird). Doch der schon tot geglaubte rechtsextreme Front National des inzwischen 81-jährigen Jean-Marie Le Pen kehrte auf die politische Bühne zurück: Landesweit betrug der Stimmenanteil 9,4 Prozent, in den industriellen Krisengebieten Ostfrankreichs aber das Doppelte und mehr. Die Hetze gegen Muslime spielt auch in der Propaganda des Front National eine große Rolle.
Wenngleich die rechtsextremen Parteien Europas alles andere als einheitlich agieren (Jobbik ist aggressiv antisemitisch, die niederländische Freiheitspartei lehnt Antisemitismus ab, der Front National ist zentralistisch, die Lega Nord antizentralistisch usw.), kann ihr Aufschwung gar nicht ernst genug genommen werden.

9) Für Österreichs größte Jugendsozialaktion "72 Stunden ohne Kompromiss", die von 21. bis 24. Oktober 2010 bereits zum fünften Mal stattfindet, werden Projekte gesucht, die Jugendliche innerhalb von 72 Stunden umsetzen können.
Besonders für die interkulturelle Begegnung, die aktive Gedenkarbeit und die Förderung der Zivilcourage haben Jugendliche im Rahmen dieser außergewöhnlichen Aktion der Katholischen Jugend (KJ) schon viel geleistet, etwa die Errichtung der Gedenkstätte in Ternberg.
Die Katholische Jugend ersucht um Vorschläge und um Weiterleitung.
Näheres unter www.72h.at !

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Aktuelle Wahlumfrage

Am 25.3.2010 wurde eine ATV-Wahlumfrage bekannt. Demnach würden zuzeit 35 Prozent der WählerInnen zur ÖVP tendieren, 29 % zur SPÖ, 20 % zur FPÖ, 11 % zu den Grünen und 3 % zum BZÖ. Was auf Mandate hochgerechnet ergäbe: 68 ÖVP, 56 SPÖ, 38 FPÖ und 21 Grüne. Was weiterhin hieße: die Grünen sind für eine kleine Koalition zu klein. FPÖ & BZÖ blieben zusammen weiterhin ca. 5 Prozent unter ihrem Ergebnis der NRW 2008.

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Akademikerbund: Wiener Obmann Müller aus ÖVP ausgeschlossen

Man distanziere sich von den Forderungen des Wiener Akademikerbundes, die unter anderem auf die Aufhebung des NS-Verbotsgesetzes abzielen, heißt es in einer Presseaussendung von ÖVP-Bundesparteichef Josef Pröll und Parlaments-Klubobmann Karl-Heinz Kopf. Es würden alle rechtlichen und statutarischen Möglichkeiten geprüft, um in dieser Angelegenheit für eine restlose und kategorische Bereinigung zu sorgen.

Fiedler distanziert sich
Der Präsident des gesamtösterreichischen Akademikerbundes, der frühere Rechnungshofpräsident Franz Fiedler sagt dazu, er und der österreichische Akademikerbund distanzierten sich von der Abschaffung des Verbotsgesetzes. Der Wiener Akademikerbund sei ein eigenständiger Verein mit eigenen Statuten und Organen, er Fiedler, könne zur Stunde nicht sagen, ob es der Brief die Sache eines Einzelnen oder der ganzen Landesgruppe sei.
Der österreichische Akademikerbund müsse die Landesgruppe erst befragen, bei der Delegiertenkonferenz am 26.3. werde man das Thema behandeln.

ORF, Ö1 Abendjournal vom 24.3.2010

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Gemeinderatswahlen in der Steiermark

Ergebnis zum Teil wie gewohnt: Die SPÖ verliert 5,6 %, die ÖVP gewinnt 3,4 %. Aber es ist doch etwas anders: die FPÖ gewinnt bloß läppische 0,7 % und die einzige in Österreich existierende Linkspartei - die KPÖ-Steiermark - schneidet in den 25 Gemeinden, wo sie kandidieren konnte, meist sehr gut ab: z.B. in Leoben mit 10,3 % oder in Eisenerz mit 13,7 % oder gar in Trofaich, wo sie mit fast 20 % und 5 Sitzen der SPÖ gleich 3 Mandate abnimmt. Was zeigt: die vom Neoliberalismus geknechteten arbeitenden Menschen müssen nicht unbedingt zur FPÖ wechseln! Eine Linke, die sich auf die Arbeiterklasse konzentriert, kann auch in Österreich was reißen!

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Antifa-Netzwerk-Info Nr. 322a vom 19. März 2010

1) Im Kurier vom 19. März finden sich zwei interessante Artikel: Einen über die Ablehnung der Anträge der Familie Zogaj durch den Asylgerichtshof und die Reaktionen darauf (u.a. hat die Sozialistische Jugend wegen der unmenschlichen Asylpolitik Innenministerin Fekter zum Rücktritt aufgefordert und Bundeskanzler Faymann scharf kritisiert). Und einen über das Engagement der Grünen für die Finanzierung von Schulklassenführungen durch die KZ-Gedenkstätte Mauthausen.

2) Unter www.mensch-arbeit.at könnt Ihr einen Bericht über das Referat von Dr. Robert Eiter "Wirtschaftskrise und Rechtsextremismus" abrufen, das am 17.3.10 beim Sozial-Stammtisch gehalten habe. Das Interesse war erfreulich groß und die Diskussion intensiv.

3) Hinweis auf die 4er- DVD-Box mit der politischen Krimiserie "Gefährliche Fahndung" (DDR 1978, Regie: Rainer Hausdorf, Darsteller: Jaecki Schwarz, Rolf Hoppe, Günter Schubert, Ulrich Rudolph - 513 min, erhältlich u.a. bei Hoanzl-Shop zum Preis von 29,99 Euro), der Mehrteiler beruhte in seiner Vorgeschichte auf Motiven aus dem Leben des Bad Ischler Kommunisten Sepp Plieseis (1913 - 1966), des "Partisanen der Berge", Näheres siehe unter Medientipps .

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Antifa-Netzwerk-Info Nr. 322 vom 17. März 2010

1) Bei der Internet-Umfrage der Bezirksrundschau Wels zum Thema "Ist der vom Verfassungsgerichtshof bestätigte Wahl-Ausschluss der "Bunten" gerechtfertigt?" gab es als Endstand am Montag 86 Prozent JA-Stimmen.

2) Erstmals hat ein österr. Gericht einen Lokalbetreiber zu einer Schadenersatzzahlung verurteilt, weil einer Person der Lokalzutritt aus rassistischen Motiven verwehrt wurde. Ein Österreicher ägyptischer Herkunft war im November 2008 vom Türsteher einer St. Pöltner Großdisco gleich zwei Mal nicht eingelassen worden. Mit Hilfe von ZARA klagte der Betroffene und erhielt vom Bezirksgericht St. Pölten 1440 Euro als Ersatz für immateriellen Schaden zugesprochen. Der Discobetreiber akzeptierte dieses Urteil, das wegen Verstoßes gegen das Gleichbehandlungsgesetz ergangen war. Ein wichtiger Präzedenzfall für ganz Österreich - Gratulation an ZARA!

3) Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat den Folder "Daten&Fakten" neu aufgelegt. Er widerlegt sachkundig fremdenfeindliche Propagandalügen über staatliche Leistungen für AsylwerberInnen. Hier downloaden.

4) Zwei Artikel aus dem "Kurier" vom 17.3.10: einer von Jürgen Pachner der sich der Forderung der Linzer ÖVP nach Wiederaufstellung der 1942 von Hitler verschenkten Aphrodite-Statue widmet. Der Artikel zitiert aus der Presseaussendung des Antifa-Netzwerkes (Netzwerk-Info Nr. 321a, siehe unten) dazu.
Der zweite Artikel schildert das Antreten des bekannten Rechtsextremisten und früheren VAPO-Aktivisten Franz Radl bei der Gemeinderatswahl in Fürstenfeld.

5) Der Projektfolder von SOS Menschenrechte zu "Stand Up! Menschenrechte in der Praxis" - einem wirklich erstklassigen Workshop-Programm für SchülerInnen - kann hier downgeladen werden. 

6) In der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" findet Ihr auf den Seiten 20 und 21 den Artikel "Lügen der Zeitgeschichte" von Christa Zöchling über die tiefe Verstrickung der oberösterreichischen und besonders der Linzer FPÖ in die offen rechtsextreme Szene. Der Artikel ist auch im Internet abrufbar. In Oberösterreich haben SPÖ, Grüne und KPÖ bereits mit Presseaussendungen reagiert.

7) Eine sehr erfreuliche Nachricht aus Steyr: Auf Betreiben des dortigen Mauthausen Komitees wird ein brauner Fleck nach Jahren der Debatte endlich beseitigt. Die nach dem Alpinisten, NS-Arzt und "Rasseforscher" Robert Stigler (1878 - 1975) benannte Straße erhält einen neuen Namen. Darüber sind sich SPÖ, ÖVP und Grüne einig.

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Antifa-Netzwerk-Info Nr. 321a vom 16. März 2010

Antifa-Netzwerk kritisiert Vorstoß der Linzer ÖVP:
Seltsame Begeisterung für Hitler-Geschenk

LINZ. Auf eine Presseaussendung der Linzer ÖVP mit dem Titel "Frühlingsbeginn ohne Liebesgöttin: Aphrodite zurück auf den Bauernberg!" reagiert das OÖ. Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus mit Kritik: "ÖVP-Gemeinderat Hofer dürfte der Frühlingsbeginn völlig zu Kopf gestiegen sein, wenn er sogar eine Klage androht, damit die Aphrodite-Statue - ein Geschenk Hitlers an die Stadt Linz - wieder aufgestellt wird", sagt Robert Eiter, Sprecher des OÖ. Netzwerks gegen Rassismus und Rechtsextremismus. "Diese Begeisterung ist ziemlich seltsam. Eigentlich hätte man erwartet, dass sich Vertreter einer christdemokratischen Partei bei anderen Gelegenheiten zu Wort melden: Etwa als am letzten 1. Mai Neonazis durch die Linzer Innenstadt marschieren wollten. Oder als eine Linzer Ärztin afrikanischer Abstammung rassistisch angepöbelt und beschimpft wurde. Oder als eine Linzer Kirche mit Hakenkreuzen beschmiert wurde. Leider gab es zu allen diesen Vorfällen keine Stellungnahme der ÖVP. Stadtparteiobmann und Vizebürgermeister Erich Watzl sollte sich mit seinen Leuten einmal ernsthaft überlegen, ob das Engagement für eine künstlerisch belanglose, aber politisch höchst fragwürdige Statue wirklich die richtige Schwerpunktsetzung ist. Denn auf billigen Rechtspopulismus hat schon eine andere Partei das Monopol."

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Gemeindewahlen am 14.März

Wie gewohnt verlor bei den Gemeinderatswahlen in NÖ, Tirol und Vorarlberg die SPÖ und gewann die ÖVP, ebenfalls wie gewohnt blieben die Grünen ungefähr gleich. Erfreulich war, dass die FPÖ unter ihren Erwartungen blieb. In Tirol und Vorarlberg sind wegen der vielen Namenslisten Vergleiche schwierig. In NÖ hatte die FPÖ 1995 8,22 %, 2000 7,87, 2005 nur noch 3,31 % und bei den aktuellen Wahlen auch nur 5,96 %. In der Heimatgemeinde der FPÖ-Bundespräsidentschaftskandidatin Rosenkranz stiegen die Stimmen für die FPÖ von 182 auf 383, aber das sind auch nur 13,4 %, also weit weg von Straches 35 Prozent, die er für die Präsidentschaftswahl erhofft. Die FPÖ ist also zurzeit nicht auf der Überholspur, sondern höchstens auf einem kleinen Wegerl, das ein kleines bisschen noch oben geht.

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Wahlumfrage im PROFIL Nr.11

Wieder ein Wählerblitzlicht: Demnach soll die SPÖ zurzeit mit 33 % möglichem Stimmenanteil ein Prozent vor der ÖVP liegen, die FPÖ pickt bei 20 %, die Grünen stünden bei gewohnten elf Prozent und fürs BZÖ blieben noch zwei. Auf Mandate hochgerechnet ergäbe das theoretisch 63 / 61 / 38 /21 / 0. Was heißt, außer einer Großen Koalition ginge sich nur jeweils eine mit der FPÖ aus, die Grünen sind trotz des Rückganges der Anteile für die Rechtsparteien weiterhin zu schwach für eine Mitwirkung.

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"Ein falsches Zeichen gerade in diesen Tagen"

Mauthausen Komitee gegen Verzögerungen bei der Neugestaltung von Mauthausen

Das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) weist die in den Medien kolportierte Idee von Innenministerin Fekter zurück, die geplante Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte Mauthausen durch Aufteilung der Mittel über einen längeren Zeitraum zu verzögern.
„Das wäre gerade nach der neuerlichen Schändung der Gedenkstätte Mauthausen und den ständigen Neonaziprovokationen ein falsches Zeichen in diesen Tagen“, so der Vorsitzende des Mauthausen Komitee Österreich Willi Mernyi.
Im Gegenteil verlangt das auch im Internet sanktionslos verbreitete neonazistische und geschichtsrevisionistische Gedankengut nach verstärkten aufklärenden Anstrengungen insbesondere unter der Jugend.

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Antifa-Netzwerk-Info Nr. 321 vom 12. März 2010

1) Am 11.3. verschickte die SPÖ Wels in Sachen Reinthaler und seiner "Bürgerliste" eine Presseaussendung. Darin wird darauf aufmerksam gemacht, dass sich der Welser Rechtsextremist Ludwig Reinthaler trotz Auflösung seiner Bürgerliste "Die Bunten" auch weiterhin einschlägig betätigen wird. Die SPÖ Wels fordert, dass Reinthaler und andere "Bunte"-KandidatInnen, die sich strafbar gemacht haben, vor Gericht gestellt werden. Der Welser SPÖ-Bezirksvorsitzende und Nationalratsabgeordnete Franz Kirchgatterer hat ankündigt, entsprechende Parlamentarische Anfragen an Justizministerin Bandion-Ortner und Innenministerin Fekter zu richten.

2) Das beeindruckende Programm des Monats für Respekt und Toleranz in Wels - wie im letzten Jahr im April!

3) Die Facebook-Gruppe "Gegen Barbara Rosenkranz als Bundespräsidentin" des Wiener Politikstudenten Robert Slovacek umfasst nach zehn Tagen bereits mehr als 80.000 Leute. Bitte vormerken und bewerben: Ein breites überparteiliches Bündnis veranstaltet am Donnerstag, dem 25. März, um 19.00 Uhr auf dem Ballhausplatz in Wien einen "Lichtertanz gegen Rosenkranz"!

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DI Peter Witz verstorben

Am 28. Februar 2010 ist nach längerer Krankheit unser Freund Peter Witz verstorben. Er hatte zwar Architektur studiert, als leidenschaftlicher Fotograf widmete er allerdings sein Leben der Fotokunst. Er befasste sich lange Jahre mit der Gestaltung von Tonbildshows, als durch Computer und die Digitaltechnik diese Gestaltungsmöglichkeit obsolet wurde, sattelte er mit seiner Firma RedStarMedia auf die Herstellung von DVDs um.


Peter Witz (rechts) mit Albert Langanke 2006 beim Antifa-Netzwerktreffen in Wels

Unter AntifaschistInnen war seine Tonbildschau über den Todesmarsch der ungarischen Juden von Mauthausen nach Gunskirchen (nach den Aufzeichnungen von Prof. Kammerstätter) legendär, ebenso bekannt sind seine Shows zur Geschichte Arbeiterbewegung und zum Thema katholische Kirche und ihre Stellung zur Sexualität und zum europäischen Faschismus. Das Begräbnis fand am 12. März in Freistadt statt.

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Ali Grasböck schrieb am 9.3.2010 in den OÖN über den Frühjahrsputz - hier ein Auszug:

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Presseaussendung der SPÖ-Oberösterreich vom 8.3.2010:

Ackerl: Strafjustiz muss endlich gegen NVP und "Bunte" vorgehen -
Welser FPÖ-Politiker unterstützte demokratiefeindliche Gruppen:

SPOÖ fordert Wieser-Rücktritt!
Die Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes am vergangenen Freitag, die Wahlanfechtung der Welser Bürgerliste "Die Bunten" abzulehnen, hat nicht nur zur Folge, dass die im Vorjahr in der Messestadt durchgeführten Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen gültig sind. "Damit wird auch die Begründung der Stadtwahlbehörde für den Wahlausschluss der "Bunten" bestätigt, nämlich der dringende Verdacht auf nationalsozialistische Wiederbetätigung!" so Ackerl. Die Stadtwahlbehörde hatte deshalb sogar Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Wels erstattet.
Im Fall der "Nationalen Volkspartei" (NVP) ist die Landeswahlbehörde analog vorgegangen: Der NVP wurde die Zulassung zur Landtagswahl verweigert, und sie wurde wegen des Verdachts auf NS-Wiederbetätigung bei der Staatsanwaltschaft Linz angezeigt. Die Wahlanfechtung der NVP hat der Verfassungsgerichtshof bereits im Dezember abgelehnt. Die SPÖ Oberösterreich verlangt jetzt, dass die Strafjustiz und der Verfassungsschutz endlich konsequent gegen die NVP und die "Bunten" vorgehen. "Es kann nicht sein, dass ein Höchstgericht NS-Wiederbetätigung vorliegen sieht, aber die für die Strafverfolgung zuständigen Behörden nie zu Ergebnissen kommen!" so Ackerl. "Demokratiefeindliche Gruppen wie NVP und "Bunte" müssen aufgelöst und ihre Rädelsführer vor Gericht gestellt werden!"
Ins Visier nimmt die SPÖ Oberösterreich auch die FPÖ und ganz besonders den blauen Welser Vizebürgermeister Bernhard Wieser. Wieser hatte sich sowohl für die NVP als auch für die "Bunten" stark gemacht. Die "Bunten" seien aus Gründen der Demokratie zu Wahlen zuzulassen, hatte er verkündet. Dementsprechend war die FPÖ die einzige Partei gewesen, die in der Stadtwahlbehörde für die "Bunten" gestimmt hatte. Zugunsten der NVP hatte Wieser sogar eine Unterstützungserklärung unterschrieben. Wie die Tageszeitung "Kurier" berichtete, wurden auch nach der Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes über die NVP in Wiesers Rathausbüro noch NVPWerbekugelschreiber benutzt.
Wegen der auffallenden Nähe des Welser FPÖ-Obmanns und Vizebürgermeisters zu gleich zwei demokratiefeindlichen Gruppen fordert die SPÖ Oberösterreich vehement seinen Rücktritt. "Bei der bedenklichen Haltung des ehemaligen Richters Wieser handelt es sich nicht nur um einen völligen Mangel an Rechtsempfinden, sondern auch um kaum verhohlene Sympathie für rechtsextremistische Strömungen!" meint Ackerl. "Eine solche Person hat in der Regierung der siebtgrößten Stadt Österreichs nichts verloren!" Wieser solle sofort alle seine politischen Funktionen zurücklegen, um Wels nicht weiter zu schaden. Und die FPÖ solle sich für ihre und seine Fehler in diesem Zusammenhang öffentlich entschuldigen. Andernfalls sei klar, dass die FPÖ als Gesamtpartei mit demokratiefeindlichen Einstellungen sympathisiere.

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Antifa-Netzwerk-Info Nr. 320 vom 8. März 2010 -
Internationaler Frauentag  

1) In Zeiten wie diesen haben wir AntifaschistInnen ja nicht viele Gelegenheiten, uns wirklich zu freuen. Am 5. März 2010 allerdings war eine solche Gelegenheit: Da haben wir erfahren, dass die Wahlanfechtung der rechtsextremen Welser Bürgerliste "Die Bunten" vom Verfassungsgerichtshof abgelehnt wurde.
Mehr noch: Diese Ablehnung erfolgte nicht - wie im Dezember bei der "Nationalen Volkspartei" (NVP) - wegen Formalfehlern der Anfechtung, sondern mit einer klaren inhaltlichen Begründung. Die von den "Bunten" und ihrem Listenführer Ludwig Reinthaler betriebene Ausländerhetze ist ein "Akt der Wiederbetätigung" im Sinne des Verbotsgesetzes, urteilte das Höchstgericht.
Mit Sicherheit ein großer Erfolg des oö. Netzwerks und ein Meilenstein der österreichischen Rechtskultur! (Vor den "Bunten" und der NVP ist nur die Liste "Nein zur Ausländerflut" wegen NS-Wiederbetätigung von einer Wahl ausgeschlossen worden. Das war 1990/91.)
Ludwig Reinthaler, der monatelang behauptet hatte, der Verfassungsgerichtshof werde ihm Recht geben, schäumt jetzt, Österreich sei eine "versteckte Diktatur". Der "Bunten"-Führer will politisch aktiv bleiben, die FPÖ-Bundespräsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz unterstützen und das Verbotsgesetz bekämpfen ...
Das oö. Netzwerk fordert, dass die Strafjustiz und der Verfassungsschutz endlich konsequent gegen die "Bunten" und die NVP vorgehen! Immerhin haben die Wahlbehörden schon vor mehr als einem halben Jahr Anzeigen wegen NS-Wiederbetätigung erstattet.
(zum Thema ein Kurier-Artikel, der am 6.3.2010 erschienen ist.)

2) Die KZ-Gedenkstätte Mauthausen wurde neuerlich beschmiert. Es dürfte sich um dieselben Täter handeln wie im Februar 2009. Wieder wurde in großen roten Lettern eine sowohl xenophobe als auch antisemitische Parole auf die Außenmauer der Gedenkstätte gesprüht: "Türk und Jud, giftig's Blut".


das mit einer Plane abgedeckte Geschmiere an der KZ-Mauer

Ausgesprochen skandalös ist ein Vertuschungsversuch des zuständigen Innenministeriums: "Obwohl im Vorjahr anders vereinbart, hat das Ministerium weder uns noch den Mauthausener Bürgermeister informiert", kritisiert Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ).
"Hätte uns nicht ein Passant den Vorfall gemeldet, wäre er überhaupt nicht an die Öffentlichkeit gelangt", ist die Mauthausener Landtagsabgeordnete Gertraud Jahn (SPÖ) überzeugt.
Das Innenministerium wollte anfangs auch kein Fotomaterial freigeben. Mernyi ortet eine Verharmlosungsstrategie. Sicher zu Recht: Laut der Tageszeitung "Österreich" ist die neuerliche Schändung der KZ-Gedenkstätte für Landeshauptmann Josef Pühringer zwar "bedauerlich". Verstärkte Maßnahmen gegen die rechtsextreme Szene hält er aber nicht für sinnvoll: "Gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen." (!!)

3) Wie bereits angekündigt, findet am Samstag, dem 17. April, in Braunau unter dem Motto "Soziale Gerechtigkeit statt rassistische Hetze" wieder eine große antifaschistische Demonstration statt (Treffpunkt um 15.00 Uhr vor dem Bahnhof). Auch unser Netzwerk ruft zur Teilnahme auf.
Vor einigen Tagen haben Neonazis im Internet mit gewalttätigen Aktionen und Blockaden gedroht. Das Bündnis "Braunau gegen rechts" lässt sich aber nicht einschüchtern: Es ist an die Öffentlichkeit gegangen und hat ein großes Medienecho erzielt.
Die Polizei will für den ungestörten Ablauf der Demo sorgen, so Sicherheitsdirektor Alois Lissl (Anm.: hoffentlich nicht in der gleichen Weise wie am letzten 1. Mai in Linz).
Am wichtigsten wird sein, dass am 17. April möglichst viele AntifaschistInnen mitdemonstrieren!

4) Tipps zur FPÖ-Bundespräsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz:
Die Titelgeschichte in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" (nachzulesen auch im Internet)


Aus dem PROFIL Nr. 10 vom 8.3.2010

Die Facebook-Seite "Gegen Barbara Rosenkranz als Bundespräsidentin" des Wiener Politikstudenten Robert Slovacek

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Die Kronenzeitung hatte die Kandidatur von Barbara Rosenkranz für die Präsidentenwahl groß und wohlwollend bekanntgegeben (siehe weiter unten) und sie quasi zur Kandidatin der Kronenzeitung gemacht.
Die Äußerungen der FPÖ-Kandidatin, man möge "freie Meinungsäußerung" auch für NS-Ansichten - etwa für das Bestreiten des Holocaust - zulassen, also das NS-Verbotsgesetz entsprechend abändern, kamen in der Öffentlichkeit nicht sehr gut an, sogar H.C. Strache ruderte zurück. Auf der Kronenzeitung-Homepage erschien am 5.3. der folgende Text:

Gehorsam gab Rosenkranz diese Erklärung ab. Sie nimmt alles bisher Gesagte zurück und behauptet ab sofort das Gegenteil. Welch Heuchelei und welch billiger Opportunismus!

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ORF- Ö1 Abendjournal vom 4.3.2010

Bundespräsidentenwahl - Klagen und Empörung rund um Rosenkranz

Grund für die Aufregung und nun auch einen juristischen Kampf sind die Aussagen der Freiheitlichen Kandidatin ums Bundespräsidentenamt, Barbara Rosenkranz, die weiterhin eine Aufhebung des Verbotsgesetz fordert. Der Wiener Rechtsanwalt Georg Zanger erstattete Strafanzeige wegen Wiederbetätigung, was die FPÖ veranlasste, ebenfalls mit rechtlichen Schritten zu kontern. Zanger sieht in den Aussagen von Rosenkranz zumindest eine "Vorbereitungshandlung" zur Wiederbetätigung. Die FPÖ kündigte eine Disziplinaranzeige bei der Rechtsanwaltskammer an.

Klare Worte Fischers Abgesehen von diesem Rechtsstreit schlug Amtsinhaber Heinz Fischer vor, eine "Feuermauer" gegenüber der Nazizeit zu errichten. Ohne den Namen Rosenkranz in den Mund zu nehmen, sagt Fischer bei einer Veranstaltung in Klagenfurt: "Jemand, der sich zur Zweiten Republik bekennt, kann das, was während des Zweiten Weltkrieges passiert ist, weder gutheißen, noch lobpreisen, noch verherrlichen", so Fischer. "Es ist nicht so, dass es verboten wurde, eine harmlose Diskussion zu führen". Verboten seien vielmehr die NSDAP und deren Organisationen sowie deren Wiedererrichtung.

Auf Distanz zu Rosenkranz Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl (ÖVP) distanzierte sich von der FPÖ-Kandidatin und würdigte erneut die Leistungen Fischers, ohne jedoch eine Wahlempfehlung abzugeben. BZÖ-Obmann Josef Bucher wollte sich nicht ganz so konkret zu den Aussagen über das Verbotsgesetz äußern, diese würden sich "selbst richten". Prominente Unterstützung aus den eigenen Reihen erhielt Rosenkranz hingegen vom früheren Vizekanzler und Sozialminister Herbert Haupt.

"Erschreckender Rechtsruck" Besorgnis über die Aussagen der blauen Kandidatin gibt es auch jenseits der österreichischen Grenzen. Rosenkranz sei "kein Betriebsunfall", sondern ein weiteres Beispiel für den "erschreckenden Rechtsruck" in Europa, sagte der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer. Dieses Problem sei zwar in ganz Europa verbreitet, Österreich habe jedoch eine "bedauerliche Führungsrolle". Schon Jörg Haider sei "eine Integrationsfigur für die Rechten über die österreichischen Grenzen hinaus gewesen". Diese "unschöne Rolle" des Landes setze sich wohl fort.

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FIR-Aufruf anlässlich des geplanten neofaschistischen Aufmarsches in Budapest: Weder Dresden noch Budapest - Stoppt internationale neofaschistische Aufmärsche

Die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) - Bund der Antifaschisten betrachtet die Situation mit Sorge, dass neofaschistische Gruppen in verschiedenen europäischen Ländern internationale Manifestationen und Aktionen zur Rehabilitierung des Naziregimes und deren Verbrechen organisieren. Neofaschisten wollen in Budapest am 6. März 2010 einen "Tag der Ehre" zelebrieren. Faktisch wollen sie an die Kollaboration zwischen ungarischen Faschisten und der deutschen SS im Kampf gegen die sowjetische Armee erinnern. Deutsche Neonazis wollten am 13. Februar 2010 in Dresden einen "Trauermarsch" zum Gedenken der Bombenopfer von 1945 durchführen - aber nur unter dem Motto: "Die Deutschen als Opfer". Diese Provokation wurde von mehreren tausend Antifaschisten gestoppt. Sie blockierten erfolgreich den Aufmarsch der faschistischen Gruppen. Zu beiden Ereignissen luden Neofaschisten internationale Gäste zur Teilnahme ein. Auf diese Weise wollen sie ein Netzwerk der extrem-rechten Strukturen in Europa knüpfen.

Die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) - Bund der Antifaschisten protestiert gegen solche neofaschistische Provokationen und unterstützt alle Aktivitäten der Mitgliedsverbände und von Initiativen der Zivilgesellschaft solche neofaschistischen Aufmärsche zu stoppen. Die FIR ruft die politisch verantwortlichen auf, ihren Einfluss und ihre Möglichkeiten zu nutzen, solche neofaschistischen Provokationen zu unterbinden - auch mit juristischen Mitteln. In welcher Verkleidung Neonazis auch an die Öffentlichkeit treten mögen, ob unter dem Deckmantel des Gedenkens oder als Wahlkampfveranstaltung, es bleibt die einfache Wahrheit: "Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!"

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Antifa-Netzwerk-Info 319a vom 3.3.2010

Aktuelles: Breites Medienecho auf Offenen Brief gegen FPÖ-Rabls Deutschtests

Der nachstehende Offene Brief von 21 Welser Vereinen, Organisationen und Einrichtungen hat gestern und heute ein breites Medienecho ausgelöst: u.a. wurde in Radio Oberösterreich, im Life-Radio, im "Kurier", in "Österreich" und in den "OÖ. Nachrichten" berichtet. Andere Medien folgen noch. Das zeigt: Zivilgesellschaftlicher Widerstand gegen die fremdenfeindlichen Vorstöße der FPÖ ist wirksam und wichtig!

OFFENER BRIEF
Ergeht an
die SPÖ- und ÖVP-Mitglieder des Welser Stadtsenates sowie an
den Fraktionsobmann der Welser ÖVP und
die Fraktionsobfrau der Welser Grünen
Sehr geehrter Herr .................!
Sehr geehrte Frau ..................!

Wir, die unterzeichneten Welser Vereine, Organisationen und Einrichtungen, weisen den Plan des FPÖ-Wohnungsstadtrats Rabl, die Vergabe öffentlicher Wohnungen von Deutschtests abhängig zu machen, scharf zurück.
Selbstverständlich sollen alle hier Lebenden die deutsche Sprache möglichst gut erlernen. Dafür sind noch wesentlich mehr Bildungsmaßnahmen als bisher erforderlich, Maßnahmen, die schon im Kindergarten beginnen.
Menschen aber eine benötigte Wohnung wegen eines Sprachtests zu verweigern, wäre unsozial und diskriminierend - das gerade Gegenteil von Integration.
Tatsächlich hat die FPÖ gar nicht die Absicht, die Integration von Zuwanderern zu fördern. Denn sie profitiert von Integrationsproblemen.
Diese helfen ihr, Bevölkerungsgruppen gegeneinander auszuspielen, Neid und Vorurteile zu schüren und bei Wahlen mit fremdenfeindlicher Propaganda zu punkten.
Rabls Plan ist nur ein Versuch der Freiheitlichen, die Diskriminierung von MigrantInnen voranzutreiben.
FPÖ-Wohnbaulandesrat Haimbuchner wollte Nicht-EU-StaatsbürgerInnen, die in Oberösterreich leben, die Wohnbeihilfe streichen. Die anderen Parteien haben das verhindert. (Haimbuchners Reaktion besteht darin, die Information zu den Wohnbeihilfeanträgen zwar weiterhin in Deutsch, Englisch und Französisch, aber nicht mehr in Türkisch und Serbokroatisch anzubieten.)
Wir unterzeichneten Vereine, Einrichtungen und Organisationen fordern SPÖ, ÖVP und Grüne auf, zu Rabls Deutschtests ein klares Nein zu sagen und ebenso zu jedem sonstigen Diskriminierungsversuch. Ein klares Nein hat übrigens auch die Bevölkerung in einer mehrtägigen Internet-Umfrage der Bezirksrundschau Wels gesagt: 88 Prozent waren gegen die Deutschtests. Der renommierte Verfassungsexperte Univ.-Prof. Dr. Bernd-Christian Funk hält Rabls Plan für eindeutig menschenrechtswidrig und damit verfassungswidrig.
Nicht nur die Deutschtests müssen verhindert werden. Wir werden gemeinsam alle demokratischen Möglichkeiten nutzen, um die fremdenfeindliche und inhumane Politik der FPÖ wirksam zu bekämpfen!

Mit dem Ersuchen um baldige Antwort und mit freundlichen Grüßen,

Welser Initiative gegen Faschismus (Antifa), Land der Menschen Wels, Plattform Pro Integration, Caritas für Menschen in Not - Flüchtlingshilfe, Volkshilfe Wels, Arbeiterkammer Wels, ÖGB-Frauen Wels, Zentralbetriebsrat Klinikum Wels-Grieskirchen, Bildungshaus Puchberg, Treffpunkt Mensch & Arbeit, Integrationsbüro Mosaik, migrare - Zentrum für MigrantInnen, Albanischer Kulturverein, Alevitischer Kulturverein, ATIB, Bosnisch-Österreichisches Kulturzentrum, DIDF, Islamischer Kulturverein, Türkisch-Islamische Kultur- und Sportunion, Verein Kroatisches Heim Wels, WEAACO

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Hier eine Meldung aus einer auf dieser Site eher selten zitierten Quelle:

Eine Weile hatte es ja ausgesehen, als wolle Strache bei der Bundespräsidentenwahl selber gegen Fischer antreten. Jetzt hat sich die FPÖ doch völkisch entschieden, Frau und Mutter Rosenkranz zieht in den Kampf! Obwohl sie mit ihren dunklen Augen nicht besonders nordisch ausschaut*), heißen ihre zehn Kinder ziemlich nordisch: Alwine, Arne, Hedda, Hildrun, Horst, Mechthild, Sonnhild, Ute, Volker und Wolf. Ihr Ehemann - Horst Rosenkranz - war auch politisch aktiv gewesen, in der NDP Norbert Burgers. Diese Partei kam 1988 der politischen Landschaft Österreichs infolge Auflösung nach dem NS-Verbotsgesetz abhanden. Die Völkischen wissen also, was sie zu wählen haben. Ob sich auch ÖVP-Wähler tatsächlich davon beeindrucken lassen werden, wird man sehen, Strache hat sich mit dreißig Prozent eine hohe Latte gelegt ...

*) im Abgleich mit den seinerzeitigen Rassentabellen könnte Frau Rosenkranz "dinarisch" mit vielleicht "westischem" Einschlag sein (westisch=mediterran, dinarische Rasse: Zuwanderer aus Kleinasien, die sich in Südeuropa, Österreich und Süddeutschland angesiedelt haben, Brockhaus, Ausgabe 1937).

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Wenn Sie sich in einem Land befinden, in dem eine Partei regiert, während eine andere die Opposition stellt, dann sind Sie in einer Demokratie. Wenn Sie in einem Land sind, in dem eine Partei regiert und keine die Opposition macht, weil sie verboten ist, dann ist das eine Diktatur. Wenn Sie in einem Land sind, wo zwei Parteien regieren, die sich zugleich die Opposition machen, dann sind Sie in Österreich.

Carl Merz, Helmut Qualtinger, 1959

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Wahlumfrage der Profil-Ausgabe vom 21.2.2010:

Bei allem Respekt vor der Unzuverlässigkeit von Wahlumfragen, hin und wieder kann man sie sich trotzdem anschauen: Die ÖVP liegt zurzeit mit 33 Prozent um ein Prozent vor der SPÖ, die FPÖ ist auf 22 Prozent zurückgerutscht, das BZÖ auf nur noch ein Prozent abgestürzt, die Grünen grundeln bei 11 Prozent.
Auch wenn man bedenken muss, dass es nur eine Momentaufnahme ist und nicht klar ist, wie weit die Umfrager inzwischen in der Lage sind, gelogene Antworten zu berücksichtigen: Dass die beiden Rechtsparteien zusammen nur noch 23 Prozent haben (NRW 2008: 28,2 %), hört sich nicht schlecht an und ist wohl auf die Kärntner Hypo-Geschichte und auf das dilettantische Vorgehen bei der "Wiedervereinigung" zurückzuführen. Man kann nur hoffen, dass Strache und seine Haberer auch weiterhin Böcke schießen, die Regierungsparteien liefern schließlich an die Opposition ständig schöne Vorlagen ...

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Pressemitteilung der SPÖ Wels vom Montag, den 15. Februar 2010

SPÖ Wels widerlegt Unschuldsbeteuerungen des "Bunten"-Chefs:
"Reinthaler steckt bis zum Hals im braunen Sumpf"

Ludwig Reinthaler, Chef der Welser Bürgerliste "Die Bunten", will von den Neonazi-Umtrieben mehrerer seiner Kandidaten nichts gewusst haben. Die SPÖ Wels bezeichnet das als "völlig unglaubwürdig".
SPÖ-Bezirksgeschäftsführer Raimund Buttinger: "Reinthaler betätigt sich seit vielen Jahren in der rechtsextremen Szene. Dass er jetzt das Unschuldslamm spielt, ist genauso lächerlich wie seine Behauptung, der Hitlergruß eines "Bunten"-Kandidaten sei eine "missverständliche Handbewegung" gewesen."
Buttinger verweist darauf, dass Reinthaler schon in den 90er Jahren immer wieder einschlägig aktiv war: "Beispielsweise hat er im burgenländischen Oberwart eine üble Hetzschrift gegen Roma an alle Haushalte versandt - kurz nachdem dort vier Roma durch einen Bombenanschlag ums Leben gekommen sind. Dem damaligen Leiter des Widerstandsarchivs in Wien hat Reinthaler eine Galgenschlinge zugeschickt und ihn aufgefordert, sie zu benutzen. Reinthaler war auch regelmäßig Teilnehmer der Treffen des "Vereines Dichterstein Offenhausen", bis dieser Verein wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung aufgelöst wurde."
Geändert hat sich an der Gesinnung des "Bunten"-Chefs bis heute nichts, so Buttinger: "Es ist sogar durch rechtskräftige Gerichtsurteile belegt, dass Reinthaler bis zum Hals im braunen Sumpf steckt. 2007 hat der Verfassungsgerichtshof die behördliche Untersagung einer von Reinthaler angemeldeten Demonstration bestätigt, weil Verstöße gegen das NS-Verbotsgesetz zu erwarten waren. Und erst im Sommer des Vorjahres hat Reinthaler vor dem Landesgericht Linz einen Prozess gegen die "Kronenzeitung" verloren, die ihn einen "Braunen" genannt hatte. Begründet wurde dieses Urteil unter anderem damit, dass bei einer Hausdurchsuchung in Reinthalers Wohnung Nazi-Propaganda gefunden worden ist."
Der SPÖ-Bezirksgeschäftsführer fasst zusammen: "Wenn es einen Preis für die schlechtesten Ausreden gäbe, würde Reinthaler ihn mit Sicherheit bekommen. Der Verfassungsgerichtshof, der schon einmal gegen Reinthaler entschieden hat, wird sich auch diesmal nicht täuschen lassen. Wir Welser Sozialdemokraten fordern aber von der Strafjustiz und vom Verfassungsschutz, dass sie endlich konsequent gegen die "Bunten" und ihre braunen Umtriebe vorgehen. Zurückhaltung wäre hier völlig fehl am Platz!"

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Ein treffender Kommentar zur Wirtschaftslage:


(Standard, 13.2.2010)

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Nachtrag zum 1. Mai 2009 in Linz: alle freigesprochen!

Bei der von der KPÖ am 1. Mai 09 angemeldeten Demonstration hatte die Polizei Vermutungen, dass Demo-Teilnehmer anschließend Protestaktionen gegen eine FPÖ-Versammlung mit HC Strache in einem Bierzelt am Urfahranermarkt unternehmen könnten. Einsatzeinheiten kesselten daher einen Teil der Demo-Teilnehmer ein und verlangten Ausweispapiere, der Einsatzleiter gab den Befehl zur Identitätsfeststellung mittels Schlagstock, Pfefferspray, Fesselung und Fotografieren:


Die am Schluss des Clips zu sehenden weinenden Polizisten waren nicht von
Demonstranten attackiert worden, sie hatten Pfefferspray von Kollegen erwischt

Die unmittelbare Begründung der Einkesselung war, dass Demo-Teilnehmer "vermummt" gewesen wären:


so sahen die "Vermummten" aus

Sicherheitsdirektor Lißl begründete diese Vorgangsweise so:


die Polizei agierte somit auf bloße Vermutung auf der Linzer Blumau
als eine Art vorbeugender Bierzelt-Saalschutz für HC Strache ...

Eine Anzahl von Demo-Teilnehmern war festgenommen worden, u.a. der Vizerektor der Kunstakademie Rainer Zendron. Schließlich leitete die Linzer Staatsanwaltschaft gegen fünf Personen gerichtliche Verfahren ein. Am 11. Februar 2010 wurde der einzige in erster Instanz Verurteilte in der Berufungsverhandlung freigesprochen, das Einschreiten der Polizei war also offenbar unbegründet. allerdings gibt es keine Verfahren für die Verantwortlichen, die erstmals seit 1945 eine angemeldete 1.Mai-Kundgebung mit Polizeigewalt unterbinden ließen.


hier der letzte Freigesprochene bei seiner Festnahme

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Kennt Verfassungsschützer seine Kompetenzen nicht?

Michael Tischlinger, Leiter des Amtes für Verfassungsschutz in Oberösterreich, hatte zu den Vorfällen mit den Bunten (siehe unten) gemeint, das Tragen von T-Shirts mit NS-freundlichen Aufschriften sei nicht strafbar. Am 12.2. belehrte ihn ein Senatspräsident i.R.:

Zu den rechtsblinden Adleraugen des "Verfassungssschützers" sei noch angemerkt:
In Österreich herrscht verfassungsmäßig zwischen rechts und links kein Gleichklang. Es gibt das NS-Verbotsgesetz, das politische Betätigung im Sinne des Nationalsozialismus unter Strafe stellt, das betrifft bereits Meinungsäußerungen! Links gibt es keinerlei Verbot, links ist alles erlaubt, was nicht durch das Strafgesetz oder zivilrechtlich untersagt ist. Es herrscht somit seit der Wiedererrichtung der Republik Österreich am 27. April 1945 links Freiheit und rechts das NS-Verbot!

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Netzwerk-Info Nr. 319 vom 11. Februar 2010

1) Das Echo auf die antifaschistische Medienarbeit zu den braunen Umtrieben der Welser Bürgerliste „Die Bunten“ ist gewaltig: Österreich, Kurier, Standard, Presse, OÖ. Nachrichten, Kleine Zeitung, Radio Oberösterreich, Life-Radio, Ö3, Oberösterreich heute (ORF2), ZIB 1, ZIB 20 u.v.m. Der Bericht ORF OÖ ist auf dieser Seite etwas weiter unten zu finden.
Die Chancen des Rechtsextremisten Ludwig Reinthaler und seiner „Bunten“, mit ihrer Wahlanfechtung beim Verfassungsgerichtshof durchzukommen, sind damit weiter gesunken. Außerdem hat der Sprecher des Innenministeriums, Rudolf Gollia, erklärt, dass der Verfassungsschutz die Verdachtsmomente gegen die „Bunten“ prüfen wird. Da drängt sich allerdings eine Frage auf: Was hat der Verfassungsschutz getan, seit durch die Welser Stadtwahlbehörde im letzten Sommer Anzeige wegen Wiederbetätigung erstattet wurde? Vermutlich gar nichts. Ungeachtet dessen ist die jetzige Entwicklung ein wichtiger Erfolg unserer antifaschistischen Bewegung.

2) Der Plan von Innenministerin Maria Fekter (ÖVP), künftig alle Asylwerberinnen mindestens fünf Tage zu internieren, stößt auf erheblichen Widerstand.
Der Verfassungsdienst des Bundeskanzleramts ist in einem Gutachten zum Schluss gekommen, dass dies eine „generelle, gesetzlich angeordnete Freiheitsentziehung“ wäre, die mit der österreichischen Bundesverfassung unvereinbar ist. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat deshalb gestern erklärt, er lehne Fekters Plan ab. Damit löste er eine Koalitionskrise aus: Der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) und ÖVP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger attackierten ihn öffentlich.
Aber auch innerhalb der SPÖ breiten sich dumpfe rechtspopulistische Positionen in erschreckender Weise aus: Der niederösterreichische SPÖ-Landesvorsitzende Josef Leitner tritt für die Internierung von AsylwerberInnen ein. Zuvor hatten schon der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl und der steirische Landeshauptmann Franz Voves (beide SPÖ) fremdenfeindliche Vorurteile bedient. Voves will außerdem ein Bettelverbot durchsetzen. Traurig, wie weit es mit der SPÖ gekommen ist, die sich viele Jahrzehnte lang glaubwürdig und mit Erfolg für sozial Schwache eingesetzt hat!

3) Neben heimischen Burschenschaftern besuchte Ende Jänner der Chef der rechtsextremen belgischen Partei „Vlaams Belang“, Filip Dewinter, den Ball des „Korporationsrings“ in der Hofburg. Außerdem unter den Gästen: Markus Beisicht, Vorsitzender der islamophoben „Bürgerbewegung pro Köln“. Der Dritte Nationalratspräsident Martin Graf (FPÖ), der den Ball ebenfalls besucht hat, erklärte, beide Bewegungen stünden der FPÖ nahe.
Die Grünen übten massive Kritik und forderten von Bundespräsident Heinz Fischer sowie von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP), der für die Vergabe der Hofburgräumlichkeiten verantwortlich ist, klare Stellungnahmen.
Übrigens hat die rechtsextreme Burschenschaft „Olympia“, der Graf angehört, den kanadischen „Rassenforscher“ John Philippe Rushton zu einem Vortrag eingeladen. Rushton vertritt die These, „die europäische und die asiatische Rasse“ seien „der afrikanischen Rasse“ intellektuell überlegen, aber sexuell weniger aktiv. In einem „Presse“-Kommentar fragt Thomas Kramar spöttisch, ob die Burschenschafter nicht enttäuscht sein werden, wenn ihnen Rushton bescheinigt, dass sie aufgrund ihrer Abstammung nur wenig Muskeln und einen kleinen Penis haben?

   
links ein Site-Banner mit Filip Dewinter, rechts ein Buch von Rushton,
gefunden im "Nationalen Warenhaus" der "deutschen Stimme"

4) Am 12. Februar jährt sich der Aufstand der österreichischen Arbeiterbewegung gegen die Errichtung der austrofaschistischen Diktatur zum 66. Mal. In einem Offenen Brief verlangen 97 angesehene Historiker sowie Politik- und Sozialwissenschafter (darunter Anton Pelinka und Florian Wenninger) die Rehabilitierung der Opfer des Dollfuß-Schuschnigg-Regimes (1934 – 1938). Allerdings soll es eine Einzelfallprüfung geben, um die Rehabilitierung von Nationalsozialisten zu verhindern.
SPÖ und Grüne haben das Thema aufgegriffen, ÖVP-Justizsprecher Heribert Donnerbauer zeigt sich gesprächsbereit. Dass in den Räumen des ÖVP-Parlamentsklubs bis heute ein Bild des blutigen Diktators Engelbert Dollfuß hängt, stört Donnerbauer aber nicht.


Dieses Bild des klerikalfaschischen Diktators
Engelbert Dollfuß hängte immer noch im ÖVP-Klub

5) In Bludenz (Vorarlberg) ist Karl Mayrhofer für seine rechtsextremen Sprüche bekannt. An den Stammtischen der Stadt will man ihn nicht haben, die FPÖ wollte ihn schon: Bei der letzten Gemeinderatswahl kandidierte er auf dem vierten Platz der blauen Liste. In einem Internet-Forum erklärte FPÖ-Politiker Mayrhofer, von „Museln“ (Muslimen) als Nazi bezeichnet zu werden, empfinde er als Auszeichnung: „Dann wissen sie wenigstens, zu was man noch fähig sein wird und auch fähig sein muss. Es gibt europaweit nur mehr die Gewaltoption.“
Erst als die „Vorarlberger Nachrichten“ am 10.2. Leseproben dieser Art veröffentlichten, setzte die Bludenzer FPÖ Mayrhofer vor die Tür. Harald Walser, Nationalratsabgeordneter der Grünen, erstattete bei der Staatsanwaltschaft Feldkirch Anzeige wegen des Verdachts auf NS-Wiederbetätigung, Verhetzung und Herabwürdigung religiöser Lehren.

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Schwerer Verdacht gegen Welser Bürgerliste

Die Bürgerliste Die Bunten erhob beim Verfassungsgerichtshof Einspruch gegen das Wahlergebnis der Welser Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl. Nun tauchten Fotos von Kandidaten der Bunten beim Hitlergruß auf.

Die Bunten wurden von der Wahl in Wels ausgeschlossen, weil die Wahlbehörde meinte, ein Antreten käme einer verbotenen NS-Wiederbetätigung gleich. Die Richtigkeit dieser Entscheidung bestätigen die nun aufgetauchten Fotos, ist Robert Eiter von der Welser Initiative gegen Faschismus überzeugt.

Auf den Fotos seien T-Shirts mit Aufdrucken wie "Ich habe Bock auf Nazis" oder "Nationale Sozialistin" gemeinsam mit Kandidaten der Bunten zu sehen, sagte Eiter im Interview mit dem ORF Oberösterreich, teilweise sollen die Kandidaten diese T-Shirts sogar selbst tragen: "Ich meine, viel deutlicher geht es nicht mehr."

Dazu kommt ein Foto, das einen Kandidaten mit zum Hitlergruß erhobener Hand zeigt. Ludwig Reinthaler, der Chef der Bunten, bestreitet diesen Vorwurf. Er habe von dem Kandidaten, der auf dem Foto zu sehen ist, eine schriftliche Erklärung bekommen, dass es sich um "eine zufällige Handbewegung" gehandelt habe.


nur eine zufällige Handbewegung ...


... sieht Ludwig Reinthaler

Sein Kandidat habe jemanden grüßen wollen, so Reinthaler. Das habe man auch in einer Stellungnahme an den Verfassungsgerichtshof erklärt.

Sowohl das Foto mit dem möglichen Hitlergruß, als auch die jetzt aufgetauchten Fotos von Kandidaten mit Kleidung aus der Neo-Nazi Szene wurde von der Stadt Wels an den Verfassungsgerichtshof übermittelt. Zur Untermauerung, dass der Wahlausschluss der Bunten gerechtfertigt war. Das hat Vizebürgermeister Hermann Wimmer als Leiter der Wahlbehörde bestätigt.

Robert Eiter rechnet mit einer eindeutigen Entscheidung der Verfassungsrichter: "Hier zeigen Kandidaten der Liste "Die Bunten" ganz offen und provokant eine braune Gesinnung und es ist klar, dass eine solche Gruppierung bei Wahlen nichts verloren hat."

Der Chef der Bunten sieht das naturgemäß ganz anders. Man könne nicht "wegen eines Leiberls eine ganze Bürgerliste verbieten", noch dazu hätten die Leute, die auf wählbaren Listenpositionen stehen, mit der Sache "überhaupt nichts zu tun", so Reinthaler.

Die Entscheidung, ob die Wahlen in Wels wiederholt werden oder nicht, dürfte der Verfassungsgerichtshof im März treffen.

Bericht ORF-OÖ vom 9.2.2010

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Umfrage blamiert FPÖ-Rabl:

88 Prozent gegen Deutschtests für Wohnungswerber
Der freiheitliche Welser Wohnungsstadtrat Andreas Rabl stößt mit seiner Absicht, die Vergabe von Sozialwohnungen an Deutschtests zu knüpfen, nicht nur bei den anderen Parteien auf breite Ablehnung. Jetzt hat eine Internet-Umfrage der Bezirksrundschau Wels gezeigt, dass Rabl auch die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung gegen sich hat.
Sechs Tage lang ließ die Zeitung auf ihrer Homepage über den Plan des Wohnungsstadtrats abstimmen. Das Interesse war außergewöhnlich groß. 617 Menschen nahmen an der Abstimmung teil und trafen eine eindeutige Entscheidung: 88 Prozent sagten „Nein“ zu Deutschtests für Wohnungswerber.
Auch die mehr als 40 schriftlichen Kurzkommentare (Postings) zur Abstimmung brachten die Mehrheitsmeinung klar zum Ausdruck: Nur zwei der Poster konnten sich für Rabls Idee erwärmen. Alle anderen waren gegenteiliger Ansicht, viele übten – teils heftige – Kritik. Für die Wohnungsvergabe müsse der soziale Bedarf entscheidend sein, nicht irgendwelche Sprachtests, so der Tenor der Kurzkommentare. Der FPÖ gehe es nur darum, Zuwanderer zu diskriminieren sowie Neidgefühle und Vorurteile zu schüren.
"Andreas Rabl sollte über dieses Ergebnis nachdenken“, stellt Robert Eiter, Vorsitzender der Welser Initiative gegen Faschismus, fest. „Er wäre gut beraten, endlich konstruktiv für eine Verbesserung der Wohnungssituation in Wels zu arbeiten, statt fremdenfeindliche Scheinlösungen zu propagieren!“

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Die Katastrophe von Haiti

Ein Blick von links auf Haiti: Ein Artikel aus der Jungen Welt vom 8.2.


Netzwerk-Info Nr. 318 vom 2. Februar 2010

1) Wie das FPÖ-Parteiblatt "Neue Freie Zeitung" berichtet hat, wurde von Parteiobmann Heinz Christian Strache eine Delegation der ungarischen Partei Jobbik in Wien empfangen. Man wolle die "Zusammenarbeit vertiefen". In Ungarn wiederum seien die FPÖ-Vertreter Johannes Hübner und Johann Gudenus von Jobbik "herzlich aufgenommen" worden.
Eigentlich müssten diese Fakten zu einem innenpolitischen Aufschrei führen. Jobbik ist eine der menschenverachtendsten Parteien Europas: Neofaschistisch und antisemitisch, schürt sie unverhohlen den Hass auf Jüdinnen und Juden sowie auf Roma und Homosexuelle. Ihr paramilitärischer Arm ist die "Ungarische Garde", die zwar 2009 gerichtlich verboten wurde, aber trotzdem in schwarzen Uniformen aufmarschiert, um besonders Angehörige der Roma-Minderheit in Angst und Schrecken zu versetzen. Einer der Anführer der "Ungarischen Garde" meinte kürzlich: "Sie (die Juden, Anm.) wollen unser Land erobern, es uns wegnehmen. ... Einerseits ist ein großer Teil der Geschichten, die sie über Auschwitz und Buchenwald erzählen, erlogen. Tatsächlich gab es Lager, aber die waren weitgehend sauberer und humaner als diejenigen in Sibirien. Es waren Arbeitslager, Vernichtungslager gab es nicht."
Übrigens will Jobbik den nach dem Ersten Weltkrieg abgeschlossenen Friedensvertrag von Trianon aufkündigen und wieder ein Groß-Ungarn errichten. Das würde nicht nur schwerste Konflikte mit Ungarns Nachbarn Rumänien, Slowakei, Serbien, Kroatien und Slowenien bedeuten, sondern auch Gebietsansprüche auf das früher ungarische Burgenland.
Mit einer solchen faschistischen Hetzerpartei will die FPÖ also die "Zusammenarbeit vertiefen". Und außer ein paar JournalistInnen bei "Falter" und "Standard" scheint das niemanden zu stören ...


"Ungarische Garde" bei der Vereidigung

2) Eine Umfrage über die Chancen möglicher neuer Parteien in Österreich hat ergeben, dass sich rund 10 Prozent der Bevölkerung vorstellen können, eine Partei rechts der FPÖ zu wählen! Da die Freiheitlichen ohnehin rechtsaußen positioniert sind und immer wieder am Verbotsgesetz anstreifen, wünscht sich demnach eine beachtliche Minderheit, dass eine Art Neonazi-Partei kandidieren darf ...
Bei einer Nationalratswahl würde die FPÖ derzeit rund 22 Prozent der Stimmen erreichen, das BZÖ ein bis zwei Prozent. 2008 haben FPÖ und BZÖ gemeinsam rund 29 Prozent erreicht. Der derzeitige Rückgang um fünf Prozent ist auf die Kärntner Turbulenzen (Hypo-Skandal, Konflikt um orange Parteispaltung, Korruptionsvorwürfe gegen Uwe Scheuch) zurückzuführen. Ein Dauertrend wird das aber kaum werden.

3) Der oö. Wohnbau-Landesrat Manfred Haimbuchner und der Welser Wohnbaustadtrat Andreas Rabl (beide FPÖ) versuchen ihre neuen Funktionen zu nützen, um die Diskriminierung von MigrantInnen auf "rechtsstaatlichem" Weg voranzutreiben.
Weil Haimbuchner mit seiner Forderung nach Streichung der Wohnbeihilfe für "Ausländer" (Personen ohne österreichische oder andere EU-Staatsbürgerschaft) vorerst abgeblitzt ist, lässt er die schriftliche Information zum Wohnbeihilfeantrag nur mehr auf Deutsch, Englisch und Französisch, aber nicht mehr auf Türkisch und Serbokroatisch auflegen ... Erfreulicherweise hat das scharfe Kritik der SPÖ und der Grünen ausgelöst. Ob sie Rücknahme dieser üblen Schikane erreichen werden?
In Wels will Stadtrat Rabl die Vergabe von Sozialwohnungen an das Bestehen von Deutschtests koppeln. Wie es etwa einem türkischen Hilfsarbeiter in einer solchen Prüfungssituation gehen würde, kann man sich lebhaft vorstellen ... Ob Rabl seine neuen Vergaberichtlinien nun dem Gemeinderat unterbreitet oder nicht: Der Gemeinderat ist das höhere Organ und kann die Geltung dieser Richtlinien verhindern. Wenn SPÖ, ÖVP und Grüne den blauen Ideologen Rabl gewähren lassen, sollten sie die Stadt Wels besser gleich den Freiheitlichen übergeben. Derzeit sieht es allerdings nicht so aus.

4) Ein Wiener Staatsanwalt war der Meinung, ein aus der Türkei stammender, seit 30 Jahren in Österreich lebender Mann habe sich in "heftiger, allgemein begreiflicher Gemütserregung" befunden, als er seine Ehefrau zuerst mit 21 Messerstichen und dann mit einer Eisenstange umbringen wollte. Sie hatte ihm die Scheidungspapiere gezeigt - und das, so der Staatsanwalt, habe beim Täter aufgrund seiner "Herkunft" und seiner "Sittenvorstellungen" eben jene Gemütserregung ausgelöst. Die Frau überlebte knapp, der Mann wurde lediglich wegen versuchten Totschlags (noch nicht rechtskräftig) zu sechs Jahren Haft verurteilt.
"Das Urteil ist nicht nur rassistisch, sondern auch eine Verhöhnung der Opfer", sagt Rosa Logar, Geschäftsführerin der Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt an Frauen. "Einerseits wird einem Türken dadurch unterstellt, dass Gewalt in seiner Kultur normal sei und andererseits wird das dann als strafmildernd gewertet."
Justizministerin Claudia Bandion-Ortner verteidigte das Urteil hingegen mit den Worten, die Justiz sei unabhängig und es solle doch zu keiner "Bevorzugung von Frauen" (!) kommen. Erst nach massiver öffentlicher Kritik stellte das Justizministerium in einem Erlass klar, dass Klischees über andere Kulturen Gerichtsentscheidungen nicht beeinflussen dürfen. Der Erlass gilt freilich nur für künftige Urteile.

5) Von einem Salzburger Geschworenengericht wurde der 25-jährige Arbeiter Christian L. wegen Körperverletzung und NS-Wiederbetätigung einstimmig zu 15 Monaten bedingter Haft, zu einer hohen Geldstrafe sowie zu Schmerzensgeld und Ersatz für Verdienstentgang verurteilt. Der Mann hatte im Dezember 2008 in Bad Gastein eine junge Frau mit indischen Vorfahren rassistisch beschimpft, NS-Parolen geschrien und einen der beiden Begleiter der Frau geschlagen und getreten. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

6) Die Homepage des österreichischen Parlaments versteckt "braune Flecken", hat der Wiener Politikwissenschafter Walter Manoschek herausgefunden. Biografien früherer Abgeordneter sind eindeutig geschönt: So wird die SS-Mitgliedschaft von Siegmund Burger und Rudolf Hämmerle (beide ÖVP) sowie von Otto Rösch (SPÖ) und Friedrich Peter (FPÖ) totgeschwiegen. Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) hat auf die Kritik reagiert und will für eine Parlaments-Homepage ohne einschlägige biografische Lücken sorgen.

7) Die antifaschistische Demonstration gegen den "Wiener Korporations-Ball" der deutschnationalen und rechtsextremen Burschenschaften wurde behördlich untersagt. Bezeichnend, dass die Spitzen der Republik (einschließlich des Bundespräsidenten) schwiegen und das ewiggestrige Spektakel in der Hofburg (!) ebenso duldeten wie die glatte Verletzung des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit.


(Foto: Daniel Weber)

Die Demonstration fand dennoch statt: Sie wurde polizeilich aufgelöst. Es gab gewalttätige Auseinandersetzungen und 14 Festnahmen. Wahr ist leider auch, dass manche Autonome die Demonstration wieder einmal für Randale genutzt haben. Was dazu führt, dass die antifaschistischen Inhalte öffentlich in Misskredit gebracht werden. So zeigt der "Kurier", der sonst durchaus gegen Rechtsextremismus und gegen Polizeiübergriffe schreibt, kein Verständnis für den Versuch, ein Polizeiauto anzuzünden. Begreifen eigentlich "Antifaschisten", die so agieren, nicht, dass sie Strache & Co. direkt in die Hände arbeiten?

8) Am 8. Mai - dem Jahrestag der bedingungslosen Kapitulation Hitler-Deutschlands - will die Neonazi-Szene in Linz einen "Trauermarsch" durchführen. Ein Vorbereitungstreffen hat am 24. Jänner stattgefunden, informiert die KPÖ in einer Presseaussendung. Federführend bei der geplanten braunen Provokation ist die "Initiative Stop3g", die das NS-Verbotsgesetz bekämpft (§3g Verbotsgesetz ist die Strafbestimmung für allgemeine Wiederbetätigung). Die Initiative wurde von Robert Faller, dem Generalsekretär der "Nationalen Volkspartei" (NVP), gegründet. Unser Netzwerk unterstützt den Aufruf der KPÖ, nicht nur den "Trauermarsch", sondern auch die NVP zu verbieten.

9) Das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) sucht Zivilcourage-TrainerInnen. Wer sich - bis spätestens 10. Februar - bewerben will, findet alle näheren Informationen in der ersten angefügten PDF.

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Haider: Zwei Millionen für die erste Fußball-Liga?

Bei der BayernLB haben Ermittler schon oft gestaunt. Doch es kommt noch besser: Die Bank soll Jörg Haider bestochen haben.
Bericht der Süddeutschen Zeitung vom 30.1.2010

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Haider hilft

Antonio Fian - Dramolette - STANDARD /30.01.2010
Jänner 2010. Bergbaumuseum in Klagenfurt, innen
(Jörg-Haider-Ausstellung. Der Museumsdirektor Finding geht mit sorgenvoller Miene in der leeren Kassenhalle auf und ab. Der Vizebürgermeister von Klagenfurt, Gunzer, tritt ein.)
GUNZER: Niemand / Wieder niemand
FINDING (eilt auf ihn zu): Geduld Herr nur Geduld / Sie werden kommen / Das brave Volk / begreift noch nicht / die Größe des Projekts / Sein Schaukelpferd / sein Schreibtisch / all die andern Kostbarkeiten seht nur seht / Sie werden kommen glaubt mir
GUNZER (düster): Nein sie kommen nicht / Sie kommen nicht / Ach könnte ich sie doch / herprügeln lassen / Lust dazu hätte ich / Von wegen braves Volk / So viel hat er getan für sie / das Land zu gutem Geld gemacht / und das ist nun ihr Dank
(Er schreitet durch die Ausstellungsräume. Finding folgt ihm.)
FINDING: Ein Vorschlag Herr ein Vorschlag / Was wenn wir / inserierten / in Deutschland inserierten / Die Deutschen waren oft schon / unsre Rettung / Auch seine Eltern mussten / - wie in dieser Schau wir erstmals aufgezeigt - / 1934 fliehn nach Deutschland / um in Öst'reich dem Faschismus zu entgehn
GUNZER (überlegend): Deutschland / Deutschland möglich ja / Verlängern wir die Schau bis Mai / Da treffen viele Deutsche bei uns ein / mit ihren GTIs / und im Oktober dann / mit ihren Harley Davidsons / Die werden ganz gewiss zu würd'gen wissen die Größe unsrer Schau / Doch was bis dahin Finding / Wir brauchen dringend Geld
FINDING: Nun Herr / erst heute las ich in der Zeitung / dass in Vorarlberg / Köhlmeier/Bilgeri
GUNZER: Wer
FINDING: Köhlmeier/Bilgeri / Egal / Auch mir / sagten diese Namen nichts / Doch standen ihre Träger / an prominenter Stelle / in der Zeitung und / spielten vierzigtausend Euro ein / mit einem einzigen Konzert / für die Opfer von Haiti / Charity man nennt es / Charity
GUNZER: Charity soso / Was für ein eigentümlicher / Begriff / Und du denkst -
FINDING: Ja Herr / Was jene amateurhaft praktizierten / für nichts als für / Publicity und Spendengelder / können wir professioneller tun / Wir verlangen höh'ren Eintritt / liefern davon ab ein wenig / an die armen Menschen in Haiti / So viel Großmut wird man ganz gewiss uns lohnen / Die Leute werden sich drum reißen / uns zu unterstützen / du wirst sehen Herr / wir schreiben schwarze Zahlen / ehe noch im Herbst die Deutschen / das Museum stürmen / Deren Eintrittsgeld gehört dann uns allein / dem Volk
GUNZER: Der Plan ist gut / So werden wir es machen Finding/ Ich sehe schon die Aufschrift / "Haider für Haiti" - (er umarmt und küsst ihn) - / Selbst im Tode noch / liebt er sein Volk und / hilft der Welt.
(Vorhang)

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Polizei gegen Protestdemo:

Eine Demo gegen den Ball des Wiener Korporationsrings am 29.1. eskalierte. 14 Menschen werden festgenommen, hunderte angezeigt. Chronologie eines Polizeieinsatzes, der von Beginn an darauf angelegt war, zu scheitern. Lesen Sie weiter auf Politwatch.

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Eine Kapitalismusanalyse aus dem Jahre 2004:

Schaut Euch das an! Der Kabarettist Volker Pispers hat den Neoliberalismus lange VOR DER KRISE FACHGERECHT analysiert!

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SPÖ-Steuerreform

Die SPÖ-Arbeitsgruppe zur Steuerreform legte passende Vorschläge vor:
• Höhere Steuern auf Stiftungen: Die Zwischensteuer auf Zinserträge und auf die Veräußerung von Beteiligungen (derzeit 12,5 Prozent) soll „Richtung 25 Prozent“ angehoben werden.
• Vermögenszuwachssteuer: Die Spekulationsfrist beim Verkauf von Aktien und Immobilien soll aufgehoben bzw. verlängert werden: Bisher sind Gewinne aus Aktienverkäufen nach einem Jahr steuerfrei – bei Immobilien beträgt die Frist zehn Jahre.
• Finanztransaktionssteuer : EU-weit soll eine 0,01-Prozent-Steuer auf Finanztransaktionen eingeführt werden. Gelingt keine europäische Einigung, soll die Steuer vorerst nur in Österreich eingeführt werden.
• Managergehälter: Unternehmen sollen Managergehälter nur bis zu einer Höhe von 500.000 Euro jährlich steuerlich absetzen können.
• Bankenabgabe: Banken sollen eine Abgabe von 0,07 Prozent ihrer Bilanzsumme entrichten.
(OÖNachrichten vom 26.1)

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Kärnten Haider-Ausstellung floppt

ORF - Ö1 Morgenjournal 23. 1. 2010
Die Jörg-Haider-Ausstellung im Klagenfurter Bergbaumuseum hätte eigentlich am 26. Jänner, dem 60. Geburtstag des verstorbenen Kärntner Landeshauptmanns, geschlossen werden sollen. Doch jetzt wird die Schau wegen mangelnden Erfolgs verlängert, offenbar will die Stadt Klagenfurt wenigstens die Kosten hereinspielen.
Bucher erwartete sich 80.000 Besucher
Die Erwartungen vor der Ausstellungseröffnung waren groß. BZÖ-Chef Josef Bucher damals: "Wenn das so stimmt, wird das ein tolles Geschäft für die Stadt Klagenfurt. 80.000 Besucher mal fünf Euro."
Bisher 5.000 Besucher
400.000 Euro Einnahmen bei fünf Euro Eintritt hat man sich also erhofft, gerade einmal 25.000 Euro sind es laut Finanzstadtrat Albert Gunzer bis heute geworden: "Bisher sind wird bei einer zahlenden Besucherzahl von 5.000 sind. Ich brauche auf alle Fälle 10.000 zahlende Besucher und die werden wir erreichen, da wir jetzt verlängern werden."
Versuch: Schau verlängert
Haiders Schaukelpferd ist also noch bis Oktober im ehemaligen Luftschutz-Stollen zu sehen. Und der Stadtrat hofft, dass ihn die Teilnehmer am berüchtigten GTI-Treffen herausreißen. Damit die Haider-Schau nicht auch noch für die Stadtkasse ein Flop, sprich Verlustgeschäft wird.

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Neu: verpflichtende Deutschkenntnisse für Migranten


dem Karikaturisten der OÖNachrichten war am 20. Jänner klar:
das wird nicht bei jedem Zuwanderer funktionieren ...


dem Karikaturisten im STANDARD war am 20. Jänner klar:
Deutschlernen und Integration funktioniert in Kärnten am besten!

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In diesem Zusammenhang interessant: Die Einwanderungsbestimmungen für Kanada,
Regelungen der Einbürgerungen in europäischen Ländern (Stand Dezember 2009): Migrations-Info.de

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Netzwerk-Info Nr. 317 vom 19. Jänner 2010

1) Die Technische Universität (TU) Wien hat die Auszeichnung des Holocaust-Leugners Walter Lüftl mit dem Goldenen Ingenieurs-Diplom (siehe Netzwerk-Info 316, Punkt 3) nach breiten Protesten widerrufen. TU-Rektor Peter Skalicky entschuldigte sich für den Fehler.
Die Vorsitzenden des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ) und des Vereines Gedenkdienst, Willi Mernyi und Florian Wenninger, begrüßten diesen Schritt. Gleichzeitig regten sie an, dass sich die TU Wien künftig nach dem Vorbild der TU Berlin um einen aufgeklärten und selbstkritischen Umgang mit den gesellschaftlichen Folgewirkungen naturwissenschaftlicher Forschung und Lehre bemühen solle.

2) Im Alter von 100 Jahren ist Miep Gies gestorben, die der Familie von Anne Frank geholfen hat, während der Zeit der deutschen Besetzung unterzutauchen.
Es ist zu einem großen Teil das Verdienst der mutigen Frau, die 1909 in Wien geboren wurde und als Kind in die Niederlande kam, dass Hunderte Millionen Menschen mit der Geschichte des jüdischen Mädchens und Holocaust-Opfers Anne vertraut sind.
Gies hatte die Familie Frank sowie andere verfolgte Jüdinnen und Juden zwischen 1942 und 1944 in einem Hinterhaus in Amsterdam versteckt. Nach deren Entdeckung und Verschleppung durch die Gestapo brachte sie das Tagebuch der damals 15-jährigen Anne in Sicherheit. Der Text wurde nach dem Krieg von Annes Vater Otto Frank, der als einziges Mitglied der Familie den Holocaust überlebt hatte, veröffentlicht.
Erst im Juli des Vorjahres war Miep Gies das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich überreicht worden.


Frau Gies im Jahre 1945, sie wurde 1909
in Wien als Hermine Santrouschitz geboren

3) Ein Schulbeispiel für Rechtspopulismus: Seit Monaten macht die rechtsextreme "Dänische Volkspartei" Stimmung gegen Burka-Trägerinnen und fordert ein gesetzliches Verbot der Ganzkörperverschleierung.
Die rechtsliberale Regierung Dänemarks ließ sich auf die Diskussion ein, weil sie die "Dänische Volkspartei" als Mehrheitsbeschafferin braucht. Eine Studie wurde in Auftrag gegeben - und nach Fertigstellung unter Verschluss gehalten. Denn die Autoren konnten in ganz Dänemark keine einzige Burka-Trägerin finden!
Der unter Verschluss gehaltene Bericht wurde nun der Boulevardzeitung "B.T." zugespielt, die ihn am Sonntag (17. Jänner) veröffentlichte. Die "Dänische Volkspartei" ist blamiert, fordert aber trotzdem weiterhin ein Gesetz gegen das Tragen der Burka.


obwohl nicht verboten: no burkas in Denmark -
dänische Muslime pflegen diese frauenverachtende Verhüllung nicht

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Scheuch und die russischen Parteispenden:

Skandal um Parteispenden: Scheuch wollte Geld für Staatsbürgerschaft
siehe Artikel in NEWS vom 14.1.09

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Antifa-Netzwerk-Info Nr. 316 vom 12.1.2010

1) Wie ÖVP und SPÖ mit dem Thema Asyl umgehen, ist eine Katastrophe: Zuerst will ÖVP-Innenministerin Maria Fekter in der burgenländischen Gemeinde Eberau ein neues Zentrum für AsylwerberInnen errichten - kurz vor der Landtagswahl im Burgenland und unter Umgehung des SPÖ-Landeshauptmanns Hans Niessl. Die parteipolitische Absicht liegt auf der Hand.
Niessl reagiert aber nicht, indem er die guten Argumente gegen ein solches Zentrum in Eberau aufgreift: Dass der kleine Ort denkbar ungeeignet ist, schon weil die AsylwerberInnen dort keine Chance auf die notwendige Rechtsberatung haben. Nein, er bringt sofort Flüchtlinge mit Kriminalität in Verbindung, lässt eine Volksbefragung durchführen und entfesselt ein populistische Kampagne. Auch hier liegt die parteipolitische Absicht auf der Hand.
Fekter wiederum dreht das Rad weiter: Sie fordert gleich eine - eindeutig menschenrechtswidrige - Internierung der AsylwerberInnen während des Erstaufnahmeverfahrens. Das würde faktisch wochenlanges Einsperren von hunderten Menschen, gegen die strafrechtlich nichts vorliegt, bedeuten. Diese Forderung geht der SPÖ dann doch zu weit.
Wem Fekter (Spitzname "Strache mit Handtasche") und Niessl (Spitzname "Strache in Rot"), unterstützt von ihren Parteien, mit dem Schüren von Fremdenangst und Fremdenhass den Boden bereiten, ist wohl klar. Der "Standard"-Kolumnist Günter Traxler hat es unlängst auf den Punkt gebracht: ÖVP und SPÖ mögen sich bitte nicht wundern, wenn auch die nächsten Wahlen wieder ein "ölig grinsender Disco-Schleimer" gewinnt.

2) Bizarr ist das blau-orange Chaos, das die Abspaltung der Kärntner BZÖ-Landesgruppe von ihrer Bundespartei samt Fusion mit der FPÖ ausgelöst hat. Nach Jahren wüster gegenseitiger Beschimpfungen sind sich Heinz Christian Strache und Uwe Scheuch plötzlich wieder so nahe, dass die Kärntner Orangen als "Freiheitliche in Kärnten" (FPK) übergelaufen sind. Freilich bei weitem nicht so geschlossen, wie das geplant war. Es geht drunter und drüber, viele wissen gar nicht mehr, wo sie denn jetzt Mitglied sind: Beim BZÖ, bei der FPK oder bei der in Kärnten weiter existierenden Landes-FPÖ? Der Unmut an der Funktionärs- und Mitgliederbasis ist groß. Die Familie des verstorbenen rechten Übervaters Jörg Haider macht gegen Scheuch und Strache Front. Zudem hat sich die angebliche Sauberpartei FPÖ mit dem Kärntner BZÖ auch den Skandal rund um die Hypo-Alpe-Adria-Bank zurückgeholt.
Langfristig dürfte das Manöver Strache aber strategische Pluspunkte bringen: Trotz heftiger Gegenwehr wird das BZÖ ohne seine stärkste Landesgruppe untergehen. Damit haben die Blauen eine Konkurrenz vom Hals und können das gesamte Rechtsaußen-Potential hinter sich sammeln. Was die ewiggestrige Gesinnung betrifft, sind sich Strache, Scheuch & Co. ja ohnehin einig. Im Übrigen gilt für das deutschnationale Lager Österreichs schon seit den Tagen Schönerers der Satz "Pack schlägt sich, Pack verträgt sich" - und umgekehrt.

3) Unfassbar, aber wahr: Der berüchtigte Holocaust-Leugner Walter Lüftl wurde am 11. Dezember in einem Festakt der Technischen Universität (TU) Wien mit dem Goldenen Ingenieursdiplom ausgezeichnet! Das führte zu heftigen Protesten - unter anderem der Israelitischen Kultusgemeinde, des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes, der ÖH, der SPÖ und der Grünen. Der Rektor der TU Wien, Peter Skalicky, verteidigte die Ehrung Lüftls zuerst noch, geriet dann aber so unter Druck, dass er eine Kommission einsetzen musste, die über die Aberkennung des Goldenen Diploms befinden wird. Bis Anfang Februar soll ein Ergebnis vorliegen.

4) Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Die vier Polizeibeamten, die den aus Gambia stammenden Schubhäftling Bakary J. in einer Lagerhalle misshandelt und gequält haben, wurden disziplinarrechtlich angemessen bestraft. In zwei Fällen kam es zur Entlassung, ein inzwischen pensionierter Beamter verlor seine Pension. Der vierte Täter erhielt eine hohe Geldstrafe und wird nur mehr im Innendienst eingesetzt. Dieses klare Signal ist umso überraschender, als die Prügelpolizisten vor Gericht billig davonkamen: mit bedingten Haftstrafen von sechs und acht Monaten.

5) Der Welser Vizebürgermeister Bernhard Wieser (FPÖ) hat bekanntlich vor der Landtagswahl die Kandidatur der rechtsextremistischen "Nationalen Volkspartei" (NVP) durch seine Unterschrift unterstützt. Dass die Landeswahlbehörde die NVP nicht zur Wahl zugelassen hat und diese Entscheidung mittlerweile vom Verfassungsgerichtshof bestätigt wurde, stört Wieser anscheinend nicht. Wie der "Kurier" berichtet, werden in seinem Büro im Welser Rathaus noch immer Werbekugelschreiber der demokratiefeindlichen NVP verwendet.

6) Die Republik Österreich wird sehr spät, aber doch ihre moralische und (seit dem Abkommen von Washington 2001) auch völkerrechtliche Verpflichtung zur Sanierung der jüdischen Friedhöfe im Bundesgebiet erfüllen. Während der nächsten Jahre werden für diesen Zweck 20 Millionen Euro aufgewendet.
Ebenso erfreulich ist die Tatsache, dass die aus den 70er Jahren stammende und deshalb veraltete Dauerausstellung Österreichs in der KZ-Gedenkstätte Auschwitz unter der Leitung des hochangesehenen Historikers Wolfgang Neugebauer völlig erneuert werden soll. Außerdem ist die polnische Regierung an die österreichische wegen eines Kostenbeitrags herangetreten, weil die KZ-Gedenkstätte zu verfallen droht und saniert werden muss. Hoffen wir, dass Österreich hier seine historische Verantwortung wahrnimmt ...

7) Der weltberühmte Schriftzug "Arbeit macht frei" über dem Eingang der KZ-Gedenkstätte Auschwitz - er ist fast fünf Meter lang und 30 Kilogramm schwer - wurde am 18. Dezember gestohlen und zwei Tage später beschädigt wiedergefunden. Der Diebstahl sorgte international für Empörung. Verhaftet wurden fünf Polen, die offenbar im Auftrag von zwei schwedischen Staatsbürgern gehandelt hatten. Angeblich sind politische Hintergründe auszuschließen, das Motiv sei Gewinnstreben gewesen.

8) Vilmos Hanti, Präsident des ungarischen Verbandes der Widerstandskämpfer und Antifaschisten (MEASZ) und Vizepräsident der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR), wird von Neofaschisten bedroht.
Nach einer Gedenkveranstaltung am 23. Dezember für ermordete ungarische Widerstandskämpfer drohte die neofaschistische Internetseite "HUNHIR.HU", die der verbotenen "Ungarischen Garde" nahe steht, mit Gewalt gegen Vilmos Hanti. Man werde "die jüdische Ratte" früher oder später erwischen und ihn in ein wieder eröffnetes Konzentrationslager verschleppen, heißt es auf der Internetseite. In den gut 50 Leserkommentaren gehen die Angriffe weiter. Hanti solle nicht in ein KZ gebracht, sondern müsse hingerichtet werden, wird dort gefordert.
Bedenkt man, dass die neofaschistische Szene in Ungarn während der vergangenen Monaten zahlreiche Gewalttaten verübt hat, können solche Angriffe nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Die FIR fordert daher von den ungarischen Behörden, dass die Verantwortlichen der Internetseite zur Rechenschaft gezogen werden. Gewaltdrohungen und menschenverachtende Hetze stehen nicht unter dem Schutz der Meinungsfreiheit.

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Oberösterreichisches Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus