Medientipps
Bernhard
Schmid: Distanzieren, leugnen, drohen; Die europäische
extreme Rechte nach Oslo, edition assemblage, 2011,
12,80 Euro Die extreme Rechte ist in ganz Europa
in Bewegung. Die Verunsicherung durch Sparpakete und
Finanzspekulationen, die schwer zu durchschauen sind,
treibt viele Menschen zu den populistischen Parteien,
die einfache Lösungen und Parolen für komplexe Probleme
anbieten. Der grausame Massenmord, den der rechtsextreme
Anders Behring Breivik im Juli 2011 in der Nähe von
Oslo verübte, machte deutlich, dass inzwischen verschiedene
weltanschauliche Richtungen den modernen Faschismus
prägen. Der Autor folgt den ideologischen Spuren und
Impulsgebern des jungen Mörders und zeigt ein breit
gefächertes Bild der europäischen Rechten. Zwei Hauptlinien
fallen auf: Der "alte" Rechtsextremismus folgt
den Spuren der NSDAP, setzt auf Antisemitismus und Romahetze
und dominiert in Ungarn, aber auch die deutsche NPD.
Eine neue Form des Faschismus konzentriert sich auf
den Hauptfeind Islam. In diesem Zusammenhang verblassen
vordergründig alte Feindbilder, Juden werden zu neuen
Bündnispartnern gegen "die Araber" und tatsächlich
erfolgten Schulterschlüsse zwischen israelischen Rechtsextremen
und ihren Gesinnungsgenossen in Europa. Auch ein offensichtlich
verwirrter Teil der Linken nähert sich den neuen rechtsextremen
Konzepten, die als "antiimperialistischer Kampf"
missverstanden werden, an. Die Transformation der Rechten
geht so weit, dass sie in Frankreich plötzlich auf die
Republik - vormals verhasstes Feindbild - schwört, die
in ihrer Sichtweise durch muslimische totalitäre Denkweisen
untergraben wird. Der kurze Band konzentriert sich
auf die Essenz der aktuellen Entwicklung und bietet
eine grundlegende Information zum Wandel rechtsextremer
Parteien und Ideologien. Roman Schweidlenka
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Tino
Markworth : Bob Dylan. Monographie, Rowohlt Taschenbuchverlag,
2011, 8,99 Euro Bob Dylan - Kultmusiker der 68er
Generation, kreativer Erneuerer moderner Musik, Poet
in der Tradition der Beat Generation, bis heute bekannt
und beliebt. Ein kommerzieller Erfolg der Superlative.
Der vorliegende Band folgt den Spuren des in einer jüdischen
Familie aufgewachsenen Robert Allen Zimmerman, blendet
seine Jugend ein, zeigt seine Rolle als politischer
Protestsänger, der gegen die Enge seiner Herkunft rebellierte,
später die des dem Alkohol und verschiedenen Drogen
zugewandten eigenwilligen Propheten eines alle Tabus
brechenden Hippietums, der in der gegenkulturellen Künstlerszene
der siebziger Jahre ein- und ausging, wobei seine diesbezüglichen
Kontakte und Aktivitäten nur eher oberflächliche Erwähnung
finden. Der Autor würdigt Dylan, scheut aber vor Kritik
nicht zurück. So wird auch ein egozentrischer, später
dem Mammon und Ruhm verfallener Künstler gezeigt, der
seinen Weg fern der ursprünglichen Ideale ging. Bewegend
die gescheiterte Ehe des Musikers, die er offensichtlich
nie wirklich bewältigte und deren Ende ihn in die Arme
der christlich-fundamentalistischen, den Teufel beschwörenden
Vineyard-Gemeinde trieb. Sein daran anschließender Kampf
gegen den Leibhaftigen, der den Einsatz gegen soziale
Missstände ersetzte, führte zu vielen mehr als peinlichen
Episoden und Aussagen des Künstlers. Von seinen Kontakten
mit dem antifaschistischen und politisch gegen den militärisch-industriellen
Komplex und die Umweltzerstörung aktiven Western Shoshone-Medizinmann
Rolling Thunder ("Rolling Thunder Tournee"),
die er mit der wichtigsten (neben Jefferson Airplane)
Hippieband The Grateful Dead teilte, war nichts mehr
zu spüren. Für mich folgte Dylan dem bekannten, typischen
Muster: Eine tiefgreifende seelische Krise treibt in
die Arme von oft suspekten Gruppen, die Heilung und
Erlösung versprechen, in Wirklichkeit jedoch mit einer
engen, fanatischen Ideologie die Menschen binden, unfrei
machen und von ihrem ursprünglichen, selbstbestimmten
Weg ablenken. Dylan wurde in seiner Kindheit durch die
Bibel geprägt, sein Weg zum fundamentalistischen Christentum
erscheint verständlich. Später vermengte er jüdische
und christliche Glaubenssätze und Weltdeutungen. Dann
erfolgte eine teilweise Loslösung von der fundamentalistischen,
missionarischen Phase, er fand wieder zu anderen Interessen
und Aufgaben. Auch hier ein oft zu beobachtender Prozess:
Nach Jahren engstirnig-fanatischer Gruppenzugehörigkeit
können sich ca. 50% der in so genannten Sekten oder
fundamentalistischen religiösen Gruppen beheimateten
Menschen aus der engen Umklammerung (teilweise) lösen
und wieder mehr Freiheit und Emanzipation in ihr Leben
integrieren. Dylan wäre nicht Dylan, hätte er sich
nicht auch in dieser Phase seine provokante Ablehnung
des Establishments bewahrt. Heute dürfen Dylan-Fans
aufatmen. Gereift und geläutert widmet sich das Idol
der verflossenen Jugendbewegung der Neuentdeckung und
Neuinterpretation ihrem Wesen nach eher unkonventioneller
amerikanischer Musik: Blues, Folk und American Roots
Music. Ein Werkverzeichnis rundet diese informative
Biographie ab. Roman Schweidlenka
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Peter
Gstettner - Erinnern an das Vergessen - Kitab-Verlag
2011, ISBN 978-3-902585-35-6- 262 Seiten, 18,50 Euro Der
Autor reflektiert seine Erfahrungen zur Rekonstruktion
der NS-Geschichte in Österreich. Alle Arbeiten zur Aufhellung
der dunklen Seite dieser Geschichte münden in dem Versuch,
das kollektive Schweigen zu brechen und das Lied von
der "guten alten Zeit" neu zu intonieren.
Gedenkstättenpädagogik und Bildungspolitik haben die
Gegenwartsbedeutung der Vergangenheit heraus zu arbeiten,
die NS-Geschichte vor Ort freizulegen und den Blick
jenseits der Schweigemauer in die Zukunft zu richten.
Der Autor entdeckt Zeugnisse einer Vergangenheit, in
Mauthausen und seinen Nebenlagern, in Lebensgeschichten
und Hinterlassenschaften von NS-Opfern, in den Institutionen
und Seilschaften der Tätergesellschaft, in Geschichten
von Widerstand und Solidarität. Erschütternde Funde
beim Graben nach der NS-Geschichte in Kärnten lassen
Umrisse der fragwürdigen Kultur- und Sittengeschichte
der Nachkriegsgesellschaft sichtbar werden. Dennoch
stimmen die Erfolge der Projekte optimistisch: Die Erfahrung
zeigt, um die NS-Vergangenheit an belasteten Orten zu
erforschen, sind konkrete Erinnerungsarbeit und persönliche
Schmerzerfahrungen Schritte auf dem Weg, verschüttetes
Gedächtnis, verwischte Spuren und vergessene Orte wieder
für eine Erziehung zur Demokratie und Toleranz fruchtbar
zu machen. Peter Gstettner, geb. 1945; Dr. phil.,
Studium der Psychologie und Erziehungswissenschaften
in Innsbruck; Habilitation in Marburg, 1981-2004 Professor
für Erziehungswissenschaft an der Universität Klagenfurt.
1994 Gründung des Mauthausen Komitees Kärnten/Koroška
und des Vereins "Memorial Kärnten Koroška.
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Auf
Wiedersehen über den Sternen! Na svidenje nad zvezdami.
Briefe aus Widerstand und Verfolgung unter dem NS-Regime
in Kärnten - Hrsg. von Wilhelm Baum. Unter Mitarbeit
von Hans Haider, Vincenz Jobst und Gerti Malle - Kitab-Verlag
2011 - ISBN 978-3-902585-83-7 - 304 Seiten, 19,80 Euro In
Kärnten wurden vor dem Volksgerichtshof des NS-Staates
unter dem berüchtigten Vorsitzenden Dr. Roland Freisler
31 WiderstandskämpferInnen zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Von etlichen von Ihnen sind Abschiedsbriefe vor der
Hinrichtung oder andere Briefe an Verwandte erhalten,
die die letzten Gedanken dieser Menschen in der schwersten
Stunde ihres Lebens wiedergeben. Manche zeigen die Frömmigkeit
der slowenischen Bauern und Holzfäller, die Fürsorge
für ihre Familien, die Solidarität im Kampf für die
Gerechtigkeit oder auch letzte Anordnungen über ihr
Erbe oder auch die Solidarität der Sozialisten und Kommunisten
oder Zeugen Jehovas; leider sind auch zahlreiche Briefe
verlorengegangen; einige Opfer ohne nähere Verwandte
haben möglicherweise keine Briefe geschrieben. Widerstandskämpfer,
denen man nichts nachweisen konnte, kamen häufig in
"Schutzhaft" und ins KZ, wo sie ohne jeden
Prozess zugrunde gingen oder umgebracht wurden. Die
Zensur erlaubte ihnen keine offenen Worte; manchmal
enthalten die Briefe der Todeskandidaten auch entsprechende
Andeutungen oder ließen die Vision einer gerechten Gesellschaftsordnung. Es
handelt sich um berührende und erschütternde Dokumente,
die jeweils eine biografische Notiz und - soweit vorhanden
- ein Bild des Opfers zeigen.
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HR
Dr. Hans Maršálek - Die Geschichte des Konzentrationslagers
Mauthausen, Dokumentation - ISBN 978-3-902605-06-1,
Edition Mauthausen, 4. Auflage 2006, 448 Seiten, Euro
19,90 Das KZ Mauthausen war eines der meist gefürchteten
Konzentrationslager im Dritten Reich. Ungefähr
200.000 Menschen aus allen Staaten Europas wurden nach
Mauthausen oder in eines seiner 49 Nebenlager deportiert
- rund 100.000 erlebten die Befreiung am 5.
Mai 1945 nicht. Sie wurden im
Steinbruch ermordet, in der
Gaskammer vergiftet oder fielen den katastrophalen
Bedingungen des Lagers zum Opfer. Das KZ Mauthausen
war ein riesiges, weit verzweigtes System von Firmen
und Nebenlagern, von Tätern und Profiteuren. Dieses
Buch ist seit mehr als 30 Jahren das unbestrittene Standardwerk
zur Geschichte des KZ Mauthausen und nach wie vor die
einzige Publikation mit einer gesamthistorischen
Zusammenstellung. Ohne diese Dokumentation
von Hans Maršálek wären alle weiteren wissenschaftlichen
Arbeiten zu diesem Thema völlig undenkbar. Bundespräsident
Dr. Heinz Fischer: "Die Opfer von Mauthausen, die
Gequälten und Ermordeten, mahnen uns." Hans Maršálek
(1914-2011) war wegen Widerstandstätigkeit ab Herbst
1942 bis zur Befreiung im Mai 1945
im KZ Mauthausen interniert.
Nach dem Krieg baute er
das Mauthausen-Archiv und das Museum an
der KZ-Gedenkstätte auf und war auch jahrelang Leiter
der Gedenkstätte. Hans Maršálek ist Autor zahlreicher
Publikationen und bis heute aktiv in der Aufklärungsarbeit
über die Verbrechen der Nationalsozialisten.
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Peter Kammerstätter. Biographie eines
Widerstandskämpfers, Broschüre, 56 Seiten Anläßlich des
100. Geburtstags von Prof Kammerstätter erschien das dritte Heft der KZ-Verband
Reihe "Texte und
Materialien zu Widerstand und Verfolgung in Oberösterreich" zu Prof. Peter
Kammerstätter, Widerstandskämpfer, Forscher und Volksbildner. Die Broschüre
im Umfang von 56 Seiten enthält neben einem Überblick zu Leben und Werk
(Günther Grabner) persönliche Erinnerungen und Würdigungen von Günther
Grabner, Hubert Hummer, Erna Putz und Wolfgang Quatember sowie erstmal einen
kleinen Auszug aus Lisa Kammerstätters Erinnerungen „Vor den Toten hatte ich
keine Angst, aber vor den Lebenden“. Die Publikation kann um EURO 4,- zzgl.
Versandkosten unter office@kzverband-ooe.at bestellt werden.
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Heribert
Schiedel - Extreme Rechte in Europa - Edition
Steinbauer, 23,5 x 16,5 cm, 120 Seiten, Euro 22,50 Über
den Kontinent hallt der antijüdische und antimuslimische
Kampfruf Abendland in Christenhand!. Doch die stets
von Dekadenz und Verderben raunenden Retter des Abendlandes
- schon 1933 von Karl Kraus als Untergangster entlarvt
- wollen nicht mehr rechtsextrem sein, sondern als Verteidiger
von Demokratie und Liberalität gelten. Das Christentum
interessiert sie dabei nicht als ethisches System, sondern
als homogene und hermetisch abgeschlossene Kultur. Die
Feindbilder werden nachjustiert, der alte Rassismus
und der noch ältere Antisemitismus modernisiert. Gegen
den gemeinsamen Feind rücken rechte Gruppen und Parteien
zusammen, die nationalen Gegensätze geraten dabei in
den Hintergrund und es droht zumindest in Westeuropa
ein geeinter rechter Machtblock. Der Autor zeigt, wie
sich im Westen Europas vor allem mit der Hetze gegen
Muslime Wahlen gewinnen lassen, während der Rechtsextremismus
in Osteuropa nach wie vor auf Zigeuner und Juden zielt.
Seine Studie belegt, dass dieser Extremismus hier wie
dort im unmittelbaren Wortsinn brandgefährlich ist,
da Gewalt gegen Schwache und Fremde überall in Europa
rasant zunehmen.
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Karl
Littner - LIFE HANGING ON A SPIDER WEB - From Auschwitz-Zasole
to Gusen II - Books on Demand - 454 Seiten, 83 Abbildungen,
Paperback, EUR 32,50 - ISBN: 978-3-8423-9840-5 With
his very personal memoirs, Karl Littner - a Jewish boy
from Auschwitz-Zasole - gives insight into Jewish life
and anti-Semitism in his hometown Oswiecim - Oshpitzin
- Auschwitz, Poland before the Second World War.Along
with his odyssey, he gives details about some not so
well known German forced labor camps like ZAL Raupenau-Kotzenau,
Hermannsdorf, Gross Masselwitz, or Grünberg which he
passed through in the years 1941 to 1943 via Transfer
Camp Sosnowitz (Sosnowiec).He offers his very personal
experiences about the difficult life and the systematic
terror of the SS and its helpers against Jewish families
in Ghetto Sosnowitz/Srodula before he managed to survive
Concentration Camp Auschwitz-Birkenau and Gross-Rosen-Fünfteichen
by being sent to Concentration Camp Mauthausen-Gusen
II, where he was near his end in the huge underground
aircraft plant "Bergkristall"at St. Georgen/Gusen.Although
his new life began with the liberation from Nazi terror
in Concentration Camp Gusen II, Karl Littner describes
also the difficult way back into ordinary life. His
path to success led him with his German wife Miriam
via Straubing and Tel Aviv to Chicago and finally Los
Angeles.
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400
JAHRE MARKT ST. GEORGEN AN DER GUSEN Marktgemeinde St.
Georgen/Gusen, St. Georgen/Gusen, 201,1272 Seiten, umfassend
illustriert, Hard Cover, EUR 19,- Das Buch ist ausschließlich
bei der Gemeinde St.Georgen erhältlich: Mail:
gemeinde@st-georgen-gusen.ooe.gv.at
Im neuen Geschichtebuch der Marktgemeinde St. Georgen
an der Gusen wurde auf 46 Seiten ein großes, von Rudolf
A. Haunschmied vom Gedenkdienstkomitee Gusen (www.gusen.org)
gestaltetes Kapitel der in Österreich noch immer kaum
bekannten Geschichte der Konzentrationslager von Gusen
gewidmet, das neben bis dato unveröffentlichten Photographien
und Plänen auch den neuesten Forschungsstand zu diesem
Lagerteil des ehemaligen KZ-Doppellagers Mauthausen-Gusen
mit seinen wichtigen Infrastrukturelementein in St.
Georgen/Gusen enthält. Diese Publikation unterstreicht
einmal mehr, das klare Bekenntnis der Marktgemeinde
St. Georgen/Gusen zu diesem dunkelsten Kapitel der regionalen
Geschichte. Obwohl das Kapitel "NS-Geschichte"
primär als weitere Grundinformation für die örtliche
Bevölkerung gedacht ist, ist der Abschnitt vor allem
auch für all jene von Bedeutung, die sich für die Geschichte
des Konzentrationslagerkomplexes Mauthausen-Gusen und
die dazugehörigen Nebenlager interessieren. So enthält
dieser Teil des Geschichtebuches z.B. erstmals auch
einen Plan des 1942/1943 für diesen KZ-Konplex geplanten
SS- Donauhafens oder hochaufgelöste Luftaufnahmen des
Konzentrationslagers Gusen II, die sogar noch hunderte
KZ-Häftlinge in dieser "Hölle aller Höllen"
erkennen lassen. Eine aktuelle 3D-Graphik gibt auch
einen Eindruck vom Ausmaß der ehemaligen unterirdischen
Flugzeugfabrik "Bergkristall" in St. Georgen,
welche durch Häftlinge des Konzentrationslagers Gusen
II errichtet und betrieben werden musste, und die in
den verbleibenden Teilen bald als wichtiges Element
einer regional angedachten Erinnerungslandschaft "St.
Georgen-Gusen-Mauthausen" zugänglich gemacht werden
soll. Das neue Geschichtebuch vermittelt in den begleitenden
Kapiteln aber auch einen Eindruck von dieser Region
aus der Zeit vor und nach der Schaffung dieses umfangreichen
Konzentrationslagerkomplexes, dessen Reste heute eine
in Europa einzigartige Situation darstellen.
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Der bekannte Linzer Journalist, Schriftsteller,
Widerstandskämpfer und Kommunist Karl Wiesinger
(1923-1991), hatte neben seinem berühmten "Bauernroman
Weilling Land und Leute" (der unter dem Pseudonym
"Max Maetz" erschienen war) vor allem Romane
zum zeitgeschichtlichen Geschehen geschrieben, drei
davon wurden nun neu aufgelegt:
Karl
Wiesinger - Standrecht - Promedia Verlag Wien, 205 Seiten,
Euro 19.90 Im Mittelpunkt von Karl Wiesingers
Roman über die für Österreich so entscheidenden Ereignisse
des Februar 1934 steht der arbeitslose Bierbrauer Martin
Lechner. Bei einem Arbeiterfest im steirischen St. Lorenzen
erlebt dieser die Brutalität der christlich-sozialen
Heimwehr mit eigenen Augen, als diese unbewaffnete Festzugsteilnehmer
kaltblütig erschießt. Er schließt sich dem Republikanischen
Schutzbund an und gerät so an die Front des Bürgerkriegs
in den Wiener Gemeindebauten. Dabei bemerkt Martin,
wie wankelmütig sich die sozialdemokratische Partei
in diesen Tagen verhält. Während die Führung den Aufstand
abblasen will, kämpfen die Genossen des Schutzbunds
in den Arbeitersiedlungen weiter, obwohl sie kaum Aussicht
auf Erfolg haben. Das bringt Martin zu der Überzeugung,
sich der KPÖ anzuschließen und so den Kampf in der Illegalität
fortzusetzen.
Karl
Wiesinger - Achtunddreißig, Promedia Verlag Wien, 396
Seiten, 29,90 Euro Das Buch "Achtunddreißig"
ist ein Episodenroman, der aus verschiedensten Blickwinkeln
das Verhalten der österreichischen Bevölkerung am Vorabend
des Einmarschs deutscher Truppen wiedergibt. Als verbindendes
Element zwischen den einzelnen Szenen dient das Tagebuch
des jüdischen Schneiders Isaak Schneidewind aus Linz,
der erst langsam zu verstehen beginnt, wie schnell sich
die Lebensumstände in wenigen Monaten ändern können.
Seiner Zögerlichkeit steht jene Entschlossenheit gegenüber,
mit denen die Nazis Österreich von innen und außen bedrohen.
Wiesinger schildert ihren zunehmenden Terror und die
Verhandlungen Hitlers mit Schuschnigg, die schließlich
Österreichs Ende besiegeln sollten. Als Schneidewind
erfasst hat, welche Gefahr ihm bevorsteht, ist es längst
zu spät.
Karl
Wiesinger - Der rosarote Straßenterror, Promedia Verlag,
192 Seiten, 19,90 Euro In der offiziellen Geschichtsschreibung
gilt der "Oktoberstreik" von 1950 noch immer
als "kommunistischer Putsch". Dazu trug maßgeblich
der damalige Vorsitzende der Gewerkschaft der Bau- und
Holzarbeiter, Franz Olah, bei, der seine Schlägertrupps
auf die streikenden Arbeiter losließ. Olah war, trotz
seiner Verbindung zur CIA und späteren strafrechtlichen
Verurteilung wegen illegaler Verwendung von Gewerkschaftsgeldern,
für den politisch und medial herrschenden Mainstream
die entscheidende Figur der Arbeiterbewegung: 1950 als
Garant zur Eindämmung der "kommunistischen Gefahr".
und später als wichtiger Zeitzeuge. Obwohl die Sowjetunion
dem Streik abwartend gegenüberstand und die KPÖ von
den Ereignissen überrollt wurde, hält sich hartnäckig
jenes Geschichtsbild, nachdem die unzufriedenen Arbeiter
von damals "im Auftrag der Kommunisten" gehandelt
hätten. Und so konnte auch das brutale Vorgehen der
Gewerkschafter gegen ihre eigenen Kollegen im nachhinein
gerechtfertigt werden. Als Karl Wiesingers Roman
über den Oktoberstreik 24 Jahre nach den Ereignissen
in einem westdeutschen Verlag erschien, ließ Olah die
Auslieferung in Österreich gerichtlich stoppen. Wiesinger
zeichnete ein völlig anderes Bild der Auseinandersetzung,
einen Streik, der von unten in den Betrieben entstand
und sich gegen die Auswirkungen des Lohn-Preis-Abkommens
mit ihren Reallohnverlusten richtete. "Der rosarote
Straßenterror" setzt einer kämpferischen Arbeiterbewegung
ein Denkmal, die durch falsche Entscheidungen der Streikenden,
aber auch durch die brutalen Übergriffe der Olahschen
Schlägertruppen letztlich ihre Niederlage erklären musste.
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Ursula Caberta -
Schwarzbuch Esoterik, Gütersloher Verlagshaus 2011,
189 Seiten, 18,50 Euro Die späten achtziger und die neunziger Jahren waren die große Zeit
der „Sekten“- und Esoterikkritik. Sodann ist es ruhiger um das Thema geworden.
Einerseits schien der Buchmarkt vorerst gesättigt, andererseits etablierte sich
die Esoterik in einem Ausmaß in der Gesellschaft, das alle Kritiker als
Ewiggestrige erscheinen ließ. Nur: Die Problemfelder, die mit der Aufnahme
moderner Esoterik verknüpft sind, blieben bestehen. Daher ist es erfreulich,
wenn wieder ein umfassendes, gut lesbares kritisches Buch zur Esoterik erscheint.
Die Autorin geht auf die Wurzeln des Esoterikbooms und seine Gründe ein und
arbeitet aus heutiger Sicht Prozesse und Trends auf, die vor Jahren noch Schlagzeilen
lieferten. Zu einer gelungenen Zusammenfassung vielleicht bekannter Fakten
gesellen sich neue Entwicklungen, neue Namen, neue Schatten, die sich hinter so
manchen Versprechungen von Licht und Liebe verbergen. Caberta geht auch auf den
gewandelten Sektenbegriff ein, nimmt einen problematischen Heilermarkt unter
die Lupe und verschweigt auch fanatische, an magische Weltbilder appellierende
Strömungen im Christentum nicht. Interessant auch ihre Ausführungen zur Theorie
und Praxis der esoterischen Kindererziehung und der damit verbundenen Problematik
des Lebens in Parallelwelten. Die große Sorge der Autorin: So manche Strömungen
der Esoterik fördern autoritäre Geisteshaltungen und bedrohen so – zumindest
indirekt – die Demokratie. Tatsächlich fördern gerade esoterisch verbrämte
Weltverschwörungstheorien einen politischen Irrationalismus. Fazit: Das Buch
bietet einen verständlichen Überblick moderner esoterischer Strömungen und ihrer
Schattenseiten. - Roman Schweidlenka
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Andrea
Röpke, Andreas Speit Mädelsache!: Frauen in der
Neonazi-Szene, Ch. Links, Berlin, 237 Seiten, 16,90 Euro Seit
einigen Jahren treten Frauen in Deutschlands männerdominierten
Neonazi-Szene selbstbewusster auf. Sie kandidieren für
die NPD, organisieren Demonstrationen und kümmern sich
um die "richtige" Erziehung des Nachwuchses.
Vor allem aber sind sie bestrebt, rechtsextreme Inhalte
unter dem Deckmantel von Themen wie Naturheilkunde,
Umweltschutz, Kindergeld und Arbeitslosenhilfe zu verbreiten
- besonders auf Nachbarschafts-, Vereins- und Gemeindeebene. Gestützt
auf Insider-Informationen geben die beiden Rechtsextremismus-Fachleute
Andrea Röpke und Andreas Speit in ihrem neuen Buch "Mädelsache!"
einen spannenden und sehr konkreten Einblick in das
Leben des weiblichen Teils der braunen Szene. Sie schildern,
wie völkische "Sippen" lokale Strukturen gezielt
unterwandern, und sie zeigen wirksame Gegenstrategien
auf. Einziger Nachteil des informativen Buches: Es bezieht
sich ausschließlich auf deutsche Verhältnisse.
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Arno
Lustiger - Rettungswiderstand. Über die Judenretter
in Europa während der NS-Zeit" Wallstein Verlag,
Göttingen, 464 Seiten, 29,90 Euro Wenn ein Freier
angekündigt war, musste Hedwig Porschütz ihre heimlichen
Mitbewohnerinnen aus der Eineinhalb-Zimmer-Wohnung in
der Berliner Alexanderstraße hinausschicken. Vom Geld,
das sie als Prostituierte verdiente, kaufte sie auf
dem Schwarzmarkt Essen für ihre Schützlinge. Es handelte
sich um verfolgte Jüdinnen. Im Juni 1944 flog das Versteck
auf, Porschütz kam in ein Arbeitslager. Sie überlebte,
doch die Demütigungen waren damit nicht zu Ende. Nach
dem Krieg verwehrte ihr der Berliner Senat eine Ehrung
als Lebensretterin - wegen ihrer "unzüchtigen Vergangenheit".
1977 starb Porschütz in Armut. Erst seit kurzem erinnert
eine Gedenktafel an sie. In Italien pendelte der
Radrennfahrer Gino Bartali, Sieger des Giro d'Italia
und der Tour de France, als Kurier zwischen verschiedenen
Gruppen von JudenretterInnen hin und her. Als Vorwand
diente ihm sein Trainingspensum. Auf der griechischen
Insel Zakynthos überlebte die gesamte jüdische Gemeinde,
weil sich der Bürgermeister weigerte, für die deutschen
Besatzer eine Liste mit den Namen der Verfolgten zu
erstellen. Statt dessen setzte er auf die Liste seinen
eigenen Namen und den des orthodoxen Erzbischofs, der
ebenfalls gegen die nationalsozialistische "Judenpolitik"
protestierte. Drei Beispiele von mehr als 200 aus
über 30 Ländern, die der Historiker und Holocaust-Überlebende
Arno Lustiger (87) in seinem "Rettungswiderstand"
schildert. Zu JudenretterInnen wurden einfache Leute
ebenso wie Professoren, Bauern wie Diplomaten, Nonnen
wie Industrielle. Viele gaben später an, sie hätten
doch nur das Selbstverständliche getan. Oft hatten sie
mit ihren Rettungsaktionen Erfolg. Nach dem Krieg wurden
sie nicht selten angefeindet - und zwar nicht nur in
Deutschland und Österreich, den Täterländern, sondern
auch in neutralen oder von Hitler-Deutschland überfallenen
Staaten. Die große Mehrheit der Opportunisten, Wegschauer,
Mitläufer und Kollaborateure wollte keinesfalls akzeptieren,
dass es auch andere Möglichkeiten des Handeln gegeben
hatte. "Verschmähte Helden" nennt deshalb
das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" die JudenretterInnen.
In den letzten zwei Jahrzehnten werden diese mutigen
Menschen aber mehr und mehr gewürdigt. Das Buch ist
jedenfalls äußerst empfehlenswert!
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Wilhelm
Toth - Alfred Ströer. Eine Biografie - Vom Volksgerichtshof
in die Gewerkschaftsspitze, 2004, 308 Seiten Euro 28,- Anlässlich
des Todes von Alfred Ströer am 20.8.2011: Alfred
Ströer, aufgewachsen im "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit,
entstammte einer typischen Arbeiterfamilie. Seine Eltern
waren arm, er war froh, als Jugendlicher eine Arbeit
als Metallarbeiter gefunden zu haben. Schon frühzeitig
engagierte er sich in der Gewerkschaftsbewegung. Vorerst
legal, nach dem Verbot der freien Gewerkschaften durch
das austrofaschistische Regime illegal. Nach der
Machtübernahme durch die Nationalsozialisten geriet
der junge Alfred Ströer zunehmend ins Visier der Gestapo.
Er schloss sich - so wie viele enttäuschte Sozialdemokraten
- den Kommunisten an, verteilte Flugblätter und wurde
im Februar 1939 verhaftet. Seinen 19. Geburtstag verbrachte
er im Landesgericht. Im März 1940 wurde er wegen Hochverrat
zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Nach seiner Entlassung
fand er Arbeit in einer Rüstungsfabrik, wo er - mit
anderen Widerstandskämpfern - Sabotageakte versuchte.
1942 wurde der ehemals "Wehrunwürdige" in
eine entsprechende Strafkompanie einberufen ("Die
999-er"). Nach Zwischenstationen in Deutschland
und in Griechenland landete er letztlich auf der Insel
Rhodos. Nach dem Krieg fasste er bald Fuß im neu
gegründeten Österreichischen Gewerkschaftsbund. Er arbeitete
sich vom Jugendsekretär des ÖGB bis zum engsten Mitarbeiter
des damaligen Gewerkschaftspräsidenten Franz Olah hoch.
Den "Fall Olah" überstand er unbeschadet,
wurde von Anton Benya übernommen, wurde Finanzreferent,
Nationalratsabgeordneter und Generaldirektor der BAWAG. Ströer
ist als Zeitzeuge unermüdlich im Kampf gegen den Faschismus
tätig, u.a. ist er Vizepräsident des Dokumentationsarchivs
des österreichischen Widerstandes, Vizepräsident des
Vereins für Geschichte der Arbeiterbewegung und Vorsitzender
des Bundes sozialdemokratischer Freiheitskämpfer.
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Grimoald
Karrer - Da denkst du dir nichts, und dann liest du
Gedichte - freya-Verlag 2011, 94 Seiten, ISBN 978 -
3 - 99025 - 033 - 4 - Preis: 14,90 Euro Zu seiner
profanen Lebenswelt - als Inhaber einer Elektrofirma
in St. Florian bei Linz -hat sich der 70jährige Karrer
idealere Parallelwelten aufgebaut. Vorerst passiv, als
Sammler von bildender Kunst. Seit rund 30 Jahren auch
aktiv, als ambitionierter Lyriker. Die Grenzen seiner
dichterischen Welt sind weit gespannt. Von heiteren,
spielerischen Wortgeplänkeln wie "Blauschwarz",
eine Hommage an seine Lieblingssocken, bis zu den Betroffenheit
und Verstörung auslösenden Gedichten wie "Es war
ja Krieg" und "Juden". In mitunter
surrealen Gedankenspielen gewinnt er Alltäglichem hintergründige
Aspekte ab, macht sich zum Nachdenken anregende Gedanken
über das Besondere im Banalen, stellt aber auch bohrende
Fragen zum Ist-Zustand unserer Welt und der Gesellschaft. "Da
denkst du dir nichts, und dann liest du Gedichte"
hat er als Titel für seinen 94 Seiten umfassenden Gedichtband
gewählt. Er hat sehr wohl überlegt gedacht und seine
Überlegungen auf ansprechendem, nie in die Plattheit
von volkstümelnden Verseschmieden abgleitendem Niveau
formuliert. Es lohnt sich, lesend in seine dichterischen
Gedankenwelten einzutauchen: Denken, Nachdenken, stellt
sich dabei von selber ein.
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Jan
Schedler, Alexander Häusler (Herausgeber) Autonome Nationalisten:
Neonazis in Bewegung - VS Verlag Wiesbaden, 328 Seiten,
34,95 Euro Bei Demonstrationen schwarz vermummt
und gewaltbereit, agieren Teile der neonazistischen
Szene gegenwärtig unter dem Label "Autonome Nationalisten",
Tendenz steigend. Deutlich aktionsorientiert, begreift
sich diese neue Generation von Neonazis als revolutionäre
Avantgarde. Zentrales Merkmal ist die Übernahme linker
Symbolik - Auftreten und Kleidung sind bis ins Detail
dem politischen Gegner entlehnt, die Agitation von antikapitalistischer
und antiimperialistischer Phraseologie bestimmt. Gezielt
wird versucht, sich jugendkulturell zeitgemäß zu präsentieren
und thematisch bislang eher von der Linken bestimmte
Politikfelder zu besetzen. Erstmalig wird hier diese
neue Erscheinungsform des Neonazismus umfassend aus
sozialwissenschaftlicher Perspektive analysiert. Kann
von einem Modernisierungsmoment der extremen Rechten
gesprochen werden, oder handelt es sich um bloße Mimikry?
Genese
der Autonomen Nationalisten - Erscheinungsform - Strategie
- Ideologie und Themen - Regionale Erscheinungsformen
- Historischer Exkurs - Perspektiven und Kontroversen.
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Ludwig
Laher - Verfahren - Roman Haymon-Verlag, 180 Seiten,
Euro 19,90, ISBN: 978-3-85218-680-1 Jelena, eine
Kosovo-Serbin, wird in ihrer Heimat wiederholt Opfer
unvorstellbarer Gewalt. Die geht nicht vom Staat aus,
sondern von enthemmten Mitgliedern der Mehrheitsbevölkerung.
Schwer traumatisiert, hofft die junge Frau nach zwei
Selbstmordversuchen auf einen Neuanfang in Österreich.
Dort aber gerät sie in die Mühlen eines unmenschlichen
Asylrechts, das seinem Namen nicht gerecht wird. Seit
langem prägt das Thema Asyl die öffentlichen Debatten
und sorgt nach jedem von den Medien aufgegriffenen Einzelfall
für heftige Kontroversen. Ludwig Laher überträgt diese
brandaktuelle Thematik auf eine literarische Ebene.
Er erzählt die exakt recherchierte Geschichte Jelenas
als roten Faden eines aufwühlenden Romans, in dessen
Mittelpunkt das Justizwesen selbst steht, die Welt der
Paragraphen und ihrer Anwendung, ein Spiegelbild unserer
Verfassung im doppelten Wortsinn: vielschichtig, mitreißend
diskret, erhellend und weit davon entfernt, komplexen
Fragestellungen mit einfachen Antworten beikommen zu
wollen.
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Hans Schafranek - Söldner für den Anschluss
Die Österreichische Legion 1933-1938 - 496 Seiten, EUR 29.90 - ISBN: 978-3-7076-0331-6 Wer waren Hitlers „Söldner für den Anschluss“? Die
in Deutschland stationierte Österreichische Legion führte bisher in der
zeitgeschichtlichen Forschung nur eine Schattenexistenz und war auch zahlenmäßig
lediglich eine vage umrissene Größe. Sensationelle Archivfunde erlauben es
erstmals, Geschichte, Organisationsstruktur, aber auch kollektiv-biografische
Hintergründe und detaillierte Zahlenangaben dieser Gruppe zu rekonstruieren, die
ursprünglich als paramilitärische Formation für die frühzeitige Annexion
Österreichs konzipiert war. Die Österreichische Legion umfasste mehr als 15 000
Aktivisten der österreichischen SA aus den unterschiedlichsten sozialen
Schichten – vom Bauernknecht und Hilfsarbeiter bis zum Arzt und Fabrikbesitzer.
Sie alle flüchteten nach dem NSDAP-Verbot (Juni 1933) ins Deutsche Reich, wo sie
in so genannten „Hilfswerklagern“ kaserniert und militärisch gedrillt wurden.
Eine nicht geringe Anzahl von „Legionären“ hatte zuvor in Österreich durch die
Beteiligung an Terroranschlägen blutige Spuren hinterlassen. Auch in Deutschland
stellten die österreichischen „Legionäre“ einen permanenten Unruhefaktor dar:
Anfänglich in Bayern, in der Nähe der Grenze zu Österreich stationiert, trugen
sie durch Terroraktionen und enge Verbindungen mit der in Österreich illegalen
NSDAP wesentlich zur Verschlechterung der Beziehungen zwischen dem „Ständestaat“
und dem Deutschen Reich bei. Hans Schafraneks packende Studie basiert fast
ausschließlich auf unveröffentlichten Quellen aus zahlreichen deutschen und
österreichischen Archiven und betritt zeitgeschichtliches Neuland. Dank der
überaus reichen Quellenbasis erschließt sich den Lesern ein facettenreiches Bild
der Legion, das auch mentalitätsgeschichtliche Aspekte mit einschließt.
Plastisch tritt das breite Spektrum zutage, aus dem sich jene Söldnertruppe
rekrutierte: Es reichte von primär wirtschaftlich motivierten Flüchtlingen über
Kleinkriminelle bis hin zu politisch schwer belasteten Sprengstoffattentätern
und Mördern. Durch annähernd 150 Kurzbiografien zum Führungskorps der Legion ist
das Buch zugleich ein wichtiges Nachschlagewerk zur Geschichte der
österreichischen SA.
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Christine
Stahl - Sehnsucht Brot - Essen und Hungern im KZ-Lagersystem
Mauthausen, Edition Mauthausen, 340 Seiten, ISBN 978-3-902605-19-1
Preis: € 18.90 Die Bilder ausgemergelter KZ-Häftlinge,
ihre eingefallenen Gesichter und ihre hervorstehenden
Rippen, Männer und Frauen mit knapp der Hälfte ihres
normalen Körpergewichts, gehören untrennbar zu unseren
Vorstellungen eines Konzentrationslagers. So präsent
die Bilder der ausgezehrten KZ-Häftlinge in unserem
kollektiven Gedächtnis sind, auf die hier gestellten
Fragen gab es bisher keine erschöpfenden Antworten:
Warum mussten die Menschen im Konzentrationslager hungern
und gleichzeitig schwerste Zwangsarbeit leisten? Was
bekamen sie überhaupt zu essen? Wie konnten sie unter
solchen Umständen überleben?
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"...Garanten
gegen den Faschismus..." Der Landesverband ehemals
politisch Verfolgter in Oberösterreich - Autoren: Simon
Loidl, Peter März - Herausgegeben vom Landesarchiv Oberösterreich
* Linz 2010 * 350 Seiten * Preis EUR 26,- * ISBN 978-3-902801-00-5 Soeben erschienen ist das Buch "...Garanten
gegen den Faschismus... Der Landesverband ehemals politisch
Verfolgter in Oberösterreich" von Simon Loidl und
Peter März. Unmittelbar nach der Befreiung bemühten sich lokale
und regionale Initiativen in ganz Österreich, die Opfer
des NS-Regimes zu organisieren, um Entschädigungen und
Hilfeleistungen einzufordern und die Verbrechen des
Faschismus nicht der Vergessenheit anheim fallen zu
lassen. Anfang 1946 entstand aus diesen Gruppierungen
der "Bundesverband ehemals politischer Verfolgter",
umgangssprachlich kurz "KZVerband" genannt.
Der "Landesverband ehemals politisch verfolgter
Oberösterreich" spielte innerhalb des Bundesverbandes
eine gewichtige Rolle. Nach der Auflösung des Bundesverbandes
1948 gingen vom oberösterreichischen Landesverband entscheidende
Impulse zur Weiterführung der Verbandsarbeit aus.
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Susanne
Rolinek, Gerald Lehner, und Christian Strasser - Im
Schatten von Hitlers Heimat: Reiseführer in die braune
Topographie von Oberösterreich, Czernin Verlag, 300
Seiten, Euro 19,80 Das vielfältige und prachtvolle Bundesland
zwischen Dachsteingebirge im Süden, Böhmerwald im Norden, Innviertel im Westen
und der Ennsmündung im Osten war Hitlers Heimat. Der verstoßene Dichter Carl
Zuckmayer nannte das Innviertel „Hitlers Bruthecke“ – und rückblickend mutet
es unheimlich an, wie eng in Oberösterreich die Schicksale von NS-Verbrechern
wie Eichmann und Kaltenbrunner mit jenen der Vertriebenen, der KZ-Häftlinge in
Mauthausen und seinen Nebenlagern oder der Widerstandskämpfer verbunden
sind. Hitler hatte große Pläne für seinen „Heimatgau“:
Industrialisierung im Dienste der Kriegswirtschaft und auf Kosten Zehntausender
KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter, ein „judenfreies“ Land für Nazibonzen und Linz
als neue Kulturmetropole. In Sichtweite des Konzentrationslagers von Mauthausen,
in dem mehr als 100.000 Menschen aus 30 Nationen ermordet wurden, rauchten bei
Linz die Hochöfen der „Hermann-Göring-Werke“, der späteren VOEST. Im
Salzkammergut ließen sich die Familien von Joseph Goebbels, Ernst Kaltenbrunner
und August Eigruber in enteigneten Villen nieder. Auf der anderen Seite
leisteten Regimegegner in organisierten Gruppen im Salzkammergut, im Mühlviertel
und den Industriestädten Widerstand. Doch die Verdienste der mutigen Männer und
Frauen gerieten im Nachkriegsösterreich schnell in Vergessenheit, ebenso wie die
NS-Zeit – bis jetzt, als neonazistische Vorfälle in Ebensee, Mauthausen und
anderen Orten die Vergangenheit wieder sichtbar machten.
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Lisa
Rettl & Peter Pirker "ICH WAR MIT FREUDEN DABEI"
Der KZ-Arzt Sigbert Ramsauer - Eine österreichische
Geschichte - mit einem Nachwort von Peter Gstettner,
352 Seiten, mit zahlreichen Abbildungen, Euro 23,-,
Milena Verlag, Wien 2010 "Die Juden mögen
wir nicht", schwadronierte Sigbert Ramsauer, ehemaliger
SS-Arzt im KZ am Loiblpass, amnestierter Kriegsverbrecher
und praktischer Arzt in Klagenfurt, Anfang der 1990er
Jahre in einem TV-Interview. Und zu seiner Rolle im
NS-Getriebe erklärte er vor laufender Kamera freimütig:
"Ich war mit Freuden dabei!" Mit der Biografie
des bis dato wenig bekannten österreichischen KZ-Arztes
folgen die ZeithistorikerInnen Lisa Rettl und Peter
Pirker einer Spur, die über den Vernichtungskrieg in
Polen und der UdSSR durch die verschiedenen Konzentrationslager
des Deutschen Reiches mäandert, nach Großbritannien
führt und sich schlussendlich zu einem zutiefst österreichischen
Stück Geschichte verdichtet: Sie manifestiert sich im
Umgang mit NS-Tätern und ihren Opfern, im umfassenden
Be- und Verschweigen, in der breiten gesellschaftlichen
Hilfe für Kriegsverbrecher und letztlich auch in der
zögerlichen strafrechtlichen Verfolgung. Dank großer
Akribie und außergewöhnlichem Quellenreichtum zeichnen
Rettl und Pirker nicht nur den Lebensweg Ramsauers nach,
sie skizzieren darüber hinaus einen bislang in der Zeitgeschichte
unbearbeiteten Themenkomplex: den britischen Militärgerichtsprozess
von 1947, Kärntens größten Kriegsverbrecherprozess.
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Dirk
Ritter-Dausend : Scientology. Wissen, was stimmt, Freiburg
im Breisgau , Herder Verlag, 2010, 128 Seiten,
Euro 9,20 Keine "Sekte" erreicht die
mediale Präsenz, die sich Scientology mit negativen
Vorzeichen in der Öffentlichkeit erworben hat. Unermüdlich
und mit Druck gegenüber den Mitgliedern arbeitet der
Psychokonzern an der Expansion und verfährt nicht gerade
zimperlich mit Kritikern. Obwohl der ersehnte Mitgliederzuwachs
in Europa mehr als mäßig ist, etablierte Scientology
in wichtigen Städten Zentralen, die unermüdlich nach
neuen Anhängern Ausschau halten. Jugendliche sind dabei
in das Zentrum des Interesses gerückt. Während die mediale
Kritik und die Analysen des deutschen Verfassungsschutzes
eine warnende Sprache sprechen, präsentiert sich die
Organisation als verfolgte religiöse Minderheit und
klagt in den USA unermüdlich die "bösen" europäischen
Regierungen - so auch die jeweils in Österreich und
Deutschland amtierenden - an, vergleichbar den Nazis
die Religionsfreiheit mit Füßen zu treten. Der Autor,
als Scientologyexperte im Innenministerium Nordrhein-Westfalens
tätig, ist erfolgreich bemüht, in gebotener Kürze Tatsachen
über Scientology festzuhalten und manche Mythen zu entzaubern.
Schockierend ist u.a. die wenig bekannte "grausame
Behandlung von Kindern". (S. 65) Das Buch ist übersichtlich
gegliedert und gibt auf die wichtigsten, in der Diskussion
relevanten Fragestellungen verständliche Antworten.
Unmissverständlich wird deutlich, dass die umstrittene
Organisation mit ihrem antidemokratischen internen Weltbild
nach Einfluss in Wirtschaft und Politik strebt. Information
und Aufklärung sind ungebremst wichtig, um Leid zu verhindern.
Das vorliegende Buch ist als Grundsatzinformation vorzüglich
geeignet. - Roman Schweidlenka
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Simon
Schneeberger : Fundamentalismus für Einsteiger, Alibri
Verlag, 2010, 197 Seiten, Euro 14,40 Rüttelte
in den neunziger Jahren die Sektenproblematik die Gesellschaft
auf, so ist es nach der Jahrtausendwende der Fundamentalismus
moslemischer und christlicher Prägung. Wobei der letztgenannte
weniger bekannt, aber politisch weitaus relevanter ist.
Der Autor zeichnet in seinem Buch eine kurze, prägnante
Charakteristik fundamentalistischer Strömungen. Seine
These: Verletzte religiöse Gefühle sind zur wirksamsten
politischen Waffe geworden, effektiver als Maschinenpistolen.
Sie sind die Bomben in der politisch korrekten Kultur.
Sie zwingen die demokratische Gesellschaft und die aus
der Aufklärung resultierenden Werte in die Knie. Vor
ihnen zittern Intellektuelle und Politiker. Die freie
Meinungsäußerung und auch die Pressefreiheit zerschellen
an der Flutwelle der verletzten Gefühle. Religionsfreiheit
ohne Rücksicht darauf, welche Werte und Überzeugungen
religiöse Gruppen vertreten, wird zur neuen Gottheit,
zum obersten Dogma. Intoleranz dringt auf diesem Weg
hinter den Kulissen in die Gesellschaft. Schneeberger
zeichnet nicht nur eine bissige Geschichte des Fundamentalismus
und seiner Merkmale. Sein Verdienst ist es, immer wieder
mit Humor, polemisch, provokativ und satirisch an das
Thema heran zu gehen - vielleicht die erträglichste
Form, um diesem Rückfall in vergangene Jahrhunderte
zu begegnen. Nicht zuletzt erörtert er an Hand von Quellen
die fundamental bedeutsame Frage: Wer ist der Antichrist?
Barack Obama oder Papst Benedikt XVI.? - Roman Schweidlenka
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Paul
Lafargue: Das Recht auf Faulheit, Frankfurt, Trotzdem
Verlag, 2010, 96 S, 10 Euro Karl Marx, auf Grund
der Wirtschaftskrise wieder etwas aus der geschichtlichen
Versenkung empor tauchender Vater des "Kommunistischen
Manifests" hatte mit Lafargue seine liebe Not.
Dieser war nicht nur sein Schwiegersohn, sondern vertrat
völlig andere Konzepte zur Weltrevolution als der Herr
Karl. Er plädierte für "Das Recht auf Faulheit".
In seinem kurzen Essay zeichnete der unliebsame Schwiegersohn
ein Bild des vom Kapitalismus ausgebeuteten Arbeiters,
der sich Zwängen und Stress beugen muss, um den Herren
des Kapitals hohe Profite zu erwirtschaften. Was schien
da revolutionärer als die Muße? Lafargue, ein bewusster
Provokateur, geriet mit diesen ketzerischen Ansichten
nicht nur mit Karl Marx, sondern auch - trotz einer
Laudatio Lenins - mit den Ideologen der revolutionären
Arbeiterklasse in Konflikt, setzten die Genossen doch
auf Arbeit, Leistung und alles was dazugehört, um den
Kapitalismus zu überwinden. Dies mag eine heitere Episode
der Geschichte sein. Doch heute, angesichts des Arbeits-
und Leistungskults fast aller politischen Strömungen
von links bis rechts, erlebt Lafargue eine Wiedergeburt.
Sein Werk wird als eine konkrete, emanzipative Utopie
bewertet, die sich gegen die Überzeugung "Wer nicht
arbeitet soll auch nicht essen" richtet. Auf jeden
Fall ein kleines Buch, das zum Nachdenken anregt, wie
viel Selbstbestimmung in unserer Arbeit noch möglich
ist. Und wer sich über seinen Chef ärgern muss, kann
abends wie ein Mantra ein Bekenntnis des exzentrischen
Lafargue wiederholen: "Nicht auferlegen, verbieten
muss man die Arbeit." (S.64) - Roman Schweidlenka
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Gregor
Mayer, Bernhard Odehnal: Aufmarsch. Die rechte Gefahr
aus Osteuropa. Salzburg, Residenz Verlag, 2010.
- 297 S. ISBN 978-3-7017-3175-6 - 22.50 € Die
Zunahme rechtsextremer Aktivitäten beunruhigt seit Jahren
demokratisch gesinnte Menschen. Dabei fiel der Blick
fast immer auf Deutschland und Österreich, bestenfalls
auf Westeuropa. Osteuropa, das seit dem Zusammenbruch
des Kommunismus mit besonderen sozialen und wirtschaftlichen
Problemen zu kämpfen hat, blieb lange ausgeklammert.
Das vorliegende Buch schildert nun die Situation in
Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Serbien, Kroatien
und Bulgarien - und schockiert. In Ungarn sind rechtsextreme
und neonazistische Ideologien weit in die Mitte der
Gesellschaft vorgerückt, erfolgreiche politische Parteien
sind mit der radikalen Neonaziszene verknüpft, enge
Schulterschlüsse mit einschlägigen "KameradInnen"
aus Deutschland und Österreich werden intensiv gepflegt.
Dabei kommt es immer wieder zu Gewaltakten gegen Roma,
die oft in Slums leben. Neben den Juden sind die Roma
Feindbild Nr. 1 für die rechtsextremen AktivistInnen.
Militante Garden ziehen durch das Land, währen die demokratische
Mitte und die Linke eher gelähmt wirken. Faschistische
Relikte erheben sich auch in anderen osteuropäischen
Ländern aus ihren vergessenen, im Kommunismus unterdrückten
Gräbern. Erstaunlich, wie intensiv die neue radikale
Rechte - besonders in Ungarn - in ihrer Agitation auf
Jugendliche setzt. Heavy Metal, Rechtsrock und andere
jugendkulturelle Szenen werden wie in Deutschland und
Österreich instrumentalisiert, um Jugendlichen den Hass
auf Demokratie und Minderheiten einzutrichtern. Interessant
auch die große Bedeutung esoterischer Strömungen für
die Renaissance des Neofaschismus. Das reicht von Spielarten
eines "nationalen Schamanismus" in Ungarn
bis zu mystisch-esoterischen Kulten um die Kronen längst
von der Geschichte überholter Königshäuser, die angeblich
einen okkulten Draht zwischen Himmel und Staat herstellen.
Für politisch interessierte LeserInnen ist dieses Buch
von unschätzbarem Wert. Es sollte seinen Weg zu jenen
ZeitgenossInnen finden, die gerne wegsehen. Denn Wegsehen
ist kein Weg, um demokratische Kultur lebendig zu erhalten.
- Roman Schweidlenka
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Gesamtangebot der edition mauthausen

Die edition mauthausen ist die Schriftenreihe des Mauthausen
Komitee Österreich (MKÖ) und besteht seit 2006. Mit diesen Werken soll
ganz bewusst eine größere Publikum als die rein akademischen AdressatInnen angesprochen
werden – sei
es der Einsatz in der Jugendarbeit oder in Schulen. Alle Publikationen sind im Buchhandel erhältlich. Aus Gründen der
Übersichtlichkeit werden die Publikationen hier nicht
einzeln aufgelistet, sondern können in einer fünfseitigen
A4-formatigen PDF downgeloaden werden.
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In
"Aufmarsch - Die rechte Gefahr aus Osteuropa"
(Residenz Verlag, 304 Seiten, 21,90 Euro) schildern
Gregor Mayer und Bernhard Odehnal die rechtsextreme
Szene in Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Kroatien,
Serbien und Bulgarien. Die Autoren haben in allen genannten
Ländern selbst recherchiert. Sie zeigen, wie gegen Roma,
Juden und Homosexuelle gehetzt wird und wie diese Propaganda
in den Alltag einsickert. Sie stellen die neue Generation
der "Führer" vor. Und sie verweisen auf die
Querverbindungen zu rechtsextremen Gruppen in Deutschland
und Österreich, die eine "Achse des nationalen
Widerstands" schaffen wollen. Mayer und Odehnal
benennen deutlich die Gefahr, die von dieser Entwicklung
ausgeht - für die politische Stabilität der einzelnen
Länder selbst wie für die Demokratie in der Europäischen
Union insgesamt. Äußerst lesenswert!
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Heuer feiert das Mauthausen Komitee Vöcklabruck
sein 25-jähriges Bestehen. In diesem Vierteljahrhundert
hat das Komitee unzählige Aktivitäten gesetzt und auch
eine ganze Reihe von Erfolge verzeichnen können. Unter
anderem wurden bei den drei Nebenlagern des KZ Mauthausen
im Bezirk Vöcklabruck Gedenkstätten errichtet. Auf
Anregung des Generalsekretärs des Internationalen Mauthausen
Komitees (IMK), Albert Langanke, hat das Mauthausen
Komitee Vöcklabruck jetzt eine reich bebilderte 24-seitige
Broschüre herausgegeben. Diese dokumentiert an vielen
ausgewählten Beispielen die seit 1985 geleistete Arbeit.
Die Broschüre "Mauthausen Komitee Vöcklabruck.
25 Jahre Entwicklung 1985 - 2010" von Robert
Bach, Günther Grabner und Alois Sattleder kann unter
voecklabruck@oegb.at
oder unter 07672/23444 kostenlos bestellt werden.
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Harald
Bergsdorf: Fakten statt Fälschungen. Argumente gegen
rechtsextreme Parolen, Olzog Verlag, 14.90 € Der
moderne Rechtsextremismus arbeitet auf zwei Ebenen:
Einerseits mit dem Aufbau kaderartiger Strukturen, andererseits
mit einem Populismus, der die wahren antidemokratischen
Ziele zumindest teilweise verbirgt. In den Diskussionen
werfen rechtsextreme Agitatoren immer wieder Behauptungen
unter das Volk, die nicht wahrer werden, wenn sie hunderte
Male wiederholt werden. Oft ist es aber schwierig, mit
Fakten den populistischen Parolen - von Islamisierung
über Überfremdung bis zu Ausländerkriminalität - entgegen
zu treten. Das vorliegende Buch darf getrost als Standardratgeber
gelten. Kurz und verständlich werden die gängigen rechtsextremen
Behauptungen auf ihren Wahrheitsgehalt hin analysiert
und es bleibt wenig Wahres über. Eine unverzichtbare
Hilfe in der Auseinandersetzung mit rechtsextremen Ideologien
liegt hiermit vor. Interessant, nicht nur für deutsche
Leser, ist die kurz und prägnant vorgestellte Entwicklung
der NPD und eine Übersicht über jene neonazistischen
Symbole und Darstellungen, die in Deutschland verboten
sind.
Dr. Roman Schweidlenka
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Rechtsextrem Vom Mauthausen Komitee Österreich wurde
das Buch von Christa Bauer und Willi Mernyi
„Rechtsextrem – Symbole, Codes, Musik, Gesetze, Organisationen“
publiziert, Euro 19,80. Wenn von Rechtsextremisten und Neofaschisten die
Rede ist, entsteht in vielen Köpfen das Bild von kahl
geschorenen, grölenden jungen Männern in Bomberjacke
und Springerstiefeln. Doch in der rechtsextremen Szene
hat eine Identitätenmischung stattgefunden. Natürlich gibt es diese Gruppe von Rechtsextremisten
und Nazi-Skins, und die von ihnen ausgehende Gewalt
darf keinesfalls verharmlost werden. Es ist jedoch nicht
immer einfach zu erkennen, wer zur rechten Szene gehört.
Die Kleidung wird „cooler“ – modische Accessoires und
Mainstream-Produkte statt Schläger-Outfits. Mit jugendkulturellen
Codes auf der Kleidung, deren Bedeutung in der Regel
nur in der Szene bekannt ist, outet man sich szeneintern.
Besonders für LehrerInnen, JugendarbeiterInnen, SozialarbeiterInnen,
BetriebsrätInnen, AusbildnerInnen und Eltern wird es
immer schwieriger, rechtsextreme Modemarken, Symbole,
Szene- und Dresscodes zu decodieren. Das Buch „Rechtsextrem“
bietet allgemeingültige Hintergründe zu rechtsextremen
Jugendkulturen und liefert Informationen zu rechtsextremer
Musik, Kleidung, Symbolen, zu Codes, Begriffen und Abkürzungen
sowie rechtsextremen Organisationen. Zusätzlich widmet
sich das Buch auch den Fragen „Was kann ich tun, wenn
ich rechtsextreme Symboliken bei Jugendlichen erkenne?
Was kann ich tun, wenn ich höre, wie nationalsozialistische
Parolen oder Lieder von rechtsextremen Bands gegrölt
werden? Wohin kann ich mich wenden? Zu bestellen
über http://www.rechtsextrem.at/bestellung
oder im Buchhandel.
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Da
mach´ ich nicht mit Ab sofort ist das Pixi-Büchlein
"Da mach´ich nicht mit! ... Argumente gegen "rechte"
Sprüche ..." erhältlich. Das Heftchen kann heruntergeladen
oder auch in gedruckter Form kostenlos bei "Land
der Menschen" bestelt werden. Land der
Menschen will mit einschlägigen Publikationen, Vorurteile
gegenüber sog. AusländerInnen, Asylsuchenden, oder wie
auch immer angebliche "Fremde" im Volksmund
genannt werden abbauen. Zielgruppe: Jugendliche und
Erwachsene - Download
pdf. Bestellungen an landdermenschen.ooe@aon.at
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt,
Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen
können.
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Gefährliche Fahndung
- 4er DVD-Box (Straßenfeger Nr. 20) - Regie: Rainer Hausdorf,
Darsteller: Jaecki Schwarz, Rolf Hoppe, Günter Schubert, Ulrich Rudolph
- DDR 1978 - 513 min Der junge österreichische Kriminalinspektor Toni Pleisner ist ein erklärter
Antifaschist. Bei seinen Ermittlungen stößt er auf eine Gruppe ehemaliger Nazis,
die an einem großangelegten Kunstraub beteiligt waren und nach 1945 mit dem so
zusammengestohlenen Vermögen Rüstung und Propaganda in der BRD
finanzieren wollen. Toni setzt sich auf die Spur der Nazis und verfolgt sie
durch zahlreiche Länder. Bei seinen Ermittlungen, die ihn in die Türkei, die
Schweiz und die BRD führen, kommt er dem ehemaligen NS-Wehrwirtschaftsführer auf
die Spur, der unter falschem Namen in der BRD lebt. Die Vorgeschichte zur
Handlung dieser DDR-Fernsehserie basiert lose auf
dem Leben des Ischler Kommunisten Sepp Plieseis (1913-1966), dem "Partisan
der Berge", der nach seiner Flucht aus dem KZ im
Salzkammergut eine Widerstandsgruppe aufbaute, mit dem
berühmten "Igel" als Versteck im Gebirge bei
Bad Aussee.
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Jens
Urbat: Rechtspopulisten an der Macht. Silvio Berlusconis
Forza Italia im neuen italienischen Parteiensystem,
LIT Verlag, Hamburg, 39.90 € Rechtspopulismus
ist zu einem europaweiten politischen Phänomen geworden,
das oft schwer fassbar ist und durch seine Unschärfe
zu vielfältigen Spekulationen Anlass gibt. Die vorliegende
umfassende Studie bietet eine differenzierte Diskussion
der Begriffe Rechtsextremismus, Rechtsradikalismus und
Rechtspopulismus, ohne die keine klaren politischen
Erkenntnisse gewonnen werden können. Der Autor zeichnet
das alte italienische Parteiensystem nach, erklärt die
Hintergründe für seinen Verfall (1994) und widmet sich
dann ausführlich dem mehr als umstrittenen rechtspopulistischen
italienischen Führer und seiner Partei. Dabei ist es
erstaunlich, dass Berlusconis Aufstieg teilweise im
Dunkeln liegt, vor allem ist unklar, wie er zu dem Kapital
für seinen kometenhaften Aufstieg kam. Urbat zitiert
italienische Studien und journalistische Recherchen,
denen zufolge Berlusconi Kontakte zur Mafia unterhielt
und Mitglied der faschistischen Geheimloge P2 war. Thesen
besagen, dass aus diesen Quellen Geldflüsse den Aufstieg
des skandalträchtigen politischen Führers ermöglichten.
Berlusconi, ewig im Kampf mit der Justiz und überzeugt,
über geltendem Recht zu stehen, beherrscht mit seiner
medialen Macht einen beachtlichen Teil der öffentlichen
Meinung in Italien. Die italienische Bevölkerung hat
sich nach der überwundenen scharfen Grenzziehung zwischen
antikommunistischer und prokommunistischer Politik (1989)
von ihrem hohen Politisierungsgrad abgewendet und verharrt
heute, vergleichbar der Situation in anderen europäischen
Ländern, in großteils unpolitischer, egozentrischer
Nabelschau. Das Buch, das streng wissenschaftlichen
Kriterien folgt, liest sich dennoch wie ein Kriminalroman,
d.h. der Autor schafft die Kunst, geballte Informationen
spannend an den interessierten Leser zu bringen. So
entsteht das Bild und die Analyse einer rechtspopulistischen
Partei zwischen oberflächlicher, klischeehafter, manchmal
rassistischer, sexistischer Agitation und bedenklichen
Verflechtungen bis hin zur Cosa Nostra. Unter all dem
leidet die italienische Sozialpolitik und andere wichtige
gesellschaftliche Bereiche. Urbat schließt sein Buch
mit der Frage ab, ob Berlusconi eine Gefahr für die
italienische Demokratie bedeutet. Seine Antwort sei
hier nicht verraten. Die vorliegende Studie ist sicherlich
für alle politisch interessierten Italienfans ein Muss,
bietet darüber hinaus aber auch allgemein an politischen,
zeitgeschichtlichen und faschismuskritischen Inhalten
Interessierten wertvolles Informationsmaterial.
Dr. Roman Schweidlenka
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ASLI
BAYRAM - Grenzgängerin - Leben zwischen den Welten Gütersloher
Verlagshaus, gebunden, 175 Seiten, ISBN: 978-3-579-06880-0
- Euro 18,50 Das beeindruckende Buch einer imponierenden
Frau: authentisch, ehrlich, direkt, Einblicke in ein
Leben geprägt vom Glauben an die Kraft von Wahrheit,
Hoffnung, Menschlichkeit und Liebe. Asli Bayram
ist eine Grenzgängerin zwischen verschiedenen Kulturen
und Lebensweisen. Beruflich wie privat reist sie um
die Welt, lebt abwechselnd in London, Wien und Los Angeles.
In diesem Buch erzählt Asli Bayram, wie sie ihr intensives
Leben mit Leidenschaft, Zuversicht und Tatkraft aktiv
gestaltet und dabei immer die elementaren Begriffe Toleranz
und Respekt im Blick hat. Ihr Buch ist ein Lebensbericht
als Parabel und Motivation für andere. Die Entschlossenheit
und Präzision ihrer Film- und Theaterarbeiten spürt
man auch bei der Lektüre ihres Buchdebüts.
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Martin
Schmid und Marco Storni: Jugendliche im Dunkelfeld
rechtsextremer Gewalt. Viktimisierungsprozesse und
Bewältigungsstrategien, Zürich 2009, Seismo Verlag Über
rechtsextreme TäterInnen und rechts orientierte Jugendliche
gibt es inzwischen einige ernst zu nehmende, wissenschaftlich
fundierte Werke, auch solche, die in leichter lesbarer
Form über die Thematik informieren. Von den vielfach
jugendlichen Opfern rechtsextremer Gewalt spricht aber
(fast) niemand; es sei denn, es handelt sich um langfristige
körperliche Schädigungen. Diese mögen gelegentlich ihren
Weg in ein Medium finden und bei den LeserInnen für
Betroffenheit sorgen. Die Folgeschäden auf psychischer,
seelischer Ebene werden erstmals in dem vorliegenden
Buch analysiert und dargestellt. Bedeutend scheint die
Tatsache zu sein, dass die Opfer immer einem spezifischen
Gruppenfeindbild entsprechen; ferner ist die Tatsache
von Bedeutung, dass rechtsextreme Gewalt vor allem ein
(groß)städtisches Phänomen ist, Anonymität bei der Gewaltausübung
eine wichtige Rolle spielt. Der vorliegende Band beschreibt
einzelne Opfer-Fälle von der Konfrontation mit Gewalt
bis zu den verschiedenen (psychischen) Verarbeitungsversuchen
und verbindet die Ausführungen mit den Grundlagen und
Arbeitsmethoden der Soziologie.
Dr. Roman Schweidlenka
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Jürgen
Peters, Christoph Schulze (Hg): "Autonome Nationalisten".
Die Modernisierung neofaschistischer Jugendkultur.
Unrast Verlag, Münster 2009 Die Zeit, in
der der Archetypus des rechtsextremen Jugendlichen an
Springerstiefeln, Glatze und Skinheadgebärden zu erkennen
war, ist längst vorbei. Inzwischen arbeitet die extreme
Rechte fleißig an der Unterwanderung so ziemlich aller
Jugendkulturen und Musikszenen und toleriert auch langhaarige
Neonazis, die mit Palästinenserschals durch die Straßen
spazieren oder auf der Suche nach Satan ihre Identität
finden. Eine neue Spielart sind die militanten autonomen
Nationalisten, die das Outfit beim anarchistischen Schwarzen
Block abgeschaut haben, so wie dieser auch gewaltbereit
sind. Was sie unterscheidet: Der Ruf nach der Abschaffung
des Staates auf Seiten der extremen Linken - eine
radikale neonazistische Ideologie auf Seiten der Rechtsextremen.
Das vorliegende kleine Buch gibt erstmals einen umfassenden
Einblick in diese neue rechtsextreme Jugendszene, die
bereits bei Wiener Demonstrationen gesichtet worden
war. Mit ihrer "Propaganda der Tat" tragen
diese schwarz Vermummten rassistische Ideologien auf
die Straße. Auch wenn es inzwischen in Deutschland mit
der NPD strategische Meinungsverschiedenheiten gibt,
sucht doch diese Partei die Stimmen bürgerlich gesinnter
Men-schen zu bekommen, gibt es dennoch immer wieder
Felder der Zusammenarbeit. Ein Buch für politisch In-teressierte
und in der offenen Jugendarbeit Tätige.
Dr. Roman Schweidlenka
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Gut
verständlich und praxisnah: Holger Kulick: "Das
Buch gegen Nazis" Rechtsextremismus - Was man wissen
muss und wie man sich wehren kann ISBN: 3462041606
Erste
Hilfe gegen Nazis - das Handbuch zum Rechtsextremismus.
Eine neue Studie zeigt: Neonazis haben unter Schülern
immer mehr Zulauf. Rassismus und Fremdenhass nehmen
zu in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Was tun gegen
Nazis? Erste Hilfe bietet dieses Buch. Rechtsextremismus
breitet sich aus, nicht nur unter Jugendlichen. Neonazis
erkennt man längst nicht mehr an Springerstiefeln und
Glatze. Ihre Anführer geben sich cool - sie locken mit
Musik, Abenteuern und modischem Chic. Immer mehr Menschen
fragen: Was tun? Welche Rezepte gibt es, um friedlich
und kreativ gegen Rechtsextreme und Rassisten vorzugehen
- sei es als Nachbar, im Sportverein, in der Schule
oder am Arbeitsplatz? Und was ist Rechtsextremismus
überhaupt? Soll man mit Nazis eigentlich diskutieren?
Woran erkenne ich die? Wie soll man auf Drohungen von
Rechtsextremisten reagieren? Was tue ich, wenn meine
beste Freundin plötzlich NPD wählt? Hilft ein Verbot
der Partei? Und sind Sitzblockaden bei Neonazi-Demonstrationen
eigentlich strafbar? Das Buch gegen Nazis vermittelt
kompaktes Wissen und gibt praktische Tipps. Es stellt
bei-spielhafte Initiativen vor und empfiehlt Ansprechpartner
für Ratsuchende. Ein Anhang mit zahlreichen Fotos erklärt
die Erkennungszeichen der Nazis von heute. Mit Vorworten
von Thomas Krüger und Giovanni di Lorenzo und Beiträgen
von zahlreichen Fachautoren. Ein Projekt der ZEIT und
der Bundeszentrale für politische Bildung in der BRD.
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Martin Haidinger, Günther Steinbach - Unser Hitler - Die
Österreicher und ihr Landsmann - 2009, 379 Seiten, Farb- uns SW-Abbildungen, gebunden,
24 Euro Ecowin Verlag, ISBN-13: 9783902404718
Noch immer liegt Hitlers Schatten über Österreich. Die beiden gebürtigen Wiener
Günther Steinbach und Martin Haidinger analysieren hier sehr sachlich Hitlers
problematisches Verhältnis zu seinem Geburtsland und das noch viel
zwiespältigere der Österreicher zu ihrem Landsmann. Warum wurden so viele
Österreicher Nationalsozialisten? Was ist dran an der Theorie von Österreich
als Hitlers Opfer? Zeitzeugen bringen neue Fakten zutage, die zeigen, wie groß
die Grauzone zwischen Anhängerschaft und Ablehnung tatsächlich war.
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Klaus Ottomeyer - Jörg Haider, Mythenbildung und
Erbschaft - 2009, 203 Seiten, mit SW-Abb., kartoniert (TB),
Drava-Vlg. ISBN-13: 9783854355670, 16.80 EUR Als
Jörg Haider im Herbst 2008 durch einen spektakulären,
allein- und selbstverschuldeten Autounfall von der Bühne
des (öffentlichen) Lebens abtrat, auf der er als sich
als einzig echter und zuverlässiger Politiker verkaufte,
wurde die Doppelbödigkeit seiner politischen Inszenierungen
schlagartig sichtbar. Die damit verbundene Irritation
wurde sofort überspielt und von seiner Gefolgschaft
mit großflächigen Trauerbekundungen und Verschwörungstheorien
beantwortet. Während die Aufteilung und Vermarktung
seines Erbes unmittelbar danach einsetzte, wurde gleichzeitig
versucht, Ansätze einer kritischen Auseinandersetzung
mit dem "verlorenen Liebesobjekt" unter Berufung
auf die Trauernden im Land und die Pietät zu unterbinden. Klaus
Ottomeyer thematisiert und analysiert vor diesem Hintergrund
die Trauer um Haider und die Idealisierung seiner Person.
Die tiefe Betroffenheit von Teilen der Kärntner Bevölkerung
und deren mediale Darstellung trafen außerhalb Kärntens
auf Unverständnis. WelcheMechanismen dabei wirksam und
welche Hoffnungen in die Person Jörg Haiders projiziert
wurden, wird in der vorliegenden Studie untersucht.
Zum vielfach ausgeblendeten Erbe Haiders gehören Ausgrenzungsrhetorik
und Säuberungsmentalität gegenüber Minderheiten. Dies
bringt eine permanente Gefährdung des Rechtsstaates
mit sich. Dieses Erbe wird von Haiders politischen Nachfolgern
mittlerweile konsequent umgesetzt. Umso wichtiger ist
es, eine klare Position einzunehmen und den Missbrauch
von Gefühlen und Hoffnungen zu analysieren.
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Laut
gegen Rechts! Neonazi-Provokationen bei einer
Gedenkfeier ehemaliger Häftlinge im ehemaligen KZ-Außenlager
Ebensee. Zeigen des Hitlergrußes bei einer FPÖ-Wahlkampfveranstaltung.
Eine Nazi-Gruppierung, die für ihr Parteiprogramm aus
SS-Schulungstexten abgeschrieben hat und trotzdem eingetragene
politische Partei ist. Neofaschisten, die auf Demonstrationen
offen auftreten und vor einer Moschee "Anzünden,
Anzünden" skandieren. Diese Auflistung ist eine
unvollständige Darstellung der Ereignisse der vergangenen
Wochen. Diese Zeiten verlangen nach einer lauten
Gegenstimme! Eine solche Gegenstimme stellt die
CD "Laut gegen Rechts!" dar, die von der Kommunistischen
Jugend Österreichs (KJÖ) mit Unterstützung zahlreicher
namhafter österreichischer wie internationaler MusikerInnen
herausgegeben wurde. Für den Sampler stellten unter
anderem Attwenger, Texta, Russkaja, Sigi Maron, Mono
& Nikitaman, Guadalajara und Tocotronic Lieder zur
Verfügung. Preis inklusive Versand: 5 Euro, Bestellungen
per mail an: kjoe@kjoe.at
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David
Harvey: Kleine Geschichte des Neoliberalismus, Rotpunktverlag
Zürich, Paperback, 279 S., ISBN: 385869343x, 24 € Vom
Neoliberalismus sprechen viele, meist sehr unfreundlich,
doch wenig wissen, was denn dieser Neoliberalismus wirklich
ist. In diesem Fall kann nur auf das gut lesbare, übersichtliche
Buch des kanadischen Anthropologieprofessors David Harvey
hingewiesen werden. Wer es gelesen hat, blickt ziemlich
durch. Die folgenden Ausführungen folgen den Thesen
und wissenschaftlichen Ausführungen Harveys. Neoliberalismus
ist eine spezielle Erscheinungsform eines alten Bekannten,
des Kapitalismus. Und die zur Zeit mächtigste. Noch
nach dem Krieg war der neoliberale Vordenkerkreis um
Hayek, Friedmann und Karl Popper eine kleine kapitalistische
Sekte. Erfolge der Arbeiterbewegung, Bürgerrechtsbewegungen
und demokratische Aktivitäten hatten zu dem "eingebetteten
Liberalismus" oder Keynesianismus geführt: Die
Macht der kleinen herrschenden Kapitalistencliques war
etwas reduziert worden - keine Angst, diese Leute nagten
auch damals nicht am Hungertuch - und die ArbeiterInnen
und Angestellten bekamen etwas mehr von dem Kuchen,
der ihre Arbeit gebacken wurde. Sie konnten in bescheidenem
Ausmaß am gesellschaftlichen Reichtum mitnaschen. Das
wiederum war den kleinen herrschenden Machteliten ein
Dorn im Auge. Und sie entdeckten und förderten die kleine
Sekte der NeoliberalistInnen. Neoliberalismus setzt
lautstark auf Grenzenlosigkeit und Freiheit. Was gut
klingt, konkret ist damit aber vor allem die Freiheit
der Unternehmer, mehr noch, der großen Konzerne gemeint.
Nun gibt es aber in der neoliberalen Weltsicht ein paar
abartige Hindernisse, die frecherweise dem Reich der
Freiheit entgegenwirken: > Starke Gewerkschaften >
Den Sozialstaat > Ökologische Schutzbestimmungen Diesen
in neoliberalen Augen verwerflichen politischen Größen
sag(t)en Neoliberale den Kampf an. Und förderten das
Finanzkapital, das sich grenzenlos frei entfalten sollte,
was zu unserer zur Zeit hinlänglichen bekannten Wirtschaftskrise
führte. Auch wenn sich Neoliberale keinen regulierenden
Staat wünschen: In Krisenzeiten rufen sie lautstark
nach ihm.
Nach neoliberalem Glaubenskonzept ist die Förderung
der (Super)Reichen unumgänglich, denn, würden diese
immer reicher werden, würde auch der Reichtum irgendwie
von oben nach unten einsickern, d.h. auch die Armen,
besser gesagt, wir alle, könnten dann von Tropfen des
wie Manna herabregnenden Kapitals trinken. Wie dies
geschehen soll bleibt unklar. Durch Magie? Rituale?
Beschwörungen? Hier sind uns neoliberale "DenkerInnen"
die Antwort schuldig geblieben. Nur eines steht fest:
In allen neoliberalen Staaten konnten sich die alten
Machteliten neu festigen, in den ehemals kommunistischen
Staaten bildeten sich neue Eliten. Der Reichtum dieser
kleinen Schichten stieg sprunghaft an, während alle
anderen finanziell deutlich abbauten. Die Schere zwischen
arm und reich klafft wieder immer weiter auseinander.
Die großen neoliberalen politischen Wegbereiter waren
der Schauspieler Ronald Reagan, der auch US-Präsident
war und die englische eiserne Lady Thatcher, die
es sich auch mit Iron Maiden anlegte (dies nur so nebenbei),
aber auch angeblich "linke" Politfiguren wie
der enttäuschende Jimmy Carter und sein Kollege Tony
Blair. Neoliberalismus muss nicht mit Demokratie
gekoppelt sein, was nicht zuletzt der Fall der neoliberalen
chinesischen Diktatur zeigt. Experimentierfeld des Neoliberalismus
war Chile: 1973 puschte der Faschist Pinochet die demokratisch
gewählte Regierung in die Gefangenenlager, tötete und
folterte viele politische GegnerInnen mit Hilfe der
ariergläubigen, faschistischen und pädophilen Sekte
Colonia Dignidad und bereite den neoliberalen Boden
vor. So weit so schlecht. Wie dieser kleine, sehr
unvollständige Einblick in die neoliberale Religion
zeigt, sind viele unserer Sparpakete, der Abbau des
Sozialstaates, die Schwächung der Gewerkschaften etc.
nicht durch irgendwelche nebulosen Zwänge bestimmt,
sondern nüchternes politisches Kalkül. Dass in dieser
gesellschaftlichen Atmosphäre der Verunsicherung und
des Herandämmerns der neuen Armut Menschen zu destruktiven
Heilslehren im religiösen und politischen Bereich greifen
ist verständlich. Vielleicht ist der Rechtsextremismus
die letzte "Rettung" des Neoliberalismus.
Denn er lenkt meist von den Verursachern der Krise ab
und richtet die Wut der Ausgebeuteten auf Feindbilder,
die beliebig austauschbar sind. Ein weiterer Trick des
Neoliberalismus ist es, seine seelische Leere mit "Werten"
zuzudecken: So kam es zur spezies des homo neokonservativus,
d.h. zu den Neokonservativen (über die sich Mike Jagger
gar nicht nett äußerte), die Neoliberalismus mit meist
reaktionär interpretierten "Werten" aufpeppeln
möchten. Es ist gut zu wissen, was läuft. Politische
Bildung sollten wir uns leisten. Vielleicht auch das
erwähnte Buch.
Roman Schweidlenka
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Pammer
Leopold - Hitler und seine Vorbilder zahlreiche
Abbildungen, 324 seiten, 79 Euro, VDM Verlag Dr. Müller
AG ISBN ist 987-3-639-10178-2. Übersicht über
die Ideengeschichte und ihre Vertreter vor der Machtergreifung
des Nationalsozialismus in Deutschland. Überblick über
die wichtigsten philosophischen Strömungen im ausgehenden
19. und beginnenden 20. Jahrhundert, die Einfluss auf
Hitlers Ideologie hatten. Von Richard Wagner über Georg
Ritter von Schönerer, Karl Lueger und Lanz von Liebenfels
bis zu Houston Stewart Chamberlain, Oswald Spengler
und Dietrich Eckart spannt sich der Bogen der Persönlichkeiten,
die mehr oder minder stark die Einstellungen Hitlers
zu den Problemen seiner Zeit beeinflusst haben. Außerdem
wird der verhängnisvolle Einfluss den die "Protokolle
der Weisen von Zion" bis zum heutigen Tag
auf den internationalen Rechtsextremismus hatten und
haben, ausführlich dokumentiert. Die bei den
Antifa-Info-LeserInnen so gut angekommene Serie über Hitlers Vorbilder und
die "Weisen von Zion"
- erschienen
von 2000 bis 2007 in 31 Teilen - gibt es also jetzt als
Buch! Weiterhin
lieferbar: die "Vorbilder" als e-Book (zum Downloaden im PDF-Format)
um
5,49 € - 229 Seiten - Tredition, ISBN: 978-3-86850-002-8
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Walter Kohl Die dunklen Seiten des Planeten
- Rudi Gelbard, der Kämpfer
Buchverlag Franz Steinmaßl 2008, 236 Seiten, ISBN
978-3-902427-56-4, EUR 24,50 Buchbestellung: geschichte-heimat@aon.at Rudi Gelbard, geboren 1930, erlebte in Wien eine
spannende und behütete Lausbuben-Kindheit in einer jüdischen
Großfamilie. Die Idylle brach im Jahr 193 8 mit dem
Einmarsch der Nationalsozialisten. 1942 kam Gelbard
mit seiner Familie in das KZ Theresienstadt. Dieses
Lager war für die Nazis eine Art Verschiebebahnhof,
von dort gingen die Transporte in die großen Vernichtungslager.
Die Familie überlebte, weil seine Mutter in einer kriegswichtigen
Produktion eingesetzt war. Bei der Befreiung des
Lagers 1945 lebten von den etwa 10.000 Kindern, die
zeitweise dort gelebt hatten, noch 1.633, unter ihnen
Rudi Gelbard. Neunzehn andere Mitglieder der Großfamilie
kamen nicht mehr zurück, sie waren ermordet worden.
Gelbards Vater, ein gebrochener Mann, starb nach wenigen
Jahren, auch seine Mutter litt ihr ganzes weiteres Leben
an den Folgen des erlebten Grauens. All das prägte Gelbard
für sein weiteres Leben, er wurde ein glühender Mahner
wider das Vergessen und ging keiner Auseinandersetzung
mit Rechtsradikalen undAuschwitz-Leugnern aus dem Weg.
Schon das Kind Gelbard war im KZ „Zionist sozialdemokratischer
Prägung" geworden, wie er es selbst nennt. Heute
ist er Träger hoher Auszeichnungen und weithin anerkannte
Zentralgestalt der Gedenkkultur.
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Brigitte
Hamann, Hitlers Edeljude - Das Leben des Armenarztes
Eduard Bloch, Piper, ISBN: 978-3-492-05164-4 Gebunden
25,60 Euro, 512 Seiten, ca. 100 Abb. Dr. Eduard Bloch (1872-1945) war in Linz Hausarzt
von Hitlers Mutter Klara. Aufopfernd begleitete er 1907
ihr Sterben. Damals entwickelte sich eine herzliche
Beziehung zwischen dem frommen Juden und dem 18-jährigen
Adolf Hitler. Als der "Führer" 1938 in Linz
einzog, erwähnte er mehrfach lobend den "Edeljuden
Dr. Bloch". Er sorgte dafür, dass Bloch von der
Linzer Gestapo "geschützt" wurde und 1940
mit seiner Frau in die USA emigrieren konnte. Doch Amerika
wurde ihnen nicht mehr zur Heimat. Brigitte Hamann erzählt
aus vielen privaten Quellen von Bloch und dessen großer
Familie, von einem Leben in politisch wirren Zeiten.
In "Hitlers Wien" hat sie die Ursprünge von
Hitlers Antisemitismus erklärt. Hier widerlegt sie auch
die absurde These, der jüdische Arzt Dr. Bloch sei einer
der Auslöser dafür gewesen.
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Dunja
Larise / Thomas Schmidinger: Zwischen Gottesstaat und
Demokratie. Handbuch des politischen Islam, 320 Seiten,
Zsolnay Verlag, ISBN: 978-3552060838, Preis: € 20,50 Die Diskussionen über den Islam und echten wie angeblichen
politischen Islamismus sind in Österreich vor allem
durch Unwissenheit und Verallgemeinerungen gekennzeichnet.
Der kenntnisreiche Wiener Politikwissenschafter Thomas
Schmidinger ist hier schon seit geraumer Zeit ein einsamer
Lichtblick, nun hat er gemeinsam mit der in Sarajevo
geborenen Dunja Larise ein "Handbuch des politischen
Islam" herausgegeben, das sich vor allem mit der
Lage in Österreich befasst. Verstärkt wurden Larise
und Schmidinger dabei von einem Team junger StudentInnen
und JournalistInnen. Im ersten Teil wird in die Begrifflichkeiten
eingeführt und die Geschichte des Islam in Österreich,
die ja bis weit in die Monarchie zurückreicht, dargestellt. Der
zweite und eigentliche Hauptteil befasst sich mit Organisationen,
Akteuren und Strukturen des politischen Islam in Österreich,
gegliedert nach dem jeweiligen Migrationshintergrund
- oder Nicht-Migrationshintergrund, denn auch den Konvertiten
aus Österreich ist ein Kapitel gewidmet. Der dritte
Teil befasst sich mit der "Sonderfall" der
"Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich"
(IGGiÖ), die zwar die offizielle Vertretung der Religionsgeminschaft
ist, innerhalb der moslemischen Community aber nur beschränkten
Rückhalt geniesst. "Zwischen Gottesstaat und
Demokratie" ist ein gut aufgebautes und verständlich
geschriebenes Standardwerk für jeden, der sich mit dem
Islam in Österreich befasst. Es ist bestens geeignet
als Einstiegslektüre in die Thematik ebenso wie als
Nachschlagewerk für ExpertInnen - wobei hierfür ein
Register hilfreich gewesen wäre, dessen Fehlen allerdings
den einzigen kleinen Schwachpunkt des Buches darstellt.
Thomas Rammerstorfer
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Gerald Steinacher, Nazis auf der Flucht - Wie Kriegsverbrecher über Italien nach
Übersee entkamen, Studienverlag 2008, 29,90 Euro Zahlreiche NS-Kriegsverbrecher, unter ihnen
Josef Mengele, Adolf Eichmann und Erich Priebke, entzogen sich der drohenden
Strafverfolgung nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes durch Flucht nach
Übersee. Als Fluchthelfer dienten vor allem internationale Organisationen wie
das Rote Kreuz, das vielen ehemaligen Nationalsozialisten neue Identitäten
beschaffte. Auch der Vatikan spielte eine entscheidende Rolle bei der Flucht
von Kriegsverbrechern nach Südamerika oder in arabische Staaten. Präzise zeichnet Gerald Steinacher die
Fluchtwege von NS-Tätern nach, insbesondere die von den US-amerikanischen
Geheimdiensten als „Rattenlinie“ bezeichnete Fluchtroute über Südtirol nach Rom
oder Genua und von dort weiter nach Übersee. Er hinterfragt die Beteiligung der
katholischen, aber auch der evangelischen Kirche sowie humanitärer
Organisationen und beschreibt die vielfältigen Beziehungsgeflechte, auf die
ehemalige Nationalsozialisten auf ihrer Flucht zurückgreifen konnten. Der Band
trägt so entscheidend dazu bei, eines der dunklen Kapitel der europäischen
Nachkriegsgeschichte zu beleuchten. Der Autor: Univ.-Doz. Dr. Gerald Steinacher
ist Zeithistoriker und Archivar am Südtiroler Landesarchiv in Bozen, Mitglied
mehrerer Historikerkommissionen in Deutschland und Italien sowie
Lehrbeauftragter an den Universitäten Innsbruck und München. Er hat mehrere
Bücher und zahlreiche Aufsätze zur Zeitgeschichte Südtirols und zur Geschichte
der Geheimdienste veröffentlicht.
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Colin Goldner, Dalai Lama – Fall eines
Gottkönigs Erweiterte Neuauflage, Alibri, 2008, 735 Seiten, Fotos, kartoniert,
Euro 34.- Weltweit darf der Dalai Lama zu fast jedem
Thema in Mikrophone plappern: ob Menschenrechte oder Abrüstung oder Ökologie.
Wer die beflissene Ehrerbietung, die dem „Gottkönig“ allerseits
entgegengebracht wird, schon immer genervt zur Kenntnis genommen hat, sollte
sich das Buch von Colin Goldner besorgen. Denn Goldner schreibt eine politische
Biographie des Dalai Lama, die gegen den Strich gebürstet ist. Das Buch folgt
zum einen den Lebensstationen jenes Mannes, der als kleines Kind als „Reinkarnation“
Dalai Lamas „erkannt“ und im Kloster auf sein Amt vorbereitet wurde. Es
beschreibt den Einmarsch der chinesischen Volksbefreiungsarmee (der für Tibet,
aller westlichen Propaganda zum Trotz, auch einen beachtlichen Modernisierungsschub,
zum Beispiel im Bildungs- und im Gesundheitswesen, brachte) und die Flucht des
Dalai Lama nach Indien. Und es schildert, wie aus einer Schachfigur im Kalten
Krieg ein Friedensnobelpreisträger und Medienstar wird. Noch aufschlussreicher sind die „Exkurse“,
die sich systematisch mit einzelnen Fragen der tibetischen Geschichte sowie der
besonderen Variante des tibetischen Buddhismus befassen. Vor allem, was die
Lebensverhältnisse im Alten Tibet angeht, fördert Goldner erschütternde
Informationen zutage; auch das Bild des friedfertigen, weisheitsorientierten
Buddhismus erhält einige schwere Kratzer, denn durch die Geschichte des
Lamaismus zieht sich eine Blutspur, die Dämonologie kann es locker mit der
katholischen aufnehmen und die Rolle der Frau lässt sich nur als erniedrigend
beschreiben. Ganze Abschnitte seiner Arbeit widmet
Goldner, der selbst mehrfach in Tibet und in Dharamsala war, der Menschenrechtsfrage.
Dabei kommt er zu dem Ergebnis, dass in Tibet diesbezüglich zwar „chinesische
Verhältnisse“ herrschen, dass die Berichte der Pro-Tibet-Aktivisten jedoch
maßlos übertrieben sind. Vor allem Behauptungen, die Militärdiktatur betreibe
einen „kulturellen Völkermord“ reine Propaganda, haben rund 40 Jahre nach der
Kulturrevolution keinerlei sachliche Grundlage mehr. Bis in die jüngste
Vergangenheit weist er den manipulativen
Einsatz vor allem von Bildern (z.B. durch die Wahl des Ausschnitts oder falsche
Bildunterschriften) nach. Insgesamt ist Goldners Buch derzeit
einzigartig – was die kritische Perspektive angeht und was die
Informationsfülle betrifft.
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Sönke
Neitzel, Abgehört - Deutsche Generäle in britischer
Kriegsgefangenschaft 1942-1945. Mit einem Geleitwort
von Ian Kershaw - 2007, erw. u. überarb. Ausg., XVI,
640 Seiten, mit SW-Abbildungen, List TB., 11.30 Euro,
ISBN-13: 9783548607603 Was dachte die
deutsche Generalität während des Zweiten Weltkriegs
über Hitler, die Kriegslage und die Siegesaussichten?
Was wusste sie über die Kriegsverbrechen? Sönke Neitzel
hat die Abhörprotokolle deutscher Stabsoffiziere in
britischer Kriegsgefangenschaft ausgewertet und gewährt
erstmals unmittelbaren Einblick in das Wissen und Denken
der Wehrmachtführung. Die Dokumentenedition umfasst
189 Abhörprotokolle aus dem britischen Sonderlager Trent
Park. Dort wurden während des Zweiten Weltkriegs hochrangige
deutsche Kriegsgefangene, vor allem Generäle und Stabsoffiziere,
interniert, um ihre Gespräche systematisch abzuhören
und auf diese Weise nachrichtendienstlich verwertbare
Informationen zu gewinnen. Die edierten Gesprächsprotokolle
waren das Ergebnis dieser Abhöraktion. Die Edition selbst
ist eine Auswahl aus dem noch wesentlich umfangreicheren
Aktenbestand, der im britischen Nationalarchiv lagert.
Die Edition ist in vier Abschnitte gegliedert, die Abhörprotokolle
zu den folgenden Themenkomplexen enthalten: allgemeine
Reflexionen über den NS-Staat, die Strategie und den
Kriegsverlauf, Gespräche über die deutschen Kriegsverbrechen
und den Holocaust, Stellungnahmen zum Widerstand gegen
Hitler und zum 20. Juli 1944 sowie die Diskussionen
über die Kollaboration mit dem Feind. Der Edition ist
eine ausführliche, ausgewogene Einleitung vorangestellt.
Nachteilig ist, dass man ständig zwischen dem Protokolltext
und den Erläuterungen im sehr umfangreichen Anmerkungsapparat
hin und her blättern muss.
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Wolfgang
Wippermann: Agenten des Bösen. Verschwörungstheorien
von Luther bis heute, Be.bra Verlag, Berlin-Brandenburg
2008, Euro 20,50 Wenn die gesellschaftlichen Verhältnisse nicht mehr
überschaubar, für den "kleinen Bürger" nicht
mehr erklärbar sind, dann boomen Weltverschwörungstheorien.
Eine geheime Macht, die hinter den Kulissen die Fäden
zieht, erklärt mit einfacher schwarz-weiß-Malerei, was
komplex und schwer begreifbar ist. Wippermann zeichnet
in seinem Buch eine geschichtliche Chronologie der Weltverschwörungstheorien,
wie wir sie spätestens seit dem ausgehenden Mittelalter
beweisen können. Waren ursprünglich "nur"
die Juden die angeblichen Drahtzieher von allem Bösen
auf dieser Welt, so gesellten sich in späteren historischen
Phasen Satanisten und Hexen, sodann Freimaurer und "Illuminaten"
dazu. In unserer Gegenwart schließlich rühren auch böse
Aliens kräftig im Weltverschwörungsbrei um. Interessant
in diesem Buch sind u.a. die Ausführungen über antikommunistische,
antikapitalistische und aktuelle antimoslemische und
antiamerikanische Weltverschwörungsgeschichten. Heute
ist dieses reichlich okkult angereicherte Heer von Verschwörerjägern
zu einem brisanten Politikum geworden; wie seinerzeit
in Dritten Reich. In trauter Eintracht mit dem Rechtsextremismus
und dem islamischen Fundamentalismus sind Weltverschwörungsideen
angetreten, um letztlich die Demokratie abzuschaffen
und wieder einer Führer-Elite die politische Macht anzuvertrauen;
damit diese uns von dem Übel der Weltverschwörung erlösen
möge. Fazit des Autors: "Es droht ein Rückfall
in eine vor- und antiaufklärerische Zeit." (S.163).
Ein brisantes Buch, das seinen festen Platz im Feld
politischer Aufklärung verdient. - Roman Schweidlenka
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Klaus
Schnellenkamp. Geboren im Schatten der Angst. Ich überlebte
die Colonia Dignidad, Herbig, München 2007, Euro 20,50 Seine Eltern waren in Deutschland angeworben worden.
Andere Heilsucher kamen aus Österreich. Sie alle folgten
Paul Schäfer nach Chile. Eine krude Bibelauslegung zwang
zu unbedingtem Gehorsam. Mit harter Arbeit wurde jeder
freie Gedanke ausgemerzt. Die Kindheit und Jugend in
dieser Sekte war, wie es anschaulich in dem Buch nachgelesen
werden kann, die Hölle. Sektenchef Paul Schäfer war
aber nicht nur gnadenloser Führer und finanzieller Betrüger
- er war auch pädophil, missbrauchte zahlreiche Jugendliche
und übte sich im Waffenhandel. Der chilenische Faschismus
unter Pinochet, für dessen Freilassung sich seinerzeit
der damalige Papst und der jetzige Dalai Lama einsetzten,
verbrüderte sich mit der Sekte, die den klingenden Namen
Colonia Dignidad trug: Kolonie der Würde. Auf dem großen
Gelände der Kolonie errichteten die chilenischen Faschisten
ihr geheimes Folterzentrum. Politische Gegner wurden
dort nach allen Regeln der Kunst gequält und getötet.
Trotz Interventionen von Amnesty International und anderer
Organisationen konnte sich die Foltersekte über 60 Jahre
halten! Es wirkt fast unglaubwürdig, wie der junge
Schnellenkamp in dieser Welt des leibhaftigen Horrors
überlebte und dann seine Flucht in die Wege leitete.
Bald darauf wurde die Sekte von einer neuen Regierung
aufgelöst und mit einer Prozesslawine überzogen. Der
aufrüttelnde Tatsachenbericht über eine Kindheit und
Jugend in einer faschistischen Sekte, von den Eltern
entfremdet, mit Zwangsarbeit, Strafwillkür, Psychoterror
und faschistischer Erziehungsdisziplin, geht unter die
Haut. - Roman Schweidlenka
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Neugebauer,
Wolfgang - Der österreichische Widerstand 1938-1945,
Edition Steinbauer 2008, Broschur, 276 Seiten, 34 Abb.
- ISBN: 978-3-902494-28-3 - 22,50 Euro Der Autor gibt vor dem Hintergrund des NS-Terrors,
aber auch der nationalsozialistischen Durchdringung
breiter Bevölkerungsteile einen Überblick über die Gruppierungen
und Formen des österreichischen Widerstands gegen das
NS-Regime zwischen 1938 und 1945. Der Bogen spannt sich
von sozialistischen und kommunistischen Organisationen
über den Widerstand aus dem christlichen, konservativen
und monarchistischem Lager, über überparteiliche Gruppen
wie etwa "O5", den Partisanenkampf insbesondere
der Kärntner Slowenen und Widerstand im Militär (Desertionen,
Aktionen am 20. Juli 1944 und im April/Mai 1945) und
in KZ bis hin zu den von unzähligen Einzelpersonen gesetzten
Widerstandshandlungen ("heimtückische" Äußerungen,
"Schwarzhören", nonkonformistisches Jugendverhalten,
Hilfe für Juden und andere Verfolgte). Ergebnisse
und Stellenwert des Widerstands werden auch in Zusammenhang
mit dem von den Alliierten in der Moskauer Deklaration
1943 geforderten "eigenen Beitrag" Österreichs
zu seiner Befreiung behandelt. Biografische Exkurse,
zahlreiche Faksimile, Quellentexte und Fotos ergänzen
die Arbeit.
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Lisl
Rizy, Willi Weinert: "Bin ich ein guter Soldat
und guter Genosse gewesen?". Österreichische Kommunisten
und Kommunistinnen im Spanischen Bürgerkrieg und danach.
Wien 2008, 160 S. m. mehr als 270 Abb.; 15.- Euro
(excl. Versandspesen). ISBN: 978-3-9502478-0-0. Bestellen
unter: Per Mail an: wiener.sternverlag@chello.at
oder an Buchhandlung
Hans Jauker, Wien 1140, Sampog. 4 (Tel. Nr. 985
97 77) oder schriftlich an: ISKRA: A 1160 Wien, Rankg.
2/5. Das von Lisl Rizy und Willi Weinert gestaltete
Buch hat die Intension, die Erinnerung an den Beitrag
der Österreicher und speziell der österreichischen Kommunisten
im Spanischen Bürgerkrieg wach zu halten. Dazu wählten
wir die Form eines "Lesebuches", das aus bereits
in der Vergangenheit publizierten Arbeiten, oder Auszügen
daraus, zusammengestellt wurde. Und weil es konkrete
Menschen mit Namen und Gesichtern waren, die an diesem
Kampf teilgenommen haben, finden sich in diesem Buch
erstmals die Namen der Kommunisten und Kommunistinnen,
die als Freiwillige nach Spanien gegangen waren, sowie
eine Liste jener, die Opfer in diesem antifaschistischen
Kampf wurden, wobei auch jene erwähnt sind, die danach
in den KZ's oder als antifaschistische Kämpfer an den
verschiedensten Fronten des Kampfes gegen den Faschismus
ihr Leben verloren. Sie wurden nicht nur aufgelistet,
um den hohen Anteil der Kommunisten an diesem Kampf
zu dokumentieren, sondern auch um sie für die Zukunft
im kollektiven Gedächtnis zu behalten. Sie gehören zu
jener kleinen Gruppe von Österreichern und Österreicherinnen,
die den, gemäß der Forderung der Alliierten Mächten
auf der Moskauer Konferenz (1943), von Österreich geforderten
Beitrag zur Befreiung Österreichs leisteten. Sie hatten
Anteil daran, dass Österreich 1945 wieder als ein freier,
unabhängiger Staat erstehen konnte. Auch wenn diese
Arbeit das Ziel verfolgt, die österreichischen Spanienkämpfer
der Vergessenheit zu entreißen, ist es notwendig, darauf
hinzuweisen, dass es nicht darum gehen kann, diese Menschen
und ihre Taten zu überhöhen. Wie anderswo auch, handelte
es sich um Menschen, deren Lebensumstände oft harte
Bedingungen hatten, die in sich positive und negative
Eigenschaften vereinten, bei einigen wenigen überwogen
letztere. Dies tut aber der geschichtlichen Leistung
der österreichischen Antifaschisten in Spanien keinen
Abbruch.
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Erich Fein & Karl Flanner -
Rot-Weiß-Rot in
Buchenwald Die politischen österreichischen Häftlinge im
Konzentrationslager am Ettersberg - Überarbeitete Neuauflage - Verlag:
Verein Alltag 2008, 268 Seiten, ISBN: 3902282193 Buchenwald, das Konzentrationslager mit der anheimelnden Bezeichnung, die Hölle
am Ettersberg bei Weimar, durch deren Tor während der Zeit ihres achtjährigen
Bestandes 239.000 Menschen schritten, von denen mehr als 56.000 getötet wurden.
Unter ihnen waren etwa 6.500 Österreicher, von denen mehr als tausend nicht mehr
zurückkehrten. Buchenwald, das Lager, in dem
Kameradschaft und internationale Solidarität zum Sieg über den Terror der SS
führten und in dem es den politischen Häftlingen gelang, sich Waffen zu
besorgen, in einem günstigen Augenblick die durch den amerikanischen Vormarsch
schwankend gewordenen SS-Bewacher zu verjagen, mehr als 200 von ihnen gefangen
zu nehmen und sie später den amerikanischen Truppen zu übergeben. Man hat dies
später als das »Wunder von Buchenwald« bezeichnet.
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Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes
(Hrsg.) Jahrbuch 2008 - Schwerpunkt Antisemitismus
Redaktion: Andreas Peham, Christine Schindler, Karin Stögner Lit
Verlag, Wien 2008, 285 Seiten, € 13,50 Das diesjährige Jahrbuch des DÖW nähert sich dem Phänomen Antisemitismus aus
verschiedenen Blickwinkeln. Ausgehend von einem weiten Antisemitismus-Begriff,
der allen Beiträgen zugrunde liegt und jede judenfeindliche Ein-/Vorstellung
bzw. Handlung umfasst, wird insbesondere der Aspekt der Kontinuität in den
Vordergrund gerückt.
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Bernhard Rammerstorfer - Ungebrochener Wille - Der außergewöhnliche
Mut eines einfachen Mannes - Leopold Engleitner, geb. 1905 Biografie des
ältesten Überlebenden der KZ Buchenwald, Niederhagen und Ravensbrück ISBN
978-3-9502462-0-9, 448 Seiten, 184 Bilder, Pappband, Werkdruckpapier,
Preis: € 24,90, Eigenverlag Rammerstorfer, Herzogsdorf 2008 (im Buchhandel erhältlich)
oder direkt über: www.rammerstorfer.cc Das Buch enthält fast 60 Jahre lang verschollene Briefe
Engleitners aus der Gefangenschaft, Originalprotokolle aus den 1930er-Jahren
und KZ-Tatsachenberichte aus den Konzentrationslagern sowie beinahe 100 Jahre
zurückliegende traumatische Kindheitserlebnisse. Als Leopold Engleitner 9 Jahre alt war, trug sich in seinem
Heimatort ein Ereignis von welthistorischer Bedeutung zu, das zum Ersten Weltkrieg
führte. Obwohl Engleitner und der 16 Jahre ältere Adolf Hitler
im gleichen österreichischen Bundesland (Oberösterreich) und im selben
Kulturkreis aufgewachsen sowie im gleichen Schulsystem unterrichtet worden waren,
entwickelte Engleitner völlig konträre Überzeugungen. Während
Adolf Hitler zum Leidwesen von Millionen zum menschenverachtenden Massenmörder
wurde, widmete Leopold Engleitner sein Leben dem Frieden und ließ sich
davon selbst angesichts des Todes nicht abbringen. Der einfache Bauernknecht
brachte den außergewöhnlichen Mut auf, seinem Gewissen zu folgen
und den Dienst in Hitlers Armee zu verweigern. Er grüßte nicht mit
"Heil Hitler!". In drei Konzentrationslagern ertrug er unbeschreibliches
Leid und magerte auf 28 Kilo ab. Nichts und niemand konnte seinen Willen brechen.
Eine Unterschrift hätte genügt und er wäre frei gewesen, aber
er gab seine religiöse Überzeugung als Zeuge Jehovas nicht auf. Nie
verlor er seinen Optimismus. Engleitner kaufte sich im KZ sogar einen Koffer
für die unmöglich scheinende Heimreise. Nach dem Krieg wurde er
jahrzehntelang ausgegrenzt und verachtet. Mit unerschütterlichem Gottvertrauen
bewältigte er ein Leben voller Ablehnung und ließ sich die Lebensfreude
nicht rauben. Engleitner ist jetzt der älteste Überlebende der KZ
Buchenwald, Niederhagen und Ravensbrück. Eine außergewöhnliche
Freundschaft verhalf ihm zu einer unerwarteten Rehabilitierung. Im hohen
Alter begann der älteste bekannte KZ-Überlebende weltweit eine erstaunliche
Tätigkeit als Zeitzeuge gegen das Vergessen und reiste mehr als 82.000
Kilometer durch Europa und die USA. Das entspricht einer Distanz von mehr als
zwei Erdumrundungen. Tausenden von jungen Menschen führte er an Schulen
und Universitäten, darunter die Columbia University und die Stanford University,
die schrecklichen Auswirkungen totalitärer Regime und Gruppenzwang vor
Augen. Mit seiner Lebensgeschichte sensibilisiert er die Jugend, bei Unrecht
nicht zu schweigen und vermittelt die hohe Bedeutung von Toleranz und Menschlichkeit
für den Frieden. Im 102. Lebensjahr wurden Leopold Engleitner für
seine mutige Haltung während des NS-Regimes und sein langjähriges
verdienstvolles Wirken als Vortragender an internationalen Universitäten,
Schulen und Gedenkstätten folgende hohe Bundesauszeichnungen verliehen: -
"Goldenes Verdienstzeichen der Republik Österreich" vom österreichischen
Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer - "Verdienstkreuz am Bande
des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland" vom deutschen Bundespräsidenten
Dr. Horst Köhler "Das Werk ist ein Markstein in der Berichterstattung
über die Schrecken des Nationalsozialismus. Das Buch ... ist eine Pflichtlektüre
und ich freue mich, dass die Übersetzung in den Vereinigten Staaten bereits
große Beachtung gefunden hat. Man kann den Mut und die unglaubliche
Standfestigkeit von Leopold Engleitner geradezu fühlen. Schwer misshandelt,
ausgehungert, herabgewürdigt, gefangen und verhöhnt, ist er sich auch
in den schlimmsten Zeiten treu geblieben." Dr. Heinz Fischer, Bundespräsident
der Republik Österreich
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Walter
Kohl , Nacht die nicht enden will. Fritz Inkret, Februarkämpfer
1934-1945, Leykam Verlag ISBN: 978-3-7011-7606-9
- 160 Seiten, gebunden, EUR 24,90 Fritz Inkret aus Leoben erzählt in diesem Buch seine
Geschichte. Mit 18 Jahren stand er im Februar 1934 als
Schutzbundmann an einer Murbrücke und kämpfte gegen
den Ständestaat. Was ihm Kerker einbrachte. Einige Jahre
später saß er wieder hinter Gittern – diesmal eingesperrt
vom NS-Regime. Die Erzählung über die dramatischen Momente
im Leben dieses Mannes stellen mehr dar als eine individuelle
Biographie. Der Lebenslauf des Fritz Inkret zeigt exemplarisch
auch die Bruchlinien und Verschiebungen, die jene Jahrzehnte
der österreichischen Geschichte prägten.
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RECHTE
GLATZEN. Rechtsextreme Orientierungs- und Szenezusammenhänge
- Einstiegs-, Verbleibs und Ausstiegsprozesse von Skinheads
von Kurt Möller und Nils Schumacher. Verlag für Sozialwissenschaften,
Wiesbaden 2007 (41,10 Euro) Zunehmend verschwimmen die Grenzen zwischen in Parteien
organisierten Neonazis, "unpolitischen" bis
diffus-rechtsextremen Skinheads und (partei-)"freien"
Nationalisten. Die Skinhead-Szene als solche genommen
sitzt aber zwischen 2 oder mehreren Stühlen: In Österreich
meist noch pauschal als Neonazis bezeichnet, hat sich
in Deutschland eine Einteilung in 4 verschiedene Richtungen
eingebürgert: Rechsextreme/Neonazistische, unpolitische,
antirassistische und linke/linksradikale Skinheads werden
unterschieden. Die deutschen Politologen Kurt Müller
und Nils Schumacher haben nun erstmals in größerem wissenschaftlichen
Rahmen die diversen Ein-, Aus-, Umstiegs wie Verbleibsprozesse
innerhalb der Skinheadszene und dem "normalen"
Leben untersucht.
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Ursula
Caberta: Schwarzbuch Scientology, Gütersloher Verlagshaus,
Gütersloh 2007, Euro 18,50 Seit einiger Zeit macht sie wieder von sich reden:
Die totalitäre Organisation Scientology, um die es einige
Jahre eher ruhig geworden ist. Nun hat sie Europa den
Krieg erklärt und rüstet mit der Errichtung neuer Zentren,
Kampagnen zur Rekrutierung der wichtigen Zielgruppe
Jugendliche, mit Attacken gegen PsychiaterInnen und
KritikerInnen erneut auf. Nach wie vor lebt der Sciento-logy
Geheimdienst, geht es um Geld, viel Geld, immer noch
warnen StaatsschützerInnen und andere KritikerIn-nen
vor der Organisation, die öffentlich auf Meinungs-freiheit
und Demokratie setzt und dahinter ein totalitäres System
aufbaut, das den Menschen entmündigt, seine Freiheit
raubt und ihn intensiv kontrolliert. Scientology und
Demokratie - so der Tenor der Kritik - passen nicht
in das selbe Boot.
Caberta, Expertin in Sachen scientologischer Strategien,
hat mit ihrem aktuellen Buch eine Lücke im deutschen
Buchmarkt erfreulicherweise geschlossen. Anschaulich
werden Geschichte, Aufbau und Vorgangsweisen der Scientology
dargestellt, die ganz besonders Eltern, Päda-gogInnen,
LehrerInnen, Jugend- und SozialarbeiterInnen zur Information
zu empfehlen sind. Der Frage, wie Ju-gendliche vor den
totalitären SeelenfängerInnen geschützt werden können,
geht die Autorin nach, indem sie auf ihre langjährige
Erfahrung mit der Psychogruppe zurückgreift.
Roman Schweidlenka
Ernst
Piper, Kurze Geschichte des Nationalsozialismus, Hoffmann
und Campe 2007, 352 Seiten, ISBN 978-3-455-50024-0,
18,50 Euro Schriften über den Nationalsozialismus
gibt es wahrlich schon in ganzen Bibliotheken. Doch
kann man sagen, ein Buch, das sich das Ziel setzt,
eine "kurze Geschichte des Nationalsozialismus"
zu liefern, hatten wir in der vorliegenden Form bisher
noch nicht. Keine Kurzversion, die Stichworte und Jahreszahlen
für lernfaule Schüler liefert, es behandelt die meisten
Gesichtspunkte und
ist zudem flüssig erzählend - daher sehr gut lesbar - geschrieben, was bei Sachbüchern
ja bekanntlich nicht unbedingt weit verbreitet ist.
Kritisieren muss man, dass der antifaschistische Widerstand
praktisch völlig ingnoriert wird. Außerdem ist die
Gestaltung zu bekritteln. Man hat auf Illustrationen
zur Gänze verzichtet und das Buch in bloß
fünf Kapitel untergliedert, nicht einmal Zwischentitel
fanden Verwendung. Das verleitet dazu, es nach kurzer Durchsicht per Daumen wieder wegzulegen.
Aber
das verdient es sich nicht. Beim Lesen spricht das Buch
über weite Strecken an. Vielleicht schafft der Verlag eine vernünftig
gegliederte zweiten
Auflage, Zeiträume von 1919-1924, 1925-1933, 1933-1939, 1939-1945 mit
jeweils über sechzig, siebzig, achtzig Seiten und einer
Vielfalt von Ereignissen nur durch
Absätze zu unterteilen, ist einfach unprofessioneller,
leserabschreckender
Murks. Aber lasst Euch davon nicht abschrecken! Es ist trotzdem ein
gutes Buch!
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Wolfgang
R. Kubizek, … und alle Toten starben friedlich …
Oratorium in fünf Teilen für Soli, Chor und Orchester
Text: Vladimir Vertlib Die Österreichische
Lagergemeinschaft Mauthausen (ÖLM) und das Mauthausen
Komitee Österreich (MKÖ) vergab im Gedenkjahr 2005 einen
Kompositionsauftrag an den Komponisten Wolfgang R. Kubizek.
Die Uraufführung fand im Mai 2007 zur Erinnerung an
die Übergabe des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen
an die Republik Österreich "mit dem Wunsche...,
dass es eine Stätte zum Gedenken an die im Kampfe um
ein freies und demokratischen Österreich gefallenen
Opfer werde" (Hans Maršalek) statt. Stückinhalt
und musikalische Umsetzung Das Stück beschreibt
den Weg einer jungen Frau (Eva Klampfer, Alt), die versucht
mit der belastenden Geschichte des Massenmordes in den
nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagern
umzugehen. Ausgehend von einem Traum, mit dem naiven
Bild, es hätte keinen Krieg gegeben (1. Teil: Der Traum),
tritt sie mit verschiedenen Personen in Dialog. Andrea
Wögerer, Sopran, singt die Passantin (2. Teil: Die Stimmen)
sowie die Tochter eines ehemaligen KZ-Häftlings (3.
Teil: Die Tochter). Johann Leutgeb, Bariton, ist in
der Rolle des Passanten (2. Teil: Die Stimmen) sowie
des Sohnes eines ehemaligen Wehrmachtsangehörigen (4.
Teil: Der Sohn). Die junge Frau erfährt verschiedene
Versionen von Geschichte. Ihre Frage "Wo liegt
der Weg, den ich beschreiten muss?" bleibt im Stück
unbeantwortet, aber nicht hoffnungslos (5. Teil: Der
Weg). Orchester und Chor, unter der Leitung von Christoph
Cech, setzten sich vorwiegend aus Studenten der Anton
Bruckner Privatuniversität Linz zusammen. Mit zeitgemäßer,
stiloffener Sprache nimmt sich das ambitionierte Werk
eines belastenden Themas an. Es beschreibt die Schwierigkeiten
junger Menschen, sich mit der nationalsozialistischen
Vergangenheit Österreichs auseinander zu setzen und
greift die Irritationen auf, die aufgrund unterschiedlicher
Sichtweisen entstehen.
Der Live-Mitschnitt ist
am 15. Oktober 2007 auf einer Doppel-CD erschienen,
diese kann im Fachhandel oder direkt über http://www.undalletotenstarbenfriedlich.at
zum Preis von 21 Euro (inkl. Versand) bezogen werden.
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Winfried R. Garscha / Franz Scharf - Justiz in
Oberdonau - 2007, 574 S.; 35 Euro - ISBN 978-3-900313-85-2 Grundlage
des Gerichtsalltags, der von der gleichzeitigen Anwendung
deutschen und österreichischen Rechtes geprägt war,
bildete sowohl im Straf- als auch im Zivilrecht die
Ideologie der Volksgemeinschaft, die politische und
"rassische" Gegner ausschloss. Vor diesem
Hintergrund werden neunzig Fallbeispiele aus dem Bereich
der Strafjustiz vorgestellt - in erster Linie Vermögensdelikte,
Verstöße gegen kriegswirtschaftliche Regulierungsbestimmungen
und die Arbeitsdisziplin, aber auch Fälle des verbotenen
Umgangs mit Kriegsgefangenen. Dabei werden die dem Gau
Oberdonau angeschlossenen südböhmischen Gerichtsbezirke
berücksichtigt. Auch grundsätzliche Aspekte nationalsozialistischer
Justiz werden behandelt. So wird etwa gezeigt, wie die
Konstruktion von Tätertypen wie dem "Volksschädling"
oder dem "jugendlichen Schwerverbrecher" aus
Bagatelldelikten todeswürdige Verbrechen machte.
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Florian Freund / Bertrand Perz - Konzentrationslager
in Oberösterreich 1938-1945 - 2007, 244 S.; 25
Euro - ISBN 978-3-900313-86-9 Von allen österreichischen
Bundesländern war Oberösterreich am engsten mit dem
nationalsozialistischen Konzentrationslagersystem verbunden.
Im Reichsgau Oberdonau entstanden die größten Lager
auf österreichischem Gebiet - Mauthausen und unweit
davon Gusen -, die bis Kriegsende vor allem als Tötungslager
fungierten. Einschließlich Linz III, Ebensee und Gunskirchen
befanden sich fünf der sechs Lager mit mehr als 5000
Häftlingen in Oberdonau. Ab 1941 wurden hier insgesamt
15 Außenlager des KZ Mauthausen errichtet. Die vorliegende
Studie gibt nicht nur einen Überblick über die Geschichte
der KZs Mauthausen und Gusen, sondern stellt auch
des weiteren auf dem Gebiet des heutigen Oberösterreich
gelegenen Außenlager dar: Lager für Zwecke der SS, Lager
für staatsnahe Grundstoff- und Rüstungsfirmen, Lager
für den Kraftwerksbau an der Enns, Lager für unterirdische
Rüstungsindustrien oder zum Bau von Luftschutzstollen,
schließlich auch Lager für die Richtung Westen getriebenen
ungarisch-jüdischen ZwangsarbeiterInnen.
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Heribert
Schiedel - Der Rechte Rand - Extremistische Gesinnungen
in unserer Gesellschaft - Edition Steinbauer 2007,
200 Seiten, ISBN: 978-3-902494-25-2 - Preis:
€ 22,50 Wenn Plakate mit "Daham statt Islam" werben,
Kriegsspiele als "Jugendtorheiten" verharmlost
und im Nachbarland "Ausländer" durch die Stadt
gehetzt und misshandelt werden, spätestens dann sollte
man sich die Frage stellen: Wer sind diese Leute und
wie leben sie? Heribert Schiedel beobachtet die Szene
seit fast 20 Jahren und legt nun eine umfassende Bestandsaufnahme
des heimischen Rechtsextremismus vor. Sein Buch führt
in die Begriffsbestimmungen und Erklärungsansätze aus
politologischer Sicht ein. Es zeigt die Ursachen für
Rassismus, Antisemitismus und Autoritarismus. Dabei
macht der Autor die wechselnden Stichworte und Inhalte
extremistischer Gesinnungen auch aus historischer Perspektive
deutlich. Ob von der "Herrschaft der Ostküste"
oder der "internationalen Hochfinanz" die
Rede ist, immer steckt dahinter der Hass auf "den
Juden" und die vermeintliche Überlegenheit der
eigenen "Kultur". Schiedels Einblicke in die
gewaltbereite Neonaziszene Österreichs zeigen auch erschreckende
Details und erstaunliche Querverbindungen. Man trifft
sich bei "Sonnwendfeiern", "Kultstättenwanderungen"
und "ario-germanischen Ballspielen", träumt
von "bewaffneten Männern", die den "Feinden
entgegentreten, um zum vernichtenden blutigen Schlag
auszuholen". Trotz allem bescheinigt Schiedel der
österreichischen Situation eine relative Harmlosigkeit
und nennt die Gründe dafür: "Die im Vergleich zu
anderen europäischen Ländern zu konstatierende Schwäche
des gewalttätigen Rechtsextremismus steht in Zusammenhang
mit der Stärke des parteiförmigen: Der österreichische
Rechtsextremismus hat seit über 50 Jahren eine Vertretung
im Parlament und in Länderregierungen. Daneben ist er
über Veteranen-, Turner und Studentenverbände fest in
den Alltag integriert". In der Folge erscheinen
Antisemitismus, Rassismus und Autoritarismus heute nicht
als Skandal, sondern als normal. Dieses Buch richtet
sich gegen den Hass, der den Extremismus motiviert,
sucht nach den Hintergründen und bietet Erklärungsansätze
dazu. Und es diskutiert Strategien, die extremistische
Gesinnungen in unserer Gesellschaft immer weniger plausibel
und schließlich ganz überflüssig machen könnten. Zum Autor: Heribert Schiedel, geboren 1967, Mitarbeiter
im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes
(DÖW), Abteilung Rechtsextremismusforschung; Berichterstatter
für das Stephen Roth Institute for the Study of Contemporary
Anti-Semitism and Racism an der Universität Tel Aviv;
Mitglied der Redaktion von Context XXI.
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Christian
Felber - 50 Vorschläge für eine gerechtere Welt
- Gegen Konzernmacht und Kapitalismus -
Deuticke, Wien 2006 336 S., Klappbroschur - ISBN: 3-552-06040-5
€ 20,50 Der globalisierungskritischen Bewegung wird
gerne vorgeworfen, sie würde nur Probleme aufzeigen,
aber keine Lösungen anbieten. Christian Felber, Mitbegründer
von Attac Österreich, entkräftet diesen Vorwurf
eindrucksvoll. Pointiert und überzeugend präsentiert
er 50 konkrete Alternativen zur gegenwärtigen
Form der Globalisierung und zur Ökonomisierung unseres
Lebens. Die Lösungsansätze reichen von der Neugestaltung
der Finanzmärkte und des Welthandels über verbindliche
Regeln für Konzerne und Standortkooperation bis hin
zu sozialer Sicherheit und globaler Steuergerechtigkeit.
Das Buch ist ein leidenschaftliches Plädoyer dafür,
die Gestaltung der Zukunft in die eigene Hand zu nehmen
und die Spielregeln für die Wirtschaft neu zu
schreiben.
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IRMAS
ZEIT Ein Film von Alenka Maly und Roland Freinschlag,
DVD 16:9 Stereo, Laufzeit 33 Minuten, Preis: 15 Euro Irma Trksak
wurde 1917 in Wien geboren. Sie wurde wegen Widerstandes
in einer Gruppe Wiener TschechoslowakInnen 1941 von
der Gestapo verhaftet und in der Folge ins Frauen KZ
Ravensbrück deportiert. Seit Jahrzehnten ist sie
als Sekretärin der Lagergemeinschaft Ravensbrück und
als Zeitzeugin unterwegs, um ihre politische Lebenserfahrung
an die nächsten Generationen weiterzugeben. Der Film
begleitet sie auf einer Reise durch Oberösterreich,
dokumentiert die ständige, unermüdliche Wiedererinnerung
quälender, fast unsagbarer Schrecken im Dienste der
Aufklärung. Zwischen Klassen- und Hotelzimmern eröffnet
Irma Trksak Türen zur Einsicht in die NS-Vergangenheit,
führt die ZuhörerInnen ins Siemenslager und ins Vernichtungslager
Uckermark. Es ist Irmas ins Bild genommene Energie
und Nachdrücklichkeit, die zum Inbegriff von lebenslangem
politischem Widerstand wird. REGIE Alenka Maly
- KAMERA Roland Freinschlag Zu bestellen bei:
FIFTITU % - Vernetzungsstelle für
Frauen in Kunst und Kultur, Kapuzinerstraße 36/1 - A-4020 Linz - Tel.:
0732-770353 - fiftitu@servus.at
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